Ein Hund ist Star des Abends in der Alten Mühle

+
Ganz entspannt blieb Hund Jacob bei der Lesung seines „Herrchens“ Tom Diesbrock in der Alten Mühle.

Bönen – Hunde ziehen immer. Nicht nur an der Leine, sondern auch als Publikumsmagnet. Rund 40 Besucher kamen am Freitagabend in die Alte Mühle, um Autor Tom Diesbrock zu sehen.

Und der kam nicht alleine, sondern brachte seinen Hund Jacob mit. Diese außergewöhnliche Begleitung hatte auch einen Grund: Sein vierbeiniger Freund hat Diesbrock für das Buch „Von Hunden und Menschen und der Suche nach dem Glück“ inspiriert. 

Wie sehr, konnte das Publikum bei der knapp 90-minütigen Lesung erfahren. Doch bevor die erste Zeile gelesen wurde, war erst einmal der tierische Besuch die Sensation. 

Als Diesbrock mit Jacob an der Leine den Raum betrat, standen in den hinteren Publikumsreihen direkt vereinzelt Besucher auf, um einen besseren Blick auf das Haustier erhaschen zu können. Auch während der Lesung versuchte der ein oder andere immer wieder, den Hund besser vor die Augen zu bekommen. Ein Vierbeiner bei einem Kulturabend ist eben nicht alltäglich. 

Der ließ sich von der Aufmerksamkeit, die er zu erregen schien, allerdings nicht aus der Ruhe bringen und blieb entspannt neben seinem Herrchen liegen. Lediglich kurz vor Ende war der ein oder andere Knurrer zu vernehmen. Die abendfüllende Lesung hatte Kraft gekostet, Jacobs Geduld ging langsam zu Ende. 

"Was würde ein Hund zu uns sagen?"

Es war erst die zweite Lesung, die Autor und Vierbeiner gemeinsam bestritten. Tom Diesbrock hat schon viele Bücher geschrieben, meist Ratgeber zum Thema Selbstmanagement. Das neue Werk des Hamburgers ist anders. Die Grundidee fasste der Psychologe wie folgt zusammen: „Was würde ein Hund zu uns sagen, wenn er sprechen könnte?“ 

Schon der erste Satz des Buches, dementsprechend auch der erste Satz der Lesung, gehörte Jacob, den Diesbrock mit hellerer, liebenswürdig naiver Stimme zum Leben erweckte: „Was machst’n du da?“ Die Frage ging an das lyrische Ich des Autors, der gerade mit dem Schreiben des Buchs anfing und nicht so recht weiterkam – Schreibblockade. Der Ratschlag des Hundes: „Fang doch einfach am Anfang an!“

 Und das tat Diesbrock. Er berichtete, wie er vor über sieben Jahren sein Herz an einen Streuner in Indien verlor und alles in Bewegung setzte, um das Tier nach Deutschland zu holen und ihm eine neue Heimat zu bieten. Eine Einleitung für eine gänzlich andere Art von Ratgeber: Verhaltensweisen, Blicke und Eigenschaften seines neuen Weggefährten veranlassten den Autor dazu, seinen Blick auf die Menschen und ihre Eigenheiten zu verändern. 

Als Dialog zwischen Hund und Herrchen wurden die Bönener mit auf kleine alltägliche Geschichten genommen, die stets der Frage nachgingen, warum die Menschen ihrem eigenen Glück so sehr im Wege stehen und was sie tun könnten, um dem entgegenzuwirken. Denn ein Hund lebt den Moment und tut alles, um im Hier und Jetzt glücklich zu sein. 

Also sollten wir von ihm lernen. Den Anwesenden hat die Kostprobe merklich gefallen: In dem schön dekorierten Raum in der Mühle lauschten sie hoch konzentriert und lachten immer wieder über die komischen Beobachtungen von Tom Diesbrock. Der nahm sich nach der Veranstaltung natürlich Zeit, um mit seinem Publikum ins Gespräch zu kommen und Signierwünsche zu erfüllen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare