Spielplatz Königsholz

Mit Gummistiefeln und guter Laune: Der große Spielplatztest in Bönen

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„Schneller, schneller“, feuern sich die Kinder auf der Drehscheibe gegenseitig an. Das rasante Spielgerät kommt bei ihnen besonders gut an.

Bönen – Der Frühling naht, für viele Kinder ist es Zeit, endlich wieder mehr draußen zu spielen. Für unsere Serie „Spielplatztest“ testen wir in den nächsten Wochen deshalb zusammen mit Kindern aus der Gemeinde die Spielplätze in Bönen. Los geht es mit dem Spielplatz "Königsholz".

Am ersten Testtag ist das Wetter mies: Es regnet in Strömen und ist ziemlich windig. Ich frage mich deshalb, ob mein Treffen mit den Kindern der Evangelischen Kindertagesstätte „Martin Niemöller“ überhaupt zustande kommt. 

Verabredet bin ich mit ihnen um 10 Uhr an der Kita. Als ich dort eintreffe, versichert mir Erzieherin Mandy Pfeiffer allerdings: Ein bisschen Regen hält sie nicht ab. Also heißt es für die Kinder: Gummistiefel und Regenjacke an, los geht’s zum nahegelegenen Spielplatz „Königsholz“. 

Kletterwand und Drehscheibe besonders gefragt

Sieben der älteren Kita-Kinder kommen als Tester mit. Auf dem Weg zum Spielplatz erzählen sie mir gut gelaunt, dass sie im Sommer in die Schule kommen. Deshalb kennen sie sich auch schon aus im Straßenverkehr und wissen genau, wie man vor dem Überqueren einer Straße links-rechts-links gucken muss, ob ein Auto kommt. 

Als wir am Spielplatz ankommen, stürmen die Kinder sofort zu den Spielgeräten: Die Kletterwand und die Drehscheibe sind besonders gefragt – dabei hatten mir ein paar Mädchen auf dem Weg noch erzählt, dass sie das Klettern viel zu schwierig finden. Jetzt beweisen sie das Gegenteil und kraxeln die besprayte Wand hinauf. 

Trotz anfänglicher Bedenken erklimmen die Mädchen die Kletterwand.

Auf der Drehscheibe geht es ebenfalls hoch her: „Schneller, schneller“, feuern sich die Kinder gegenseitig an. Auch für die Ruhigeren gibt es eine Reihe von Spielmöglichkeiten auf dem Gelände. Der fünfjährige Malik und der sechsjährige Paul haben es sich etwa in einem der kleinen Spielhäuschen gemütlich gemacht und sammeln Rinde und Stöckchen für ein „Lagerfeuer“. 

Spielplatz in gutem Zustand

Und auch, wenn heute keine mitgekommen sind: Für jüngere Kinder gebe es mit der breiten Rutsche und der Nestschaukel ebenfalls vielfältige Spielmöglichkeiten, lobt Mandy Pfeiffer das Angebot vor Ort. Sie mache mit den Kindern öfter einen Abstecher zu dem Spielplatz. Vor allem im Sommer sei praktisch, dass die Fläche durch die umstehenden Bäume vor der Sonne geschützt ist. 

Insgesamt ist der Spielplatz in einem guten Zustand: Er ist sauber, die Spielhäuschen sehen aus wie frisch gestrichen. „Die Spielplätze in Bönen sind gut gepflegt“, findet auch die Erzieherin. So würde etwa der Rindenmulch am Spielplatz „Königsholz“ regelmäßig aufgefüllt und das Tor zum Spielplatz abends zugeschlossen. 

Gemeinde kritisiert Zerstörungswut

Brandspuren finden sich in einem Haus.

Allerdings klettern zu später Stunde manchmal Jugendliche über den Zaun und zündeln in einer der Hütten, erzählt mir die sechsjährige Zoe. Und tatsächlich finde ich dort Brandspuren und verkohlte Äste. Auf Nachfrage erfahre ich bei der Gemeinde, dass das Problem bekannt ist. „Die Zerstörungswut ist groß“, sagt Heike Hartl, die zuständige Sachbearbeiterin. 

In der Vergangenheit hätten zum Teil regelrechte Gelage auf dem Spielplatz stattgefunden – deshalb wurde der Zaun gebaut und ein Schließdienst als Notmaßnahme installiert. „Ich werde dem Ordnungsamt Bescheid geben, damit es regelmäßig Kontrollen dort macht“, verspricht sie außerdem. 

Schaukel als Alternative

Auch einige der Spielgeräte sind dem Vandalismus zum Opfer gefallen. So fehlen am Kletterparcours etwa die Taue – Jugendliche hatten sie mit Messern bearbeitet, sagt Heike Hartl. „Wenn die Nutzer es wünschen, können wir es aber noch einmal damit probieren.“ 

Zoe hat schon Ideen, was man sonst noch mit den Holzpfosten anstellen könnte: „Man kann daraus ein Zelt bauen“, schlägt sie vor. Oder dort stattdessen eine Schaukel aufstellen. Die fehlt ihr auf dem Spielplatz nämlich noch. Was könnte man noch verändern? Lina, ebenfalls sechs Jahre alt, fällt sofort etwas ein: „Ich weiß, was man noch verbessern kann: Dass endlich Sommer wird!“

Als Nächstes testen wir mit den Kindern aus dem Evangelischen Kindergarten Immanuel den Spielplatz an der Hermannstraße.

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