Haus Timmering ist verkauft

In der Traditionsgaststätte sollen seniorengerechte Wohnungen entstehen

Außenansicht Haus Timmering Bönen
+
Nach 115 Jahren schloss die Gaststätte Haus Timmering 2020 ihre Türen. Jetzt wurde die imposante Immobilie verkauft.

Bönen – Gut ein Jahr nach der coronabedingten Schließung im März 2020 haben die Besitzer der Gaststätte Haus Timmering den Notarvertrag unterzeichnet und die Immobilie an der Bahnhofstraße 45 verkauft. Das bestätigte jetzt der ehemalige Wirt Klaus Timmering. Ein Unternehmen aus dem Raum Recklinghausen, das aber noch nicht genannt werden möchte, habe die Immobilie erworben, so Timmering.

Fest stehe aber, dass das 1905 errichtete Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, nach 115 Jahren als Gasthaus künftig eine andere Nutzung erfahren werde. „Hier sollen künftig seniorengerechte Wohnungen entstehen“, verrät Klaus Timmering. „Zunächst muss aber das Gebäude leer geräumt werden. Das Inventar ist ja noch so vorhanden, wie wir es verlassen haben.“ Tische und Bestuhlung im Saal und in den Gasträumen, die komplette Küchenausstattung, hunderte Teller sowie die Einrichtung der Fremdenzimmer – all das müsse jetzt ausgeräumt werden.

Dann werde das Gebäude entkernt, um moderne, barrierefreie Wohnungen für Senioren entstehen zu lassen. Dazu werde auch ein Aufzug eingebaut, damit die oberen Stockwerke des Gebäudes barrierefrei erreicht werden können. Ein Bauantrag für das Projekt liegt dem Kreis Unna bis jetzt noch nicht vor. Die Gemeinde Bönen wird diesen als Untere Denkmalschutzbehörde ebenfalls prüfen. „Wir freuen uns aber erst mal, dass für Haus Timmering ein Investor gefunden ist“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Robert Eisler.

115 Jahre lang Gasthaus

Mit dem Verkauf der Immobilie geht in Bönen eine Ära zu Ende. Der Großvater von Klaus Timmering, Heinrich, hatte das Haus mit den Giebeln und Fensterbögen 1905 als Gaststätte erbaut. Weil er sie „Zum Adler“ nannte, thront ein steinerner Vogel bis heute über dem Giebel. Nach seinem Tod 1931 übernahm sein Sohn Rudi Timmering den Gasthof. Klaus Timmering wurde vor über 80 Jahren in dem Haus an der Bahnhofstraße geboren und verbrachte sein ganzes Leben hier. „Deshalb ist es mir auch nicht leicht gefallen, das Haus zu verkaufen“, gesteht er. Nach dem Tod des Vaters war er 1958 in die Gaststätte eingestiegen.

„Nicht nur die Coronapandemie führte zur Schließung des Hauses, auch das fortgeschrittene Alter zwang uns dazu, an den Ruhestand zu denken“ , sagt Klaus Timmering. Zwar bemühte sich das Wirtspaar lange Zeit um geeignete Nachfolger für den Gasthof, doch die fanden sich nicht. „Kaum jemand möchte noch jeden Abend, und an Sonn- und Feiertagen im Laden stehen, wie wir es getan haben“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare