In der Bönener Fußgängerzone droht neuer Leerstand

Haarmoden Wiesner in Bönen schließt nach 26 Jahren

Haarmoden Wiesner in der Bönener Gemeindemitte schließt
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Haarmoden Wiesner schließt am 25. September. Dann steht das Ladenlokal in der Bönener Fußgängerzone erst mal leer.

Das Ladenlokal liegt am Ende der Fußgängerzone. Eigene Parkplätze gibt es hinter dem Haus, drumherum sind viele weitere vorhanden. Bäume beschatten den Eingangsbereich, und der grün umrahmte Gemeindeteich mit seinem plätscherndem Wasserspiel ist von dort aus gut zu sehen. Beste Lage also, stellte auch Frank Wiesner vor sechs Jahren fest, als er mit seinem Friseursalon in das Geschäft an der Bahnhofstraße 75 zog.

Bönen - Ende des Monats will sich der 64-Jährige nun aber in den Ruhestand verabschieden. Einen Nachfolger für den Salon hat er trotz intensiver Suche nicht gefunden. Dem „Filetstück“ droht – wie einigen anderen Ladenlokalen in der Gemeindemitte – der Leerstand.

Bereits vor einem Jahr fasste der Friseurmeister den Entschluss, nach 48 Jahren im Beruf aufzuhören. „Meine Frau ist seit rund einem Monat in Rente“, erzählt Wiesner. Gemeinsam möchte das Paar künftig reisen, vor allem Deutschland von Nord nach Süd erkunden. „Außerdem haben wir zwei Kinder und drei Enkelkinder, mit denen wir gerne unsere Zeit genießen wollen.“ Seine Mitarbeiterinnen informierte der Saloninhaber sofort über seine Pläne. Sie haben inzwischen anderen Aufgaben gefunden, beziehungsweise eine Mitarbeiterin ist selbst in den Ruhestand gegangen. „Sie werden alle nicht arbeitslos“, versichert Frank Wiesner. „Keiner stürzt ins Unglück.“

Keinen Nachfolger gefunden

Bei seinem Vermieter hat er ebenfalls frühzeitig Bescheid gesagt, sich außerdem nach Kräften um einen Nachfolger bemüht. „Ich habe Anzeigen in der Zeitung geschaltet und bei Ebay-Kleinanzeigen im Internet, bei der Handwerkskammer in Dortmund und bei der Friseurinnung angerufen“, zählt er auf. Ein Nachfolger, der den Salon übernehmen wollte, war aber einfach nicht zu finden.

Wiesner selbst hat 1973 seine Ausbildung bei Willi Baumann begonnen. Das Geschäft war unweit seines heutigen Geschäftes, dort, wo später Möbel Köhling seine Angebote präsentierte. Nach dem Abschluss arbeitete er bei Helmut Richter, der seinen Friseursalon an der Lenningser Straße führte. Dort ist heute mit Bedir Acar ein junger Kollege ansässig.

Frank Wiesner ist seit 26 Jahren selbstständig. Jetzt geht er in den Ruhestand. Einen Nachfolger für seinen Salon hat der Friseurmeister nicht gefunden.

1993 erhielt Frank Wiesner seinen Meisterbrief. Zwei Jahre später wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. An der Bahnhofstraße 27, wo heute der Kleiderladen Cariert der Caritas zu Hause ist, eröffnete der Bönener „Haarmoden Wiesner“ und blieb bis zu seinem Umzug in die Fußgängerzone dort.

Die Räume an der Bahnhofstraße 75 hält der Friseurmeister nach wie vor für ideal: Sie sind barrierefrei und zentral gelegen. Und aus den 70 Quadratmetern nebst Außenfläche mit Blick auf die Teichanlage ließe sich bestimmt einiges machen.

Vermieter wünscht sich einen Gastronomiebetrieb

Das hofft auch Heinrich Hussmann. „Was wir uns vorstellen können, ist ein Mieter aus dem Gastronomiebereich“, wünscht sich der Vermieter. Vom Bäcker und Konditor über den Eissalon und die Crêperie bis hin zu einer Schnellgastronomie können sich die Hussmanns verschiedene Nutzer vorstellen. „Wir möchten vor allem auch den Vorplatz nutzen und beleben.“

Das würde sicher der gesamten Fußgängerzone guttun und für mehr Leben und Aufenthaltsqualität sorgen. „Das Ladenlokal ist optimal dafür. Die Schaufenster lassen sich aufschieben, das ist super, wenn draußen Tische und Stühle stehen. Und die Bäume vor der Tür spenden angenehmen Schatten, man hat einen Blick auf den Teich“, wirbt Heinrich Hussmann für den Standort. Einige mögliche Nutzer will er nun ansprechen, Interessierte können sich bei ihm melden.

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