Strenge Auflagen

Handel mit Marihuana: 19-Jähriger aus Bönen kommt vorerst ohne Strafe davon

Marihuana
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Ein 19-Jähriger aus Bönen hat in Unna mit Marihuana gehandelt.

Ein 19-jähriger Bönener, der in Unna beim Handel mit Drogen erwischt wurde, kommt vorerst ohne Strafe davon. Das Amtsgericht Unna verpflichtete den jungen Mann aber, für das nächste Jahr alle acht Wochen einen Drogentest vorzulegen.

Unna/Bönen – Ein mehr als rasantes Rückfalltempo: Sein letztes Drogenverfahren lag wenige Wochen zurück, als ein 19-Jähriger aus Bönen in Unna erneut erwischt wurde – mit nahezu 100 Gramm Marihuana im Gepäck. Unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln brachte ihn nun vor Gericht.

Zwei Monate waren nach einer Verurteilung unter anderem wegen eines einschlägigen Delikts vergangen. Sonderlich beeindrucken konnte das den jungen Bönener offenbar nicht. Am späten Abend des 29. August wurde er auf einer Parkbank im Bereich eines Sportplatzes in Unna mit 95,38 Gramm Marihuana und der klassischen Feinwaage ertappt.

Die Drogen, so der naheliegende Verdacht, waren für den Weiterverkauf bestimmt.

Drogenhandel zur Finanzierung des eigenen Konsums

„Ja, das stimmt“, räumte der 19-Jährige nun in seinem Prozess vor dem Unnaer Jugendschöffengericht ein. Zu der Zeit habe er selbst größere Mengen Marihuana konsumiert – bis zu acht Gramm am Tag. Mit den Verkäufen habe er nicht das große Geld verdient, sondern lediglich seinen eigenen Bedarf etwas finanziert.

Er habe eine größere Menge gekauft, einen Teil veräußert und den Rest für sich selbst genommen. Einen festen Kundenstamm habe er nicht gehabt. Nunmehr, das gab er ehrlich zu, kiffe er nur noch ab und an.

Die Jugendrichterin insistierte, wies ihn auf die Gefahren des Konsums hin – auch, was berufliche Perspektiven betrifft. „Sie müssen sofort komplett aufhören – auch in ihrem eigenen Interesse.“ Und: „Ich empfehle einen neuen Freundeskreis. Ohne Kiffer.“

Gericht gewährt letzte Chance

Die Rechtsanwältin des 19-Jährigen, der Aussichten auf eine Lehrstelle hat und sich auch ansonsten bemühte, sein Leben in die richtige Richtung zu bringen, betonte: „Ich glaube, er möchte sich auch wirklich ändern.“ Der junge Mann selbst zeigte sich verblüffend offen, als es um das Thema regelmäßige Drogen-Screenings für eine Dauer von vier Monaten ging. Er bitte um eine längere Zeit. „Ich kenne mich selbst gut genug.“

Das Gericht ging schließlich von Reifeverzögerungen aus, wandte Jugendrecht an und setzte die Entscheidung über die Verhängung einer Jugendstrafe für die Dauer von zwei Jahren aus. Konkret: Der 19-Jährige erhält einen Bewährungshelfer, darf keine Betäubungsmittel nehmen, muss ein Jahr lang alle acht Wochen zum Screening und soll zu fünf Gesprächen bei der Drogenberatung gehen.

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