Grundschulen feiern siebenmal Schulstart der Erstklässler

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Im Forum statt in der Turnhalle fanden und finden die Einschulungen in der Hellwegschule für jede Klasse einzeln statt.

Bönen – Dort ein Abschiedsküsschen, da eine Umarmung, hier ein aufmunternder Klaps. Bevor die i-Männchen nach der Einschulungsfeier in den beiden Bönener Schulen zu ihrer allerersten Stunde in ihre Klassenräume gingen, holten sich einige bei ihren Eltern noch einmal Selbstvertrauen für diesen großen Schritt im Leben.

Alles so wie immer also? Nicht ganz, denn es am Donnerstag fand schließlich die erste Einschulung in Bönen unter Corona-Bedingungen statt. Und deshalb begrüßten die Goethe- und die Hellwegschule in diesem Jahr zusammen gleich siebenmal ihre neuen Erstklässler.

Lange Zeit war unklar, ob Einschulungsfeiern wegen der Hygienevorschriften überhaupt abgehalten werden dürfen. Als das grüne Licht aus Düsseldorf kam, machten sich die Kollegien an die Planung, um den Kindern einen schönen und dem Anlass würdigen ersten Tag zu bieten.

Einschulung in Bönen 2020 

Forum statt Turnhalle: "Schöne Atmosphäre"

„Das ist anders als gewohnt, aber für alle ein besonders wichtiger Tag“, begrüßte Antje Anbring-Keiter, Leiterin der Hellwegschule, als Erstes die neue 1b im Forum anstatt wie sonst alle zusammen in der Turnhalle. „Das war sehr angenehm mit so einer kleinen Gruppe. Das war eine schöne Atmosphäre“, sagte sie. „Letztlich war es jetzt gar nicht so anders wie in den anderen Jahren“, meinte Annegret Berg, die Leiterin der Goetheschule. Und aufgeregt waren wie immer fast alle. „Auch die Klassenlehrer, obwohl sie das schön öfter mitgemacht haben“, versicherte Berg den Anwesenden.

Die Veranstaltungen zogen sich diesmal über den ganzen Schultag: Die Goetheschule feierte dreimal Einschulung mit 25/26 Kindern pro Klasse, die Hellwegschule mit ihren 92 i-Männchen am Donnerstag und auch noch am heutigen Freitag. Ansonsten war der Einlass neben den reduzierten Gruppengrößen vielleicht schon der größte Unterschied zu früher. Im Bönener Osten empfingen Lehrer die Schüler und Eltern an den Toren, wo jeder einen Sprühstoß aus der Desinfektionsmittelflasche auf die Hände erhielt. Ähnlich an der Goetheschule, nur dass sich dort erst am Eingang ins Gebäude eine Schlange bildete, bis alle das Hygiene-Prozedere erledigt hatten.

Die Goetheschule heißt ihre neue Schüler mit einer schick gestalteten Tafel willkommen.

Partnerklassen erzählen Geschichten

In den Foren der Schulen war für jede Familie – diesmal nur zwei Begleiter – ein Tisch aufgebaut, mit coronatauglichem Abstand zueinander. Dadurch konnten alle aber immerhin ihre Masken absetzen, solange sie auf ihrem Platz blieben.

Nach den kurzen Ansprachen der Rektorinnen waren die jeweiligen Partnerklassen an der Reihe. Ein Teil der 3a erzählte an der Hellwegschule von der Buchstabenhexe und verteilte im Anschluss an jedes Kind einen bemalten Stein mit einem Buchstaben darauf. „Das ist ein Nachteil, dass sich nicht so viele Kinder der anderen Klassen beteiligen können. Wir haben bewusst kleine Gruppen gewählt“, sagte Anbring-Keiter. Auch gesungen werden durfte diesmal nicht. Lehrer lasen die Geschichte von Mats und seiner Mission Schulstart vor, der sich in eine „unbekannte Galaxie Schule“ vorwagt. Die Bilder dazu wurden auf eine Leinwand projiziert. An der Goetheschule trugen die Paten aus den vierten Klassen ebenfalls eine Geschichte vor, die Bildern dazu leuchteten im Forum auf. „Sie heißen euch willkommen und sind immer für euch da“, sagte Berg über die Paten.

In der Goetheschule erteilten die Pfarrer Thomas Melloh und Benno Heimbrodt den Kindern den Segen.

Statt Gottesdienst: Pfarrer besuchen die Schulen

Die Gottesdienste, in denen die Kinder ihren Segen für eine gute Schulzeit erhalten, mussten diesmal ausfallen, weil in den Kirchen der Raum fehlt, um mit allen die Abstandsregeln einzuhalten. Deshalb kamen die Pfarrer in die Schulen. Joachim Zierke, der selber vor 50 Jahren eingeschult wurde, übergab den Erstklässlern der Hellwegschule aus der Entfernung einen symbolischen Bindfaden als Verbindung zu Gott und den Eltern. In der Goetheschule versicherten Pfarrer Thomas Melloh und Benno Heimbrodt, dass „die Schule bald euer Zuhause wird“.

Als sich die Erstklässler in ihre Klassen aufmachten, eröffnete Berg im Innenhof das Kuchenbüfett, für das extra ein Caterer besorgt worden war. „Man konnte einen persönlichen Kontakt mit den Eltern herstellen“, sah die Leiterin in den kleineren Gruppen durch die verschiedenen Einschulungszeitpunkte auch einen Vorteil: „Nicht nur wir fanden es positiv, wir haben auch ganz viele positive Rückmeldungen von den Eltern erhalten.“

Mit Maske gingen die i-Männchen zu ihren Klassenräumen. Dort durften sie den Stoff wieder absetzen.

Eltern müssen (kurz) drinnen bleiben

An der Hellwegschule gab es Berliner für die tapferen Eltern, die ihre Sprösslinge mit einem Countdown nach Vorbild von Raumfahrer Mats verabschiedeten. Sie mussten allerdings zunächst noch im Forum verweilen. Denn draußen tobten in der großen Pause gerade die anderen Grundschüler auf dem Hof. So erfuhr Anbring-Keiter aber von den Eltern, dass die Feier gut angekommen sei.

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