Haltepunkt Nordbögge soll Mobilstation werden

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Überdachte Fahrradparkplätze gibt es bereits am Haltepunkt Nordbögge. Die Gemeinde und der Kreis können sich dort aber mehr vorstellen.

Bönen – Ein Umdenken ist von allen gefordert. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken sind aber gerade diejenigen, die motorisiert unterwegs sind, gefragt, über Alternativen nachzudenken. Der Kreis Unna unterstützt dieses Anliegen mit seiner Mobilitätsstrategie „FUN – flexibel unterwegs im Kreis Unna“, und auch die Gemeinde Bönen will sich entsprechend einbringen. Ein Plan ist, die Mobilstationen vor Ort weiter auszubauen.

50 Tourenräder und 30 E-Bikes können derzeit an den Radstationen der Awo-Tochter DasDies im Kreis ausgeliehen werden. Sie sollen den Nutzern, insbesondere Pendlern, dabei helfen, umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Bus, Bahn und eben Fahrräder miteinander zu verknüpfen. Und die Nachfrage ist da. Vor allem die E-Bikes sind begehrt, wie aus einem aktuellen Bericht für den Kreistag hervorgeht. Gerade in der Corona-Krise ist die Nutzung sogar noch einmal kräftig angestiegen. Deshalb wird das Angebot in den kommenden Jahren erweitert werden, auf mindestens 80 Pedelecs kreisweit Das wurde Dienstag beschlossen.

Finanziert werden sollen die Räder aus der Kasse des Kreises. Im Haushalt für das laufende Jahr sind 70 000 Euro für den Radverkehr eingeplant. 40 000 Euro davon sollten ursprünglich in die Mitfinanzierung der Betriebskosten der neuen Radstationen in Werne und Selm-Beifang fließen, sofern diese nicht aus dem Fördertopf des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (ZRL) gedeckt werden können. Inzwischen hat der ZRL die Zuwendungen aber von 60 000 auf 100 000 Euro aufgestockt, sodass die 40 000 Euro dem Kreis nun für diesen Zweck zur Verfügung stehen. Abnehmer für die zusätzlichen Elektrofahrräder wird es bestimmt auch in Bönen geben, denn dort werden E-Bikes gerne und oft an der Radstation am Bahnhof ausgeliehen. Sinnvoll wäre eine solche Möglichkeit jedoch ebenso am Bahn-Haltepunkt Nordbögge. Seitdem der Rhein-Ruhr-Express in dem Ortsteil hält, steigen noch mehr Menschen als ohnehin schon dort in den Zug. Eine Mobilstation könnte ihnen die Gelegenheit geben, von da aus auf das Rad umzusteigen, um zum Beispiel den Arbeitsplatz in Bönen umweltfreundlich und flexibel anzufahren.

So sieht das auch die Gemeindeverwaltung. Sie hat im Zuge des kreisweiten Programms Mobilstationen den Nordbögger Haltepunkt als geeignete Standorte gemeldet. Er sei besonders geeignet, den Mobilitätsaspekt zu verbessern und zu erweitern, heißt es aus dem Bönener Rathaus. Die Gemeinde beabsichtigt demnach, mit Fördermitteln eine Aufwertung am Bahnhaltepunkt in Nordbögge vorzunehmen. „Ziel ist es, eine attraktive Verknüpfung zwischen verschiedenen Verkehrsarten zu schaffen, um damit das intermodale Verkehrsverhalten zu unterstützen“, sagt Fachbereichsleiter Robert Eisler. Denkbar wären Sharing-Angebote, E-Bike-Ladesäulen und sichere, wettergeschützte Fahrradabstellplätze, die den Wechsel zum öffentlichen Nahverkehrsangebot erleichtern.

Umgesetzt werden könnte dieses Vorhaben frühestens in zwei Jahren, weil das Land für die Förderung solcher Projekte ein zweistufiges Antragsverfahrens vorsieht. Bis Ende kommenden Jahres muss die Gemeinde allerdings einen Förderantrag einreichen.

Ähnlich wie in Bönen prüfen auch die Städte Unna, Selm und Bergkamen, ob und welche Haltestationen sich bei ihnen auf diese Weise aufwerten lassen. In Kamen soll bereits im Herbst der Bahnhaltepunkt Methler als Mobilstation ein neues Radparkhaus bekommen.

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