Halterin entschuldigt sich erst vor Gericht

Hund einer Bönenerin verletzt Kleinkind in Kamen

Erst vor Gericht zeigte die Bönenerin Reue - der Richter nahm ihr das nicht ab
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Die 60-jährige Bönenerin musste sich wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Kamen verantworten

Bönen/Kamen – Mit ihrer Tochter wollte eine 26-Jährige den Nachmittag des 23. April vergangenen Jahres entspannt am Kurler Busch in Kamen verbringen. Doch plötzlich ging ein freilaufender Hund auf das Mädchen los. Der Vorfall endet mit einem blutigen Finger und einer uneinsichtigen Hundebesitzerin. Die Bönenerin musste sich danach wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amtsgericht Kamen verantworten. Urteil: 2800 Euro Geldstrafe.

Die 60-Jährige gab an, nicht gesehen zu haben, dass ihr Hund ein Kind angegriffen habe. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein bewusstes Schnappen war. Das macht die nicht“, stellte die Angeklagte ihre Hündin als ungefährlich dar. Das Tier sei schon zwölf Jahre alt und sehr lieb. Allerdings sei es äußerst verfressen. Deshalb sei das Kind, das ein Brötchen in der Hand hatte, wohl auch interessant gewesen. Wenn da was gewesen sei, täte es ihr leid. Das nahm der Richter der Frau nicht ab. Laut Prozessakten hatte die Hundebesitzerin der Polizei gegenüber geäußert, dass das Kind selbst schuld sei, wenn es im Wald etwas „fresse“.

So etwas habe sie auch ihr gegenüber geäußert, gab die Mutter der Dreijährigen an. Zunächst habe der Hund herumgeschnüffelt, dann ihrer Tochter plötzlich das Brötchen aus der Hand reißen wollen. „Dabei hat er sie am Finger erwischt.“ Zudem habe sich das Tier am Oberschenkel des Kindes abgestützt und mit den Krallen Kratzer hinterlassen. „Meine Tochter hat sofort aufgeschrien“, schilderte die 26-Jährige.

Polizeibericht bestätigt Aussage der Mutter

Sie habe sich sehr über das Verhalten der Bönenerin geärgert. Obwohl diese mitbekommen habe, dass ihr Hund etwas getan haben muss, sei sie nicht von der etwa fünf Meter weit entfernten Bank aufgestanden. Sie selbst sei schwanger gewesen und habe den Hund mit dem Fuß von sich fern gehalten, gab die Zeugin an. Erst daraufhin sei die Frau zu ihnen gekommen. Aber: „Es kam keine Entschuldigung, keine Einsicht, nichts.“

Der Richter verurteilte die vierfach wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Urkundenfälschung vorbestrafte Frau zu einer Geldstrafe von 2800 Euro. Ursprünglich sollte sie 1050 Euro zahlen. Doch gegen den Strafbefehl, der ihr wegen der Körperverletzung zugegangen war, hatte sie Einspruch eingelegt

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