Coronaschutzverordnung

Große Trauerfeier auf dem Friedhof Altenbögge sorgt für Irritation bei Anwohnern

Autos auf der Friedhofstraße
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Ein ungewöhnlicher Anblick im Lockdown: Zugeparkt war die Friedhofstraße am Dienstagmittag, weil zahlreiche Besucher an einer Trauerfeier teilnahmen.

Bönen – Eine große Trauerfeier auf dem Altenbögger Friedhof sorgte am Dienstagmittag für Irritation bei den Anwohnern. Ist das erlaubt im Lockdown? Grundsätzlich ja, sagt die Gemeinde. Sie hatte die Genehmigung erteilt.

Hochbetrieb herrschte am Dienstagmittag auf der Friedhofstraße. Die war mit unzähligen Autos und Kleinbussen zugeparkt, sodass sich zeitweilig Staus bildeten, weil der Verkehr kaum noch durchkam. Der Grund: Auf dem Kommunalfriedhof Altenbögge hatten sich rund 80 bis 100 teilweise auswärtige Trauergäste vor der Trauerhalle versammelt. Eine Nachfrage im Bönener Rathaus ergab: Wir befinden uns zwar im Lockdown, aber eine Beschränkung der Teilnehmer bei Beerdigungen gebe es nicht.

Anwohner hatten verwundert beobachtet, dass ein Fahrzeug nach dem anderen anhielt und Trauergäste zum Friedhof strebten. Vor der Trauerhalle hatten sich die Teilnehmer für ein Trauergebet für den Verstorbenen versammelt, der allerdings nicht auf dem Bönener Friedhof beigesetzt wird.

Gemeinde hält sich an aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW

Die Zahl der Teilnehmer an einer Beerdigung oder Trauerfeier unter freiem Himmel sei nicht begrenzt, teilt der zuständige Fachbereichsleiter der Gemeinde, Jörg-Andreas Otte, auf Nachfrage des WA mit. „Die Gemeinde hält sich an die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW und hat keine besondere Regelung über die Teilnehmerzahlen bei Beerdigungen getroffen.“ Also gibt es demnach grundsätzlich in Bönen keine Grenze nach oben bei der Zahl der Teilnehmer bei Beerdigungen.

Das war im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 anders. Da hatte es zunächst eine harte Begrenzung auf zehn Teilnehmer gegeben, sodass manche Familien schweren Herzens entscheiden mussten, wer von den nächsten Angehörigen den Verstorbenen auf seinem letzten Weg begleiten darf und wer nicht. Später waren die Vorgaben gelockert worden und zuletzt war die Höchstgrenze für Beerdigungen auf maximal 150 Personen heraufgesetzt worden. Im aktuellen Lockdown gibt es nun gar keine Begrenzung mehr in der Coronaschutzverordnung des Landes.

Für die große Trauerfeier am Dienstagmittag auf dem Altenbögger Friedhof hatte der verantwortliche auswärtige Bestatter eine Genehmigung bei der Gemeinde eingeholt und auch erhalten – unter der Voraussetzung, dass die Teilnehmer Alltagsmasken tragen und Abstand halten.

Keine Begrenzung bei Beerdigungen, nur Hamm hat eine strengere Verordnung

Der Städte- und Gemeindebund NRW dagegen empfiehlt eine grundsätzliche Beschränkung der Teilnehmer bei einer Beerdigung auf maximal 30 Personen. Der Kreis Unna hat jedoch keine abweichende, einschränkende Allgemeinverfügung erlassen, bestätigt eine Sprecherin des Kreises Unna.

Im benachbarten Hamm ist das anders. Die Stadt hatte aufgrund der anhaltend hohen Inzidenzzahlen in der Vergangenheit und nach Erfahrungen mit großen Beerdigungen die Zahl der Teilnehmer an Beerdigungen auf 25 Personen (Kinder bis 14 Jahren zählen nicht) begrenzt.

Örtliche Bestatter üben sich in Selbstbeschränkung

In Bönen haben sich die beiden Bestattungsunternehmen Hille und Schulte zusammen mit den Pastören der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden auf eine freiwillige Selbstbeschränkung geeinigt, um die Infektionsgefahr mit dem Codid-19-Virus so gering wie möglich zu halten. In der Trauerhalle auf dem Friedhof Altenbögge finden gemäß den Coronaschutzauflagen aktuell zehn Personen Platz, an der Beisetzung unter freiem Himmel dürfen maximal 30 Trauergäste teilnehmen.

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