Heimatverein Kerspell Fle-ik sagt Adventsmarkt in Flierich ab

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Der Platz vor dem Fliericher Backhaus ist alljährlich am Samstag vor dem ersten Advent gut gefüllt. Dieses Jahr bleibt er leer.

Die Kerzen flackern auf handgesteckten Kränzen. Die Musik kommt aus den Posaunen und Trompeten, nicht vom Band. Und der Nikolaus ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, der mit den Kindern scherzt und ihnen die Stutenkerle ganz persönlich überreicht. Über allem liegt der Duft von Glühwein, Bratwurst und Gewürzen. Es riecht schon nach Weihnachten. Die Atmosphäre auf dem Adventsmarkt in Flierich ist eine besondere, das wichtigste daran sind die Menschen. Da die aber in diesem Jahr möglichst nicht in großen Gruppen zusammenkommen und eng beieinanderstehen sollen, haben sich die Organisatoren schweren Herzens entschieden, den Markt dieses Mal abzusagen.

„Wir wollen den Menschen einen beschaulichen, heimeligen Ort bieten, an dem sie sich treffen, an dem sie reden, essen, trinken und feiern können“, sagt Heike Kleineweischede vom Heimatverein Kerspell Fle-ik. „Doch wir haben kein sinnvolles Hygienekonzept gefunden, dass allem gerecht würde.“

Helfer genießen die gemeinsamen Vorbereitungen

Das fange schon bei den Vorbereitungen an, die normalerweise jetzt starten. „Wir müssten ja alle alleine arbeiten. Dabei sind die gemeinsamen Vorbereitungen für uns das Schöne daran“, so die Vorsitzende. Sonst haben die Vereinsmitglieder und ihre Helfer etwa im Backhaus Seite an Seite Kränze gebunden, Kräuter geribbelt oder Lebkuchenhäuser verziert. Das wäre jetzt in der Enge des historischen Gebäudes nicht möglich. Am Samstag vor dem ersten Advent müssten dann zum Beispiel Abstände auf dem Platz markiert und eine maximale Besucherzahl festgelegt werden. Statt Stutenkerle müsste es verpackte Süßigkeiten geben und Speisen und Getränke auf Einweggeschirr herausgegeben werden.

„Wer will sich denn hinstellen und sagen, ‘du darfst heute nicht kommen’?“, fragt Kleineweischede. Zudem sei die Verantwortung einfach zu groß, denn trotz aller Schutzmaßnahmen könne niemand eine Infektion ausschließen. „Und dafür möchten wir nicht verantwortlich sein“, sagt die Fliericherin. Alle Hoffnung gelte nun dem kommenden Jahr.

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