Happy Birthday! Vor 20 Jahren starten die ersten Schüler am MCG

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Hunderte Schüler haben am Marie-Curie-Gymnasium ihr Abitur abgelegt, der erste Jahrgang wurde 2008 geprüft. Die damaligen Abiturienten erinnern sich heute zurück.

Bönen – Es war alles etwa provisorisch, als am 2. August 1999 das Bönener Gymnasium den Betrieb aufnahm. Unterrichtet wurden die ersten 66 Schüler in drei Klassenzimmern im südlichen Gebäudeflügel der Pestalozzischule, die damals am Billy-Montigy-Platz beheimatet war. Was ist aus ihnen geworden?

„Neun Jahre lang werdet ihr in dieser Schule leben, ihr werdet immer der älteste Jahrgang sein“, begrüßte Schuldezernent Hans-Dieter Hase von der Bezirksregierung Arnsberg die Mädchen und Jungen am ersten Schultag. Diese Reise liegt nun längst hinter den einstigen Fünftklässlern. Sie sind erwachsen geworden, stehen mitten im Beruf und haben vielleicht schon eine Familie gegründet. 

Die Klasse 5b von Klassenlehrerin Susanne Gödde und Schulleiter Rainer Hoffmann übte im Januar 2000 schon mal den Namen ihrer Schule.

Vergessen ist die Zeit am Marie-Curie-Gymnasium aber nicht. An den ersten Schultag im nagelneuen Gymnasium kann sich Sylvia Knall etwa gut erinnern. „Wir waren nicht viele Leute, nur zwei Klassen und wenige Lehrer“, erzählt sie. Nach der offiziellen Einschulungsfeier mit Schulleiter Rainer Hoffmann in der Aula marschierten die Fünftklässler in die frisch hergerichteten Klassenräume neben der Realschule.

„Ich glaube, die Realschüler haben uns gar nicht bemerkt. Ihre Schule war ja die große, und wir eben nur die zwei Klassen vom Gymnasium.“ Neben den zwei Klassenzimmern konnten die Schüler, der Schulleiter und Lehrerin Susanne Gödde noch den Biologieraum nutzen. Nach und nach eroberten sie dann das gesamte Schulgebäude. 

Die Gemeinschaft der Schüler untereinander hat Sylvia Knöll als eng empfunden. „Und der Zusammenhalt ist bis zum Schluss geblieben“, erzählt sie. „Wir waren aber auch die Versuchskaninchen, zum Beispiel bei den Klassenfahrten. Und ich glaube, dass die Lehrer es gut gefunden haben, dass sie sich ausprobieren konnten. Nichts war etabliert. Und viele Lehrer sind sehr jung ans MCG gekommen. Ich glaube, wir haben davon sehr profitiert.“ 

Sylvia Knöll (früher Schabe)

Nach dem Abitur 2008 hat sie Betriebswirtschaft in der Nähe Frankfurts studiert, der erste Job brachte sie nach München. Dort ist Sylvia Knöll oder Schabe, wie sie früher hieß, hängen geblieben. „Ich habe dort meinen Mann kennengelernt, wir haben im vergangenen Jahr ein Haus gekauft und im Oktober erwarten wir unser zweites Kind“, berichtet sie. Zurück nach Bönen kommt sie wohl erst mal nicht. „In Bayern ist es auch ganz schön“, sagt die frühere MCG-Schülerin. 

Komplett in die entgegengesetzte Richtung, in den Norden, hat es dagegen Patricia Schönhold gezogen. Sie lebt mit ihrem Verlobten und ihrer Katze in Oslo und arbeitet bei der norwegischen Post. Der Kontakt in ihre alte Heimat ist aber nach wie vor da, und zwar nicht nur, weil ihre Eltern und ihre Schwester in Bönen leben. 

Auch zu ihren Freunden vom MCG hat sie noch eine gute Verbindung. „Ich glaube, gerade die Gründungsklasse hatte einen besonderen Zusammenhalt. Das mag daran liegen, dass wir die Ersten waren“, überlegt sie. In ihrem Jahrgang gab es wenig kleine, sondern nur eine große Clique. 

Den Einschulungstag hat Patricia Schönhold als sehr warm, sehr aufregend und auch als ein bisschen komisch im Gedächtnis, weil es schlicht keine älteren Kinder an der neuen Schule gab. „Neben mir stand ein Mädchen, das meine beste Freundin werden sollte“, erinnert sie sich an die Feier zurück. 

