SPD-Antrag: Alternative zur Poststraße suchen

Bönen soll beim Hundeauslauf heute schon an morgen denken

Neues Tor, neuer Zaun, alte Hundewiese. An der Poststraße darf Fiffi wieder toben, bis hier mal Wohnungen entstehen.
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Neues Tor, neuer Zaun, alte Hundewiese. An der Poststraße darf Fiffi wieder toben, bis hier mal Wohnungen entstehen.

Die Hundewiese an der Poststraße ist gerade wieder in Schuss gebracht. Aber die SPD beantragt, sich gleich mal nach Ersatz umzuschauen.

Bönen – Die Hunde und ihre zweibeinigen Begleiter mussten eine Pause einlegen. Erst als das Außengelände der Hegemann-Kita Rappelzappel fertiggestellt war, konnten sie sich ab Anfang August wieder auf der Hundewiese an der Poststraße austoben. Die wurde dafür neu eingezäunt und bekam ein Tor zur Straße hin. Für Herrchen und Frauchen stehen Bänke bereit, ein Mülleimer und ein Spender mit Kotbeuteln. Doch das Hundeparadies ist vermutlich nur eins auf Zeit. Das Gelände soll möglicherweise bebaut werden, sobald die Kita in ein paar Jahren an den geplanten Sportpark am Förderturm zieht.

Parkplätze, Sonnenschutz, Sitzbank

Die SPD möchte deshalb, dass sich die Verwaltung schon jetzt nach einer Alternative umschaut und hat dazu einen Antrag eingereicht. Die neue Hundewiese sollte nach Wunsch der Genossen zentral gelegen und gut zu erreichen sein sowie Parkmöglichkeiten für Pkw haben. Wie schon bei dem bestehenden Areal, müsste der Bereich sicher eingezäunt sein und mit Hinweisschild, Hundetütenspender, Mülleimer ausgestattet werden. Darüber hinaus wünschen sich die Sozialdemokraten Sitzbänke, dazu einen Sonnenschutz. Der fehlt an der Poststraße.

Gemeinde muss nicht, will aber

Grundsätzlich sei eine Kommune nicht dazu verpflichtet, eine Hundeauslauffläche zur Verfügung zu stellen, macht die Verwaltung dazu deutlich. „Die erhobene Hundesteuer ist eine reine Luxussteuer, für die eine Kommune keine Gegenleistung erbringen muss“, heißt es in der Beschlussvorlage für die Beratung in Ausschüssen und Rat. Die Gemeinde sei weder dazu verpflichtet, Kotbeutel zur Verfügung zu stellen noch eine Freilauffläche mit Unterstand. Auf der Hundewiese übernehme die Gemeinde auch keine Haftung.

Entweder Kletterpoth oder Bachstraße

Dennoch haben sich die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus Gedanken gemacht. „Die Suche nach einer geeigneten großen Fläche, zudem noch zentral gelegen und im Besitz der Gemeinde, gestaltet sich schwierig“, heißt es dazu. Es gebe im Ort kaum freie Grundstücke, die den gewünschten Anforderungen entsprechen. Lediglich zwei kämen infrage, nämlich der wenig genutzte Bolzplatz am Kletterpoth und die Wiese hinter der Bachstraße bis zum Hundeplatz. Diesen etwa 2000 Quadratmeter großen Bereich einzufrieden und einen Unterstand aufzustellen, würde etwa 35 000 Euro kosten.

Erst soll Rettungswache umziehen

Das wäre allerdings nur eine kurzfristige Lösung. Die Rettungswache soll in den kommenden Jahren übergangsweise mit Containern und einer separaten Zufahrt erweitert werden. Dadurch würde sich die Fläche um etwa 500 Quadratmeter verkleinern. Wenn jedoch der Sportpark am Förderturm realisiert worden ist, soll der Ascheplatz an der Bachstraße aufgegeben und dort eine neue, größere Rettungswache gebaut werden. Die bisherige wird abgerissen. Dann könnte das Areal einschließlich des jetzigen Standorts der Wache eingefriedet und dauerhaft als Hundeauslauf genutzt werden.

Kosten zwischen 35.000 und 45.000 Euro

Die Verwaltung rechnet aber damit, dass das frühestens 2024/25 der Fall sein wird. Immerhin hätten die Hunde und ihre Besitzer dort dann 2700 Quadratmeter zur Verfügung. Und Parkplätze sind durch den nahe gelegenen Sportplatz vorhanden. Um dort den „Hundespielplatz“ umzusetzen, müssten jedoch zwischen 40 000 und 45 000 Euro aus der Gemeindekasse genommen werden. Und einen Unterstand mag die Gemeinde an dieser Stelle nicht errichten: „Es ist zu erwarten, dass sich dort Jugendliche oder Personen ohne Hunde aufhalten und die Fläche vermüllen beziehungsweise den Unterstand beschädigen.“ Als zentral gelegenes Grundstück mit guter Anbindung zur Gemeindemitte favorisieren sie dennoch diese Lösung an der Bachstraße.

Abgelegener Standort Mergelbergwald

Der Bolzplatz am Mergelbergwald liegt dagegen deutlich abgelegener. Er ist mit 1200 Quadratmetern zudem deutlich kleiner. Um aus ihm einen Hundeauslauf zu machen, müsste das Gelände ebenso eingezäunt werden und der geforderte Unterstand gebaut werden. Die Kosten dafür kalkulieren die Fachleute im Rathaus mit gleichfalls mit 35 000 Euro. Parkplätze sind auf dem angrenzenden Wanderparkplatz vorhanden.

In den veranschlagten Kosten für alle Vorschläge sind neben dem Zaun jeweils Tore, Mülleimer, Kotbeutelspender, Bänke und Hinweisschilder sowie Unterstände eingerechnet.

Verwaltung sieht keine Eile geboten

Aus Sicht der Verwaltung ist es allerdings nicht notwendig, den Hundeplatz in diesem oder im kommenden Jahr umzusiedeln, wie es die SPD fordert. „Für die Herrichtung und Ausstattung der jetzigen Fläche an der Poststraße wurde sowohl durch den Kita-Betreiber als auch durch die Gemeinde investiert“, schreiben die zuständigen Sachbearbeiter. Sofern das Nebeneinander von Kita und Hundeplatz ohne Konflikte funktioniere, sollte die Auslauffläche daher so lange an der Poststraße bleiben, bis nach Umsiedlung der Rettungswache die langfristige Lösung an der Bachstraße umgesetzt werden könne.

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