Identität des oder der Toten ungeklärt

Feuerwehr birgt Leichnam nach Dachstuhlbrand in Bönen

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Mitglieder der Bönener Feuerwehr bereiteten die Bergung der Leiche eines Mannes aus dem ausgebrannten Dachstuhles des Hauses an der Bahnhofstraße vor.

[Update 12 Uhr] Bönen - Stundenlang waren die Bönener Feuerwehr und Mitglieder weiterer Löschzüge aus Kamen, Unna und Hamm am Samstag damit beschäftigt, den brennenden Dachstuhl eines Gebäudekomplexes an der Bahnhofstraße zu löschen. Nach Abschluss der Löscharbeiten machten die Retter dann gegen 18.30 Uhr eine schreckliche Entdeckung: In dem völlig ausgebrannten Spitzboden fanden sie die Leiche eines Mannes.

Dies wurde erst gegen Mitternacht bekannt. Ob es sich bei dem Toten um den Bewohner der Dachgeschosswohnung des Hauses Nummer 27 handelt, teilte die Polizei am Samstag noch nicht mit. Erst im Laufe des Montages sollen weitere Details zum Brand, zur Brandursache und zu dem Verstorbenen bekannt gegeben werden. 

Dieser wurde am Samstagvormittag mithilfe einer Drehleiter von den Bönener Einsatzkräften aus dem verbrannten Dachstuhl geborgen. Die Leiche wurde anschließend zur Untersuchung in die Gerichtsmedizin gebracht. Erst die weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizei sollen Aufschluss darüber liefern, um wen es sich bei dem Toten handelt, ob er bei dem Feuer ums Leben kam oder vielleicht schon vor dem Brand gestorben ist. 

Darüber könnte eine Untersuchung der Lungen auf Rauchrückstände Aufschluss geben. Auch konnte die Polizei noch nicht ausschließen, dass es sich um Mord oder Selbstmord gehandelt haben könnte. Sichtlich betroffen waren die Feuerwehrleute, die am Sonntagmorgen zum Haus Nummer 27 an der Bahnhofstraße zurückkehrten, um gemeinsam mit der Polizei die Leiche zu bergen. 

„Wir haben alle Wohnungen durchsucht und dafür gesorgt, dass die Bewohner unverletzt das Haus verlassen können“, berichtet Feuerwehrsprecher Uwe Hasche. „Dass über der Dachgeschosswohnung noch eine Wohnung im Spitzboden war, war zunächst nicht ersichtlich. 

Leichenfund nach Dachstuhlbrand in Bönen

Der Dachstuhl stand bereits in Flammen und ein Zugang war nicht mehr möglich.“ Die Retter haben die Leiche auf einem Sofa in der winzigen Wohnung im Spitzboden gefunden. Ob es sich um den Wohnungsinhaber handelt, konnte die Polizei zunächst nicht feststellen, weil der Tote bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ist. 

Nach Aussage der Nachbarn war der Mann seit zwei Wochen nicht mehr gesehen worden. In der Gerichtsmedizin soll die Identität des Mannes unter anderem anhand des Zahnschemas festgestellt werden.

So verliefen die Löscharbeiten

Als der Brandalarm bei der Einsatzleitstelle des Kreises gegen 14.14 Uhr am Samstagnachmittag einging, quoll dichter Rauch aus dem Dach des Hauses. Nachdem die Bönener Feuerwehrleute wenige Minuten später dort eintrafen, schlugen bereits hohe Flammen aus dem Gebäude, sodass die Bönener Kräfte umgehend Verstärkung aus den Nachbarorten anforderten. 

Insbesondere zusätzliche Drehleitern waren nötig, da die Löscharbeiten von mehreren Seiten von außen erfolgen sollten. Auch das DRK Bönen, ein Notarzt und die Polizei waren vor Ort. Die Löscharbeiten liefen schnell an, zunächst von der Bahnhofstraße, dann außerdem von der Adalbertstraße aus. Ausgebrochen war das Feuer zwar offenbar im Spitzboden des Hauses Nummer 27, schnell hat es aber ebenso die beiden Nachbargebäude erfasst. 

Die Feuerwehrleute konnten zunächst vom Treppenhaus keinen direkten Zugang zu den Böden finden. Zwischenzeitlich hatte der beim Kreis angesiedelte Fernmeldedienst die Einsatzleitung mit dem sogenannten Einsatzleitwagen 2 übernommen. Dabei handelt es sich quasi um eine mobile Leitstelle. Ein Großteil des Brandes war nach rund einer Stunde bekämpft, Schwelbrände und Glutnester machten den Einsatzkräften aber weiter zu schaffen. Um auch an versteckte Glutnester heranzukommen und diese abzulöschen, wurden ganze Teile der Dachflächen geöffnet, die Ziegel abgenommen. 

Haus nicht mehr bewohnbar

Die Kräfte von außerhalb wurden dann zuerst entlassen, die Drehleitern abgezogen. Die Bahnhofstraße war während der Lösch- und Aufräumarbeiten in diesem Bereich komplett gesperrt, ebenso Teile des Marktplatzes. Weiterhin gesperrt ist der mit Dachziegeln übersäte Bürgersteig vor den betroffenen Gebäuden. Wie Uwe Hasche berichtete, konnten die Bewohner der beiden Nachbarhäuser am Abend in ihre Wohnungen zurückkehren. 

Haus Nummer 27 ist hingegen wegen der Brand- und Löschwasserschäden vorerst nicht bewohnbar, der Strom wurde dort abgeschaltet. Die Bewohner sind aber nach Auskunft des Ordnungsamtes der Gemeinde allesamt bei Familie und/oder Freunden untergekommen. Wie viele Menschen in den drei Hausern wohnen, gab die Polizei noch nicht bekannt. Es sind aber wohl, nicht alle Dachgeschosswohnungen des betroffenen Komplexes bewohnt.

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