Aufwendige Produktionsgeschichte

Die Geburt einer Zeitung - Hinter den Kulissen des WA-Druckzentrums

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Im Druckzentrum des Westfälischen Anzeigers erläuterte Markus Schmidt den Teilnehmern der VHS-Führung, worauf alles geachtet werden muss, um die vorgegebene Qualität zu erreichen.

Bönen – Sie lesen gerade eine Zeitung. Um in diesen Genuss zu kommen, mussten Sie einmal bis zu Ihrem Briefkasten gehen. Doch die Seiten, die Sie gerade vor sich liegen haben, hatten in der Nacht zuvor bereits einen weitaus längeren Weg und eine aufwendige Produktionsgeschichte hinter sich. Eine Gruppe von knapp 20 Frauen und Männern nahm das Angebot der Volkshochschule Bönen an und blickte am Dienstagnachmittag im Druckzentrum in Rhynern, wo der Westfälische Anzeiger, der Soester Anzeiger und der Patriot, der in Lippstadt erscheint, gedruckt werden, hinter die Kulissen: Sie waren live bei der Geburt einer Tageszeitung dabei.

Der erste Blick war dabei fast erschlagend. Keine großen Maschinen oder Laufbänder waren zu sehen, dafür hohe Türme, bestehend aus jeweils vier, fünf oder noch mehr riesigen Rollen: Das Papier, das für die Zeitung verwendet wird.

Besonders beeindruckt waren die Besucher von den Papierrollen, von denen eine alleine bereits über eine Tonne wiegt.

„Eine solche Packung wiegt über eine Tonne“, erklärt Dirk Möller vom Druckzentrum. Er führte die Besuchergruppe gemeinsam mit WA-Chefredakteur Martin Krigar durch die Hallen und erläuterte die Prozesse. So widmete er sich auch den großen Farbbehältern: „Genutzt werden die Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz“, klärte Möller auf.

Geschickt montiertes „Wirr-Warr“

Den Weg in die Halle mit den unzähligen Maschinen machte eine kleine Führungsschiene im Boden deutlich, die an einigen Stellen eine Art Weichensystem besaß. Auf diese Weise können die riesigen Papier-Rollen transportiert und von dem Lagerungsort in die Druckmaschine befördert werden.

Das Papier gelangt auf Rollen in den Druck.

So spannend es auch war, dass Mitarbeiter des Hammer Druckzentrums eine der großen Papierrollen für die Besichtigungstruppe in Bewegung brachten und den Transport vorführten: Die Blicke vieler Anwesender wanderten oftmals umher. Denn unterlegt von einer lauten Geräuschkulisse flitzten hoch über den Köpfen der Interessierten frisch gedruckte Zeitungen durch ein geschickt montiertes „Wirr-Warr“ an Transportbändern; Seiten erschienen aus Drucktürmen, legten in hoher Geschwindigkeit einige Meter zurück und verschwanden in weiteren Gerätschaften.

Druckbild per Lasertechnik

Wilfried Schliephorst erläuterte in einem vom ganzen Lärm etwas abgeschirmten Büro seinen Arbeitsplatz: Sobald die Seiten in den unterschiedlichen Redaktionen fertig erstellt und freigegeben wurden, sorgt Schliephorst dafür, dass die Druckplatten erstellt werden. Im Plattenbelichter gelangt das Druckbild per Lasertechnik auf die Platten, die daraufhin in den Drucker eingesetzt werden.

Markus Schmidt ging an seiner Station unter anderem auf das Verfahren der Offset-Drucktechnik und auf die verschiedenen Papierformate ein. Der Mitarbeiter des Druckzentrums demonstrierte, auf welche Weise nachgeprüft werden kann, ob die gedruckte Zeitungsseite den Vorgaben entspricht. Er gab den Besuchern in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, die Seiten und die Druckqualität wortwörtlich selbst unter die Lupe zu nehmen.

Die Teilnehmer durften selbst die Farben der Zeitungsseiten überprüfen.

Ergiebige Diskussion

Katrin Hägerling von der Volkshochschule Kamen begleitete die Truppe als Vertreterin für die verhinderte Esther Hahm. „Ich finde es extrem spannend, welch einen langen Weg die Zeitung durch die gesamte Halle zurücklegen muss“, erzählte Hägerling und hielt fest: „Man weiß viele Sachen erst richtig einzuschätzen, wenn man einen Blick hinter die Kulissen geworfen hat.“

WA-Chefredakteur Martin Krigar (Mitte) stellte sich den Fragen der Besucher.

Insbesondere von der digitalen Technik hinter den Abläufen zeigte sich Harald Höner, der Teil der Besichtigungsgruppe war, beeindruckt. Vor allem wusste er aber eine Möglichkeit zu schätzen, die sich nach dem Rundgang ergab: „Die Diskussion über die Situation der Zeitung als Printmedium war sehr ergiebig“, freute sich Höner. Denn Chefredakteur Martin Krigar nahm sich am Ende noch viel Zeit für die Angereisten, informierte unter anderem über den redaktionellen Alltag, über das Nutzerverhalten sowie Herausforderungen und Möglichkeiten in der heutigen überwiegend digitalen Zeit.

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