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Großer Besucherandrang beim Fliericher Adventsmarkt

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Von: Markus Liesegang

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Nikolaus auf dem Adventsmarkt Flierich
Großer Andrang herrschte nachmittags auf dem Platz vor dem Backhaus, weil der Nikolaus seinen Besuch auf dem Fliericher Adventsmarkt angekündigt hatte. Begleitet wurde er von Knecht Ruprecht. Angst mussten die Kinder nicht haben, denn beide verteilten Stutenkerle. © Liesegang Markus

Nach der Corona-Zwangspause konnte in diesem Jahr der Adventsmarkt in Flierich endlich wieder stattfinden. Darüber freuten sich nicht nur die Organisatoren vom Heimatverein Kerspel Fle-ik, sondern auch die Besucher, die zu hunderten auf den Platz vor dem Backhaus strömten und den Budenzauber genossen.

Bönen – Alles wie gehabt auf dem Fliericher Adventsmarkt? Selbstgemachtes Schönes für zuhause und dazu selbst Gebackenes und Gegrilltes zu leckeren Glühwein, Winterbier oder Punsch aus Fliericher Äpfeln in geselliger Runde. Naja, fast. Die Hunderte Besucher im Laufe des Tages waren zum größten Teil Stammgäste aus Bönen und Umgebung. Der Aufbau des Marktes war aber neu wie auch die Besetzung einiger der 15 Stände.

Den Weg vom Kirchplatz auf den Platz vor dem Backhuis versperrte ein Blumenkübel. Geleitet wurden die Besucher durch „Arkaden“ vorbei an der Ausgabe der Knusperhäuschen, zugleich Waffelbackstube im Souterrain des Gemeindehauses. Nach dem überdachten Gang vorbei an Holzkrippen, genähten Taschen, Kissen und Stofftieren eröffnete sich das gewohnte Bild eines wuseligen Treibens vor dem historischen Fachwerk der Backstube.

Offensichtlich war zudem die Verjüngung hinter der Auslage der einzelnen Stände. Am Eingang zur Kamener Straße hin standen nicht nur Bernd Speckenwirth und Britta Vogelsang, sondern auch Tochter Christin mit Mann Patrick Knipping. Ihr Debüt am Alten Backhaus feierten zudem Julia und Marcel Schmidt an Kasse und Fritteuse.

„Stände fehlen nicht“, bestätigte Marko Richter, Kassierer des Heimatvereins Kerspell Fle-ik, „aber die Besetzung ist teils neu.“ Corona habe einige dazu bewegt aufzuhören, ergänzte Vereinsvorsitzende Heike Kleineweischede. „Wir konnten einige junge Leute, die ins Dorf gezogen sind, motivieren, mitzuhelfen. Sie lernen so auch das Gemeinschaftsgefühl kennen.“ Eine Verjüngung im Verein sei wünschenswert und angesagt.

Vorsitzende des Heimatvereins Kerpell Fle-ik, Heike Kleineweischede
Freute sich über ein „volles Haus“ beim Adventsmarkt: die Vorsitzende des Heimatvereins, Heike Kleineweischede. © Liesegang Markus

„Scheu braucht auch niemand zu haben. Wir lernen doch an und begleiten.“ Wilko Hücking und Sven Rüter zum Beispiel lernten backen. Die beiden sind Nachfolger von Hans Rau und Karl Wegener, standen die Nacht über am Backofen. „Wir haben auch ein neues Haferflockenbrot im Angebot“, so Kleineweischede. Ausgegeben wurde das wie der Bauernstuten an der Tür des Backhauses. „Aus reiner Vorsicht. Zum Schutz der Helfer und der Besucher haben wir beschlossen, alles ins Freie zu verlagern.“ Sich aufzuwärmen war aber bei eher frühlingshaften Temperaturen am Samstagnachmittag auch gar nicht nötig.

Alle hätten den Markt vermisst, meint Richter. Das Budendorf war zuletzt 2019 aufgebaut worden. „Die Sehnsucht war groß. Im vergangenen Jahr mussten wir ja kurzfristig noch absagen“, blickte Richter zurück. Der Adventsmarkt mit dem ganzen Vorlauf, der Bastelei und Backerei sei wichtig für ein intaktes Vereinsleben. „Wir haben dabei soviel Spaß“, unterstrich Kleineweischede.

Neue Ideen kommen den Flierichern beim Basteln ebenfalls. Eine davon ist Upcycling. Das Eichenholz eines alten Stalls vom Hof Disselhoff findet unter anderem Verwertung in Adventsgestecken. „Zum Beispiel diese Häuschen dort sind aus dem Holz.“ Dann bekam der Verein ein altes Eiserkucheneisen geschenkt mit dem Kommentar: „Machen sie was draus.“ Gesagt, getan. Tannengrün und Wichtel und schon ist‘s ein originelles Stehrümchen.

Der Evangelische Posaunenchor Flierich  unter der Leitung von Cornelia Röhr spielt im Gemeindehaus
Der Evangelische Posaunenchor Flierich unter der Leitung von Cornelia Röhr (hinten rechts) sorgte vom Gemeindehaus aus für weihnachtliche Stimmung auf dem Platz vor dem Backhaus. © Liesegang Markus

Fündig werden auf dem Fliericher Adventsmarkt nicht nur die Großen, die Schmuck für die Vorweihnachtszeit suchen und finden. Der fünfjährige Jaro Liermann suchte sich am Holzspielzeugstand von Barbara Plümpe gleich zwei Landschaften aus, die Lummerland ähneln. „Er hat zuhause eine Märklin-Eisenbahn. Die Landschaften seien neu im Angebot, so die Verkäuferin, wie so einiges. Plümpe nutzte die Auszeit, um ihr Angebot auszubauen.

Für die musikalische Adventsstimmung sorgte der Evangelische Posaunenchor Flierich unter der Leitung von Cornelia Röhr.

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