Händler haben unterschiedliche Meinungen zum Bönener Markt

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Der untere Teil des Bönener Wochenmarktes am Teich ist derzeit ziemlich verwaist. Nur die beiden Fischhändler bieten hier noch ihre Waren an. Während einige Marktbeschicker mit dem Samstag ganz zufrieden sind, lockt der Mittwoch kaum Besucher an.

Bönen – Seit einigen Wochen wird wieder vermehrt über den Wochenmarkt in der Fußgängerzone diskutiert. Vor allem der Weggang des Obst- und Gemüsehändlers Michael Hubracht aus Werne sorgte für eine große Lücke im Angebot des Verkaufs – was zu einem weiteren Rückgang der Besucherzahlen führen könnte. Was sagen Händler und Besucher zur aktuellen Situation des Bönener Markts?

Das Stimmungsbild ist nicht so eindeutig schlecht, wie es die aktuellen Gespräche über den Markt vermuten lassen. Vielmehr gibt es ganz unterschiedliche Meinungen zur derzeitigen Situation und über die Zukunftsaussichten der Veranstaltung in der Fußgängerzone. 

Darüber, dass zu viel Wind über den Abgang eines einzelnen Händlers und seiner ganz subjektiven Meinung gemacht würde, ist sich Marc Gerstenberg von der Fleischerei Gerstenberg sicher. „Ich stehe seit 35 Jahren auf dem Markt, ich betreibe unser Geschäft in der dritten Generation, und ich kann gar nichts Negatives über den Bönener Wochenmarkt sagen“, so das deutliche Feedback des Händlers. „Ich finde, wir decken hier fast alles ab und unsere Stammkunden sind beispiellos treu.“ 

"Mittwochs läuft hier fast nichts mehr"

Nur zum Teil kann Christina Fleßenkämper, die mit „Tinas Reibekuchen“ einen der beliebtesten und belebtesten Stände betreibt, dem Metzger zustimmen. „Am Samstag läuft hier alles super“, freut sich die beliebte Marktfrau über den regelmäßig guten Verkauf vieler Reibekuchen und noch mehr gute Gespräche mit ihren Stammkunden. 

Christina Fleßenkämper macht gute Umsätze an ihrem Reibekuchenstand – allerdings nur am Samstag.

Aber: „Mittwochs läuft hier fast überhaupt nichts mehr“, verweist sie auf die Ausgabe des Markts mitten in der Woche. „Genaugenommen bin ich fast die einzige Händlerin, die noch übrig ist an dem Tag. Und sehr lange schaue ich mir das nicht mehr an, ehe ich den Mittwoch ebenfalls auslasse und nur noch samstags herkomme.“ 

"Weggang war selbstverschuldet mit überhöhten Preisen"

Dass die Situation am Mittwoch „unter aller Kanone“ sei, berichtet auch Fleßenkämpers Kundin Iris Schorneck. Auch die sie umgebende Gruppe nickt zustimmend. Den Samstag wiederum sieht auch die Besuchertruppe recht optimistisch. Dass der Werner Michael Hubracht mit seinem Obst- und Gemüseangebot zuletzt kaum noch Kunden ansprach, sei selbstverschuldet gewesen. „Die Preise waren viel zu hoch angesetzt, auch für frische Marktware“, meint Iris Schorneck. „Da war es kein Wunder, dass ein Großteil der Leute lieber in die Supermärkte in der Nähe ging.“ 

Egal ob Markt am Mittwoch oder am Samstag, Besucherin Rena Weber-Walleck sieht das Angebot generell negativ: „Ich wohne seit etwa 30 Jahren in Bönen und der aktuelle Marktzustand ist ein neuer Tiefpunkt.“ Die Bönenerin kritisiert vor allem das fehlende Angebot an Lebensmitteln. Damit spricht sie ähnliche Kritikpunkte an, wie die Fischhändler. 

Während es die Mitarbeiter vom Fischgeschäft Robert bedauern, dass es nicht einmal mehr ein Angebot an Käse oder Backwaren gäbe und sich besondere Events wie Abendmärkte wünschen, um den Markt attraktiver zu machen, wird Mitbewerber Ulrich Kruse von Fisch Kruse deutlicher: „Die Gemeinde ist in der Pflicht, auch mal mit den Betreibern der Stände zu sprechen und zu fragen, was wir uns wünschen und was verbessert werden kann“, erzählt der 81jährige. „Das ist aber nicht geschehen. Die Stadt macht zu wenig.“

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