Awo-Kita „Kleine Forscher“ in der Borgholz-Siedlung

Kita-Grundsteinlegung: Bau für „Kleine Forscher“ nimmt Gestalt an

Seit Dezember geht es auf der Baustelle der Awo-Kita „Kleine Forscher“ zügig voran. Am Mittwoch trafen sich Matthias Fischer (UKBS), Wolfram Kuschke (Awo), Bürgermeister Stephan Rotering und Landrat Mario Löhr (von links) zur Grundsteinlegung.
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Seit Dezember geht es auf der Baustelle der Awo-Kita „Kleine Forscher“ zügig voran. Am Mittwoch trafen sich Matthias Fischer (UKBS), Wolfram Kuschke (Awo), Bürgermeister Stephan Rotering und Landrat Mario Löhr (von links) zur Grundsteinlegung.

Die Kinder, die irgendwann in das gerade entstehende Gebäude an der Geschwister-Scholl-Straße einziehen sollen, hätten beim Richtfest ihre helle Freude gehabt. Überall auf der fertigen Bodenplatte hatten sich an diesem regnerischen Mittwoch große Pfützen gebildet. Perfekt zum Drinherumhüpfen und Spaß haben. Doch wegen Corona fand die Grundsteinlegung der vierzügigen Awo-Kita „Kleine Forscher“ nur mit den Offiziellen und ohne die künftigen Hauptdarsteller statt. Das soll später nachgeholt werden.

Bönen – Bürgermeister Stephan Rotering, Landrat Mario Löhr, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender bei der mit dem Bau beauftragten Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS), sowie deren Geschäftsführer Matthias Fischer und Wolfram Kuschke als Vorsitzender des Trägers, der Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Lippe-Ems, versenkten die Zeitkapsel mit Ausgaben des Westfälischen Anzeigers, Zeichnungen und anderen Erinnerungen in eine vorbereitete Wand und waren von den Pfützen weniger begeistert.

Aber sie kamen guter Dinge: Die Grundsteinlegung soll eines der letzten Kapitel bei der Entstehung der Kindertagesstätte in Bönen aufschlagen. Von denen hatte es besonders aus Elternsicht schrecklich viele in Zusammenhang mit der zehnten Kita in der Gemeinde gegeben.

Es dauert lange bis zum Startschuss

Bereits im November 2018 hatte die Awo den Zuschlag der Trägerschaft bekommen. Doch der damalige Bauboom sorgte für eine erhebliche Verzögerung. Auch bei der UKBS waren viele Kapazitäten gebunden. Durch die sonst eher im Wohnungsbau tätige Gesellschaft entstehen derzeit sechs neue Kitas im Kreis Unna, drei davon seien in Planung, erläuterte Geschäftsführer Fischer. Der Wohnungsbau sei derzeit sogar etwas für die Kita-Projekte zurückgestellt.

Die Skizze der Architekten zeigt, wie die Kita an der Geschwister-Scholl-Straße bald aussehen soll.

Dennoch dauerte es, bis es losging. Um die Eltern zu entlasten, wollte die Gemeinde in der Zwischenzeit den Kindern an der Poststraße eine Heimat geben. Doch weil sich die alten, ursprünglich angedachten Rathaus-Container als ungeeignet erwiesen, verzögerte sich auch dies. Erst im Mai 2020 begrüßte Sabrina Zeising, Leiterin der künftigen „Forschungseinrichtung“, die diese Funktion auch im Neubau ausüben wird, die Kinder in neu errichteten Containern. „Ich habe noch nie so einen desaströsen Verlauf erlebt bei einem Projekt. Das ist ein Desaster für Sie und für uns“, hatte sich Kreissozialdezernent Torsten Göpfert schon im Oktober 2019 bei einem eigens einberufenen Info-Abend in der MCG-Aula bei den betroffenen Eltern entschuldigt.

Nun ist aber ein Ende abzusehen. Im Dezember 2020 begannen die Bauarbeiten in der Borgholz-Siedlung, Anfang 2022 sollen die Kinder und Erzieherinnen das Gebäude beziehen. Bisher verlaufe alles im Zeitrahmen, erklärte Fischer zum Baufortschritt.

Bönen nähert sich der Bedarfsdeckung

Das freut auch den Bürgermeister. Denn: „Die Bedarfe sind sehr groß in Bönen“, weiß Rotering. 110 Kinder sind derzeit ohne Platz. Zwar blieben diese auch mit den Awo-Forschern bestehen, „aber es ist eine schöne Entwicklung, dass wir so langsam in die Bedarfsdeckung kommen“, sieht Rotering das Licht am Tunnelende. Am Zechenturm soll bald mit dem Bau einer weiteren Kindertagesstätte – diesmal mit der Kita Hegemann GmbH als Träger – begonnen werden.

Die Gemeinde sei außerdem sehr froh, dass die neue Kita mitten im Wohngebiet entsteht, also kurze Wege bietet. „Es ist nicht selbstverständlich, dass so ein Grundstück vorhanden ist“, betont der Bürgermeister. 2.500 m² stellt die Gemeinde in Erbpacht bereit.

Fokus auf Bauen und Entdecken

Von den Architekten wurde darauf geachtet, dass die neue Kita nicht zu Verkehrsproblemen in der Borghaus-Siedlung mit ihren schmalen Straßen führt, wenn die Kinder morgens gebracht und mittags abgeholt werden. Zwölf statt der fünf vorgeschriebenen Parkplätze werden auf dem Grundstück angelegt, zudem eine Einbahnstraße für die „Eltern-Taxis“ eingerichtet. Angesichts des verkehrsberuhigten Umfeldes würde sich Landrat Löhr freuen, wenn viele Mamas und Papas mit ihren Kleinen zu Fuß zur Kita kommen würden.

Wenn es 2022 bei den „Kleinen Forscher“ losgeht, stehen neben naturpädagogischen und Bewegungsangeboten sowie der alltagsintegrierten Sprachbildung die Schwerpunkte „Bauen und Konstruieren, „Forschen und Entdecken“ im Fokus. Die Awo-Kita ist von der gleichnamigen Stiftung als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert worden.

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