Grillen ohne Grenzen: Matthias Pelz kultiviert das "Brutzeln"

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Matthias Pelz in seinem Element: Seine Freizeit verbringt der 27-jährige Krankenpfleger gerne draußen am Grill. Inzwischen besitzt er mehrere davon und probiert immer wieder neue Rezepte aus. 

Bönen - Grillen ist schwer angesagt. Einfach Würstchen auf den Rost legen, fertig – das war gestern. Inzwischen sind die Grilltechniken ausgefeilter und das angebotene Equipment nahezu unüberschaubar. Und statt Nackensteak heißen die Herausforderungen „Pulled Pork“, „Bacon Bomb“ oder „Chicken on a Bottle“. Einer, der sich auskennt mit den neuesten Barbecue-Trends und das Grillen fast schon professionell betreibt, ist der Bönener Matthias Pelz.

Wir treffen uns im Garten seines Elternhauses an der Bahnhofstraße. Es ist 10 Uhr morgens – eigentlich nicht die Zeit, um den Grill anzuwerfen. Aber grau ist alle Theorie. Und über das Grillen zu reden, ohne dass etwas auf dem Rost brutzelt, geht eigentlich gar nicht. „Ich hab da mal eine Kleinigkeit vorbereitet“, grinst Matthias Pelz und führt mich zu einem Gartenhaus, wo sich seine Freunde gerne um den großen Tisch versammeln. Klar, denn hier wird nicht nur ein kühles Bier gereicht, sondern immer auch Köstliches vom Grill. Der Mann muss viele Freunde haben... 

Vor dem Gartenhaus steht bereits ein Teil seiner „Grill-Kollektion“ versammelt: ein großer Kugelgrill, ein riesiger Gasgrill und ein Smoker. Für den kleinen Hunger zwischendurch hat er Chicken Wings vorbereitet. Die müssen jetzt auf den Gasgrill, weil das schneller geht als mit Holzkohle. Er verteilt die gewürzten Hähnchenflügel auf dem oberen Rost, schiebt eine Auflaufform mit Grillgemüse auf den unteren, rechts und links davon lodern zwei Feuerreihen. Deckel zu. 

Jetzt haben wir Zeit über sein Hobby zu reden. Angefangen hat der Spaß am Brutzeln über glühender Holzkohle vor etwa zehn Jahren. „Da hat mein Vater sich einen Kugelgrill gekauft“, erinnert sich der 27-Jährige. Er entdeckte, was man damit alles machen kann und fand Spaß an der Sache. 

Alles ist möglich: Von Pizza bis Kuchen backen

„Von Pizza bis Kuchen backen ist eigentlich alles möglich.“ Vorteil des Kugelgrills sei der Deckel, der die Hitze einfängt und durch das Umluftprinzip ähnlich wie in einem Backofen auch indirektes Garen möglich macht, erklärt er. Damit erschließen sich ganz andere Möglichkeiten – sozusagen Grillen ohne Grenzen.

„Aber es muss gar nicht immer das teuerste Modell sein“, sagt der begeisterte Grill-Fan. Er kennt sich aus, denn er besitzt mittlerweile mehrere Exemplare. Sein erster Grill für den Balkon war ein kleiner Kugelgrill. „Ich hab mir von meinem Vater ein Grillbuch geliehen und alles mögliche ausprobiert“, erzählt er. 

„Außerdem gibt es im Internet tausende Foren und auf You Tube mittlerweile unzählige Filme zum Thema Barbecue. Da kann man Schritt für Schritt lernen wie es gemacht wird und bekommt viele nützliche Tipps.“ Matthias Pelz machte sich ans Werk und grillte sich durch die Rezepte für „Bacon Bomb“, Rippchen oder Schweinshaxen. 

Zeit, zwischendurch mal einen Blick auf den Gasgrill mit den Hähnchenflügeln zu werfen: Die haben inzwischen eine goldbraune Farbe angenommen und duften schon köstlich, brauchen aber noch ein bisschen. 

„Irgendwann habe ich mich dann an „Pulled Pork“ herangewagt“ erzählt Matthias Pelz. „Bis die Schweinenackenstücke gar sind, kann es zehn bis 24 Stunden dauern. Da merkte ich schnell, dass ich mit meinem Kugelgrill an Grenzen stoße. Da brauchst du einen richtigen Smoker.“ 

Seinen "Ugly Drum Smoker" hat Matthias Pelz selbst gebaut.

Also hat er sich einen „Ugly Drum Smoker“ selbst gebaut – aus einer alten Tonne und der Stahltrommel einer alten Waschmaschine für die Holzkohle. Ein Gebläse sorgt für den nötigen Durchzug. „Die Tonne habe ich bei einer Firma im Bönener Industriegebiet erstanden.“ Bei gleichbleibend niedriger Temperatur wird das Fleisch über viele Stunden gegart und bekommt seine typisch rauchige Note, bis die mürben Fleischfasern auseinandergezogen werden können. „Das schmeckt wunderbar zum Beispiel als Burger.“ 

Eines ist klar: Matthias Pelz ist kein Vegetarier. „Aber auch für Vegetarier gibt es zahlreiche Grillrezepte wie Ratatouille, gefüllte Champignons oder Grillgemüse.“

A propos Grillgemüse: Was tut sich zwischenzeitlich auf dem Grill? Matthias Pelz riskiert einen Blick und ist zufrieden. Die Chicken Wings sehen sehr appetitlich aus und duften auch so. Aber es fehlt noch das Finish. Er träufelt Ahornsirup über die Flügel. „Das karamellisiert und gibt dem herzhaften Fleisch eine feine Süße.“ Über dem Grillgemüse verteilt er noch Hirtenkäse. „Eine Viertelstunde, dann ist alles fertig.“ 

Die Qualität ist entscheidend: Gute Zutaten, gute Ergebnisse

Mit dem Gasgrill, ging das jetzt flott. Aber ist das überhaupt richtiges Grillen? „Real men use Charcoal“ lautet ein Satz in der Szene: „Echte Männer benutzen Holzkohle“. „Kommt darauf an, was man machen will“, findet Matthias Pelz. Alles habe seine Berechtigung. Am Gasgrill nehmen übrigens auch immer mehr Frauen die Grillzange in die Hand. 

„Entscheidend ist die Qualität der Lebensmittel. Wenn man Wert auf gutes Essen legt, sollte man qualitativ hochwertiges Fleisch kaufen“, rät der Bönener. „Man braucht keinen teuren Grill, um billige Discounter-Wurst draufzulegen. Es muss nicht jeden Tag ein Steak sein, aber wenn es Fleisch sein soll, dann sollte man auf gute Qualität achten. Da weiß man, wo es herkommt. Gute Zutaten, gute Ergebnisse.“ 

Schnell gemacht: Grillgemüse mit Hirtenkäse und Hähnchenflügel.

Das ist das Stichwort: Die Hähnchenflügel sind fertig und auch das Grillgemüse. Wir probieren an Ort und Stelle – und es schmeckt köstlich! „Das ging doch jetzt schnell, kein großer Aufwand“, findet Matthias Pelz nach 45 Minuten. 

Bevor der Intensivpfleger zum Dienst ins Krankenhaus muss, füllt er noch eine Portion in eine Plastikschüssel. Sein Pausenproviant. 

Wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind – holen Sie den Grill raus! Das Wetter wird gut am Wochenende. Vielleicht probieren Sie ja mal was Neues aus oder schicken uns Ihr Lieblingsrezept.

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