Patricia Schönhold

Nicola Fuhrmann lebt heute in Hamburg, andere Freunde vom Gymnasium in Freiburg, auf Sylt, in den Niederlanden oder in München, wie Sylvia Knöll. Die Schulzeit in Bönen war für Patricia Schönhold durchaus etwas Besonderes. „Wir waren immer die Großen. Ich glaube, die Lehrer haben an uns ein bisschen herumexperimentiert, aber auf eine schöne Weise. Wir haben zum Beispiel mehr Klassenfahrten gemacht als die anderen. Unsere Stufe hatte aber auch eine gewisse Vorbildfunktion. Es gab immer die Erwartung, dass wir uns gut benehmen.“ 

Nach dem Abitur 2008 ist Patricia Schönhold nach Leipzig gezogen, um Übersetzung zu studieren. Eigentlich sollte es Spanisch sein, doch sie mochte die Dozentin nicht und entschied sich daher spontan für Norwegisch. Für die Master-Arbeit ging sie nach Trondheim, wohin sie nach dem Abschluss auch zog. Ein Praktikum brachte sie schließlich ans Goethe-Institut in die Hauptstadt. „Dass ich einmal in Norwegen leben würde, hätte ich vor 20 Jahren nie gedacht“, sagt sie. 

Nadine Wilmes, früher Tewes, stand noch nicht mit in der Aula bei der feierlichen Eröffnung. Die ersten Tage des neuen Bönener Gymnasiums hat sie aus der Nachbarschaft beobachtet. Ihre Eltern hatten sich dafür entschieden, sie nach der Grundschule an der Humboldt-Realschule anzumelden. Problemlos absolvierte sie dort die vier Schuljahre und schloss sie mit dem qualifizierten Realschulabschluss ab. 

Nadine Wilmes (früher Tewes)

„Es war früh klar, dass ich danach das Abitur machen werde, und das MCG als Gymnasium vor Ort war da die erste Wahl.“ Anfangs war es noch etwas ungewohnt für sie, nicht mehr im Klassenverband, sondern in Kursen unterrichtet zu werden. Glücklicherweise kannte sie viele ihrer Mitschüler bereits aus der Grundschule und durch die Pausen auf dem gemeinsamen Schulhof. 

Nach drei Jahren stand dann das Abitur an – für ihren Jahrgang eine aufregende Sache. Immerhin war es die allererste Reifeprüfung, die an dem Gymnasium abgelegt wurde. „Wir hatten keine Stufe über uns und konnten zu niemandem aufsehen. Wir waren die Ersten, alles war neu. Das fing schon mit der Vofi-Fete an. Wir wussten erst mal nicht, wie sich alles finanzieren lässt, die Entlassfeier, und der Abi-Ball zum Beispiel. 

Bei den Mottotagen wussten wir nicht, was man darf und was nicht. Klar, wir hatten natürlich Kontakte zu Schülern von anderen Gymnasien, aber eben keine Vorgänger an unserer Schule, von denen wir uns etwas hätten abgucken können. Gelaufen ist alles trotzdem gut. 

Und auch anschließend ging es für Nadine Wilmes positiv weiter. Am 1. August 2008 startete sie ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Gemeinde Bönen. Inzwischen hat sie zudem eine Fortbildung zur Verwaltungsfachwirtin abgeschlossen und arbeitet als Sachbearbeiterin im Fachbereich Familie, Sport und Kultur im Bönener Rathaus. Im vergangenen Jahr hat Nadine Wilmes geheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann in Rhynern. 

Ebenfalls in der Heimat geblieben ist Bastian Schilling. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftsingenieurwesen in Dortmund und arbeitet heute als Qualitätsingenieur bei einem Elektronikunternehmen in Hamm. Mit seiner Freundin lebt er in Bönen, in seiner Freizeit ist er oft in Lenningsen. Dort engagiert er sich beim TVG und leitet die Basketballabteilung. 

Bastian Schilling

„Durch den Sport habe ich auch Kontakt zu einigen Mitschülern von damals“, erzählt er. „Allerdings lassen sich diejenigen, die hier geblieben sind, an ein oder zwei Händen abzählen“, weiß er. Die meisten seines Jahrganges sind inzwischen in alle Himmelsrichtungen gezogen. Im vergangenen Jahr gab es ein Wiedersehen, beim zehnjährigen Abiturtreffen. „Es ist kaum zu glauben, dass es nun schon 20 Jahre her ist, seit dem wir auf die Schule gekommen sind“, stellt Schilling fest. 

Viele kleine Erinnerungen kommen in ihm hoch, wenn er daran zurückdenkt, an die Klassenfahrten etwa, an die ersten Vofi-Feten in Unna oder an das gute Verhältnis zu den Lehrern. „Das war fast familiär. Die meisten Lehrer haben uns aber auch fast die ganze Schulzeit lang begleitet. Das ist sicher etwas Besonderes, weil wir eben der erste Jahrgang waren.“ Bastian Schilling blickt auf jeden Fall gerne zurück auf seine Schuljahre am MCG. „Im Nachhinein betrachtet war es einfach eine super Zeit.“

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