„Extrazeit“ soll Lücken schließen

Bönener Goetheschüler holen in den Ferien Lernstoff nach 

Extrazeit zum Lernen in der Bönener Goetheschule
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Zweitklässler Mika Owczarek ist ganz froh, in den Herbstferien in der Bönener Goetheschule lernen zu können. Schließlich bekommt er dort gute Unterstützung.

Es ist ruhig im Klassenzimmer, deutlich ruhiger als sonst im Unterricht