Haftstrafe gegen Bönener nach Attacke mit Pfefferspray

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Pfefferspray

Unna/Bönen – Eine Lappalie entfachte im Juni dieses Jahres einen heftigen Streit zwischen zwei Bewohnern der Unterkunft am Nordkamp. Dabei geriet einer der Beteiligten derart in Rage, dass er den Gegner mit Pfefferspray attackierte und Fenster demolierte. Nun gab es ein juristisches Nachspiel.

Stein des Anstoßes war am Abend des 7. Juni offenbar ein simples Kehrblech, das der Geschädigte dem Angreifer zur Verfügung stellte und die Rückgabe anmahnte, als die nicht erfolgte. Es gab Streit, letztlich eine Rangelei. Doch nachdem die durch Andere beendet wurde, schwelte der Zorn weiter in dem 24-Jährigen.

Er wähnte sich als Opfer einer Beleidigung, die er nicht auf sich sitzen lassen wollte. Er holte sein Pfefferspray und sprühte dem Kontrahenten eine Ladung ins Gesicht. Damit nicht genug, zertrümmerte er mit einem Stuhl zwei Fenster. Schaden: bis zu 1500 Euro. 

Gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung wurden dem Mann mit bereits bewegter Vergangenheit nun im Prozess vor dem Amtsgericht Unna zur Last gelegt. 

Bestreiten wollte er keinen der Vorwürfe und doch wähnte er sich im Recht. Schließlich habe der Andere ein „riesiges Messer“ gehabt. Und das alles, die Fenster inklusive, sei ihm passiert. Dabei habe er doch eigentlich keine Straftaten mehr begehen wollen. Erwartungsgemäß fiel die Aussage des Geschädigten „etwas“ anders aus. 

Entschuldigung kommt zu spät

Demnach war es nicht er, der das Messer in den Händen hielt, sondern der Angeklagte. Und, so gab der 22-Jährige auf Nachfrage an, seit dieser Erfahrung sei er, was den Anderen betreffe, quasi auf der Hut und passe immer auf, da er einen neuen Angriff befürchte. 

Als der Vertreter der Anklage keine Zweifel an der Schuld des 24-Jährigen hatte und sechs Monate Haft auf Bewährung beantragte, besann der sich eines Besseren, entschuldigte sich und beteuerte, dass so etwas nie wieder passiere. Doch die Einsicht kam nicht nur zu spät, für ihn wurde es vielmehr noch schlimmer, als Richter Jörg Hüchtmann das Urteil verkündete: sieben Monate Haft – ohne Bewährung.

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