Familien holen Sakrament und Feiern nach

Im Lockdown 2020 fiel die Taufe aus - jetzt haben Bönens Pfarrer viel nachzuholen

In den Bönener Kirchen wird derzeit viel getauft. Die meisten Termine für dieses Jahr sind schon vergeben.
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In den Bönener Kirchen wird derzeit viel getauft. Die meisten Termine für dieses Jahr sind schon vergeben.

Eine coronabedingte „Welle“ ist gerade in den Kirchen auszumachen. Am Taufbecken herrscht Andrang, weil viele Familien im Vorjahr die Sakramentsspende verschoben haben.

Bönen – Wie vielerorts ist die Nachfrage nach Taufterminen auch in Bönen aktuell sehr hoch: Wegen der Pandemie gab es im vergangenen Jahr deutlich weniger Taufen. Viele Familien wollen das nun nachholen. „Wir haben sehr viele Taufanfragen von Familien, die ihre Kinder im vergangenen Jahr nicht haben taufen lassen“, bestätigt Pfarrer Joachim Zierke von der evangelischen Kirchengemeinde Bönen. „Dazu kommen die Taufen der Kinder, die in diesem Jahr geboren wurden.“ Er selbst habe noch eine Liste von rund 20 Terminen, die es bis zum Erntedankfest zu erfüllen gelte.

Evangelische taufen ohne Gemeinde

Feste Tage hat er dabei nicht. Klar ist nur: Auch wenn die Taufe eigentlich die Aufnahme in die Gemeinde bedeutet, trennen die Verantwortlichen sie aktuell noch von den Sonntagsgottesdiensten. „Wir halten die Taufgottesdienste noch separat ab“, berichtet Zierke. Derzeit gebe es in der Kirche zwar keine Platzbeschränkung, aber durch die separaten Termine müsse niemand Sorge haben, dass es doch zu voll werde. „Und wir haben das Gefühl, dass es bei den Familien, die ihre Kinder taufen lassen, gut ankommt.“

Katholische haben 2020 kaum getauft

Auch sein katholischer Kollege Benno Heimbrodt von der Pfarrei Sankt Barbara hat derzeit deutlich mehr mit Taufen zu tun als 2020. „Im vergangenen Jahr hatten wir kaum mal eine Taufe“, erinnert er sich. Für dieses Jahr seien die Termine fast schon ausgebucht. „Wir bieten die Tauftermine im Moment maximal für zwei Familien an – am ersten Sonntag in Bönen und am dritten Samstag eines Monats in Heeren“, berichtet er. Anders verhalte es sich mit Hochzeiten – da gebe es auch in diesem Jahr nicht viele, so Heimbrodt. „Wir hatten nur eine Handvoll Trauungen. Vergangenes Jahr habe ich selbst genau eine Hochzeit durchgeführt“, berichtet er. Viele Paare hätten ihre Hochzeitstermine aus dem vergangenen Jahr aus Vorsicht direkt ins Jahr 2022 verschoben. „Teils sind die auf dieses Jahr verschobenen Termine nochmals verlegt worden, um eine größere Hochzeitsfeier zu ermöglichen.“

Bei Hochzeit hält der Aufschub an

Auch in der evangelischen Gemeinde haben die Geistlichen aktuell kaum Hochzeiten im Plan stehen. „Das ist bisher nicht wirklich mehr als im vergangenen Jahr“, berichtet Zierke. Wer seine Trauung auf dieses Jahr verschoben habe, habe den Termin meist noch einmal verlegt in der Hoffnung, dass im kommenden Jahr wieder größere Feiern möglich sind. „Die große Feier hängt ja oft an der kirchlichen und nicht an der standesamtlichen Trauung.“

Standesamt zählt mehr Trauungen

Ähnliche Zahlen wie im vergangenen Jahr im Hinblick auf Eheschließungen meldet das Standesamt der Gemeinde. 64 Eheschließungen wurden 2020 gezählt, 2019 waren es 74. „Im laufenden Jahr sind bereits 40 Eheschließungen erfolgt“, berichtet Jörg-Andreas Otte, Fachbereichsleiter Familie, Sport, Schule, Kultur. Zehn weitere Anmeldungen für die kommenden Wochen liegen vor. „Darüber hinaus sind bereits Termine für weitere Anmeldungen vergeben worden, so dass wir davon ausgehen, dass im laufenden Jahr der Vorjahreswert zumindest erreicht oder aber überschritten werden wird.“

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