Informationen für Hundehalter und Autofahrer

Immer mehr Wildunfälle: Jäger in Bönen wollen stärker aufklären

Wild Reh Wildunfall
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Auch in Bönen gibt es nach Meinung der Jäger immer mehr Wildunfälle.

Die Zahl der Wildunfälle nimmt zu, sagen die Jagdgenossen aus Westerbönen. Sie wollen daher ihre Aufklärungsarbeit intensivieren.

Bönen – Die Jagdgenossenschaft Westerbönen setzt in Sachen Wildschutz auf Aufklärung. Einigkeit bestand während der Jahreshauptversammlung am Montagabend in der Gaststätte Lohmann, dass das Naturverständnis bei vielen Menschen nachlasse, die ihrerseits aber gerne in Wald und Flur unterwegs seien. Es sei sehr schwer geworden, die Bedürfnisse des Wildes auf Rückzug zu vermitteln.

Mit der Ausdehnung des Industriegebiets habe sich der Lebensraum des Wildes seinerzeit um rund 30 Hektar reduziert. Jäger und Landwirte hätten zwar mit Blühstreifen und Hecken Schutzmaßnahmen ergriffen, dennoch würden Wildunfälle zunehmen.

Sechs tote Rehe seit April

„Da trifft die Autofahrer kaum eine Schuld“, so Dietmar Düsing, der unterwegs auf Landstraßen als Autofahrer rechts und links die Felder im Auge behält. Das nütze aber wenig, wenn dann andere eilig überholen, weil sie die Gefahr nicht erkennen. „Und dann ist es passiert.“

Sechs Rehe habe es seit April im Industriegebiet, auf der Rhynener Straße und hinter der Autobahnbrücke erwischt. Eines direkt vor der Sitzung am Montag. Das schwerverletzte Tier habe sich in eine Lagerhalle geflüchtet und musste erlöst werden.

Auch weil die Jäger in diesem Gebiet eigentlich keine Jagd, sondern im Schwerpunkt Hege betreiben, hoffen die Aktiven auf die Unterstützung der Bevölkerung. Hundehalter könnten viel für das Wild tun, wenn sie ihre Hunde bei sich behalten. Auf den Wegen seien die Hunde freilaufend kein Problem. Abseits der Wege aber schon. Das Wild wird aufgescheucht, flüchtet und gerät auf die Straße.

Verständnis bei Hundehaltern groß

Jetzt zum Winter hin sei das Ruhebedürfnis des Wildes noch höher, auch um Energieverlust zu vermeiden. Spielzeug in Felder oder Mähwiesen zu werfen, sei auch keine gute Idee. Finden die Hunde das Stöckchen nicht, drohen während der Ernte Schäden am Mähwerk.

Der Vorstand der Jagdgenossenschaft Westerbönen: Dietmar Düsing (von links), Ulrich Pohlmann, Matthias Overbeck und Helge Dißelhoff.

Allerdings sei bei vielen Hundefreunden das Verständnis groß, wenn die Chance auf ein Gespräch besteht. Manche seien völlig überrascht, weil sie die Zusammenhänge nicht kannten.

Ebenso einig waren sich die Mitglieder bei der Vorstandswahl. Im Amt bestätigt wurde Ulrich Pohlmann als erster Vorsitzender. Neuer Stellvertreter ist Michael Becks-Lohmann. Als Schriftführer und Kassierer wurde Matthias Overbeck im Amt bestätigt. Zu Beisitzern wurden Helge Dißelhoff und Dietmar Düsing berufen.

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