Teurer Wasserschaden

Goethe-Turnhalle in Bönen noch bis Oktober gesperrt - Fragen zur Ursache bleiben offen

Sporthalle Bönen Wasserschaden Trocknungsgeräte
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So wird die Halle trocken. Durch die Schläuche im Raster der Bohrungen gelangt heiße Luft unter den Sportboden, Wasser wird aufgenommen und kondensiert.

Der Wasserschaden an der Goethe-Halle wird teuer für die Gemeinde Bönen. Die Ursache ist unklar. Jetzt soll ein Frühwarnsystem helfen.

Bönen – Die Sanierung des Wasserschadens an der Goethe-Turnhalle wird die Gemeinde nach gutachterlicher Einschätzung 173 000 Euro kosten und sich bis in den Oktober erstrecken. Entgegen erster Befürchtungen ist nicht die gesamte Dreifachhalle, sondern im Wesentlichen der Schwingboden im vorderen Drittel betroffen, wo sich das Schadensbild auch in den Sanitärräumen und am Schießstand zeigt.

Noch bis Ende Juli soll die maschinelle Trocknung laufen, anschließend der Wiederaufbau des Sportbodens und der eingerissenen Trockenbauwände folgen. Trotz der nun vorliegenden Expertise bleiben aber Fragen zur Ursache unbeantwortet. Am gravierendsten ist die nach möglichen Rissen.

Zur Trocknung des Hallenbodens schaffte die zuständige Firma jede Menge Material an.

Das ist die Kurzfassung des Berichts, den der Fachbereichsleiter Bauen, Robert Eisler, am Donnerstagabend auf Antrag der Grünen dem Gemeinderat gab. Dabei betonte er, dass die Verwaltung sogleich die Goetheschule, die TuS Bönen und den Gemeindesportverband über die Entwicklung informiert habe, wie es nach dem Unmut über den hinhaltenden Umgang mit den Betroffenen in einem klärenden Gespräch mit Bürgermeister Stephan Rotering vereinbart wurde.

So begnügte sich die Politik mit der Feststellung, dass die Kommunikation nun in den Bahnen laufe, die sie gleich hätte nehmen sollen (Friedhelm Lange, Grüne) und der Einlassung, dass man die Fraktionen auf dem Laufenden halten möge, ohne dass dies beantragt werden muss (Dirk Lampersbach, SPD).

Kein Versicherungsanspruch

Unkommentiert nahm der Rat zur Kenntnis, dass die Fragen der Kollegen Ralf Kappelhoff (FDP) und Thomas Köster (SPD) zur Versicherung, Haftung oder persönlicher Schuld keine andere Aussage nach sich zogen, als Robert Eisler sie schon gemacht hatte: Die Gewährleistung der Baufirmen sei abgelaufen, ein Versicherungsanspruch nicht gegeben und persönliche Haftung weder klar auszumachen noch genauer zu belegen.

Dass der Ausfall der Pumpen für das Trockenhalten der Bodenplatte durch Korrosionsschäden eine wesentliche Rolle spielt, ist nunmehr klar benannt. Eisler wiederholte aber, dass sich heute nicht mehr nachvollziehen ließe, warum die installierte Alarmsicherung ins Leere gelaufen ist. Erst als im Februar Wasser in den Fluren stand und im Fahrstuhlschacht ausgemacht wurde, war aufgefallen, dass die Pumpen vom System abgerissen waren.

„Der Alarm ist nun auf den Computer des Hausmeisters aufgeschaltet. Der Gutachter empfiehlt, ihn auch auf die Diensthandys zu legen, damit am Wochenende nichts passieren kann“, so Eisler. Dafür gebe es noch keine technischer Voraussetzungen. Aus den Gesprächen wurde aber deutlich, dass die Gemeinde bei anderen wichtigen Pumpen in der Verantwortung des Bauhofes so verfährt.

Grundwasserpegel steigt

Neben den Pumpen gilt der Umstand als Ursache, dass an Eingängen im Schadensbereich die äußere Abdichtung von Beton und Estrich nicht bis auf den letzten Zentimeter zur Schwellen erfolgt und daher Regenwasser zwischen die Schichten gelaufen ist. Bei einem extremen Guss oder dadurch, dass die Schmelze der ungewohnten Schneemengen im Februar den Ablauf ins Entwässerungssystem erschwert hat.

Eine Abfrage der Grundwasserstände hat laut Gutachten ergeben, dass die Pegel – trotz der zunehmenden Trockenheitsphänomene der vergangenen Jahre – zumindest im Umfeld Turnhalle steigen. „Wir liegen jetzt bei 66,8 Meter über Normalnull und damit genau auf dem Niveau der Bodenplatte“, erläuterte Eisler. Da stelle sich die Frage nach Undichtigkeiten zwischen Platte und Außenwänden oder etwaigen Rissen im Betonboden. „Das lässt sich aber ohne Zerstörung nicht klären. Wir müssten die Halle aufschachten.“

Hallenplanung

Die Bekanntgabe der Sanierungsperspektive war für den Vorsitzenden des Gemeindesportverbandes, Dirk Presch, das Startzeichen, mit den angeschlossenen Vereinen das Konzept für die übergangsweise Aufnahme der TuS-Gruppen an anderen Turnhallen auf eine Verlängerung bis zu den Herbstferien abzuklopfen. Der Ausweichplan ist zunächst bis nach den Sommerferien aufgelegt. Nun muss geschaut werden, wie die Hallenstunden noch passen, wenn zum Herbst mehr Aktivitäten von draußen nach drinnen verlegt werden. Die Hilfsbereitschaft sei ungebrochen, so Presch. Er will auch an dem Zyklus festhalten, im September nach den Bedarfen der Sportler die Zeiten für die Hallensaison festzulegen. Der Plan soll dann greifen, sobald die Goethehalle saniert und alles wieder beim Alten ist. Die Goetheschule wird anstelle von Turnstunden nach den Ferien verstärkt Schwimmunterricht anbieten. Das sei angesichts steigender Nichtschwimmerzahlen sogar willkommen, sagte Eisler. Mit den anderen Schulen und den GSW werde nach zusätzlichen Kapazitäten dafür geschaut.

Diesen Aufwand will die Gemeinde sich ersparen und setzt dagegen auf das Frühwarnsystem, dass ihr der Gutachter ans Herz legt: „Wir wollen 40 Wassersensoren installieren, damit wir frühzeitig reagieren können, falls wieder etwas auftritt“, so der Fachbereichsleiter. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, ließe sich mittels der Fühler genauer bestimmen, wo Undichtigkeiten zu suchen sind.

In vorherigen Einschätzungen war schon die Rede davon, dass in dem am ärgsten betroffenen Drittel Teile der Holzkonstruktion für den Sportboden erneuert werden müssen. Der Kunststoffbelag soll dort neu verlegt und mit dem verbleibenden verklebt werden. Vor der Inbetriebnahme wird mit einer Raumluftmessung kontrolliert, ob mit der Sanierung die Verbreitung von Schimmelsporen beseitigt worden ist.

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