Helfer retten über 1800 Kröten, Frösche und Molche 

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Zahllose Kröten konnten bei der Aktion am Schwarzen Weg und an der Speckenstraße vor Autos gerettet werden. 

Bönen – Ab sofort ist der Schwarze Weg nachts nicht mehr gesperrt.  Grund für die mehrwöchige Maßnahme war ein derart hohes Aufkommen von wandernden Amphibien, dass das Risiko für Autofahrer und Tiere zu hoch wurde.

Im vergangenen Jahr hatten die Bönener Grünen die zeitintensive Zählung zum ersten Mal initiiert, nachdem die Betreiberinnen des Speckenhofs um Hilfe gebeten hatten. Dieses Jahr folgte die Wiederholung. Die Zählung des letzten Jahres hatte ergeben, dass mehr als 2500 der nachtaktiven Tiere, darunter Erdkröten, zahlreiche streng geschützte Kreuzkröten, Laubfrösche und Molche auf dem Weg zu ihren Laichplätzen die Straßen passieren wollten. 

2018 waren viele freiwillige Helfer dem Aufruf gefolgt und waren über mehrere Wochen in den späten Abend- und den frühen Morgenstunden im Einsatz, um die Tiere einzusammeln, zu bestimmen und zu zählen. Krötenschutzzäune sollten ihnen die Arbeit etwas erleichtern. Die Zäune halten aber nur die unter Laichdruck stehenden Kröten vorübergehend auf. Die Zäune animieren die Tiere, die über etliche Kilometer zu ihren Laichgründen unterwegs sind, auf der Suche nach einer Lücke am Hindernis entlangzuwandern. 

Bestenfalls rutschen sie dabei in einen der vielen eingegrabenen Eimer. Damit werden sie zwar leichter entdeckt, müssen aber auch innerhalb weniger Stunden befreit werden, denn spätestens mit der aufgehenden Sonne verkriechen sich die Amphibien wieder. 

Molche und Frösche hingegen lassen sich von Krötenschutzzäunen nicht aufhalten. Durch das unebene Gelände am Schwarzen Weg hatte sich die Zaunmaßnahme als nicht geeignet erwiesen. Die Tiere wurden reihenweise überfahren. 

Rücksichtslose Autofahrer fuhren Schilder um

Daher hatte die Bönener Verwaltung in diesem Jahr beschlossen, den Schwarzen Weg über Nacht zu sperren und den Verkehr in der Speckenstraße zu verlangsamen. Die Sperrung wurde zu Beginn allerdings nicht von allen Verkehrsteilnehmern akzeptiert. Mehrmals musste die Polizei ausrücken, weil rücksichtslose Autofahrer die Hindernisse und Warnschilder umfuhren und damit Menschen und Tiere in Gefahr brachten. 

Mit Ende der Maßnahme meldeten die Helfer nun 1818 Tiere, die auf der Speckenstraße lebend eingesammelt wurden. Auf dem Schwarzen Weg wurde aufgrund der Sperrung keine Zählung mehr vorgenommen. Stichprobenartige Kontrollen zeigten hier aber, dass das Aufkommen je nach Wetterlage sehr hoch war. 

Auf der Speckenstraße konnten hingegen nicht alle Amphibien durch die Helfer gerettet werden. Die Tiere sterben schon durch den Luftdruck vorbeifahrender Fahrzeuge. Auch für die freiwilligen Helfer war der Verkehr ein Risiko. Nicht alle Autofahrer waren einsichtig und fuhren langsamer, zudem waren die Sichtverhältnisse auf der Speckenstraße schwierig. Die ständig wechselnden Wetterbedingungen erschwerten zudem die Prognose, wie viele wandernde Tiere unterwegs sein würden. 

Abschließend sind alle Helfer aber froh, dass die Aktion auch in diesem Jahr erfolgreich beendet wurde.

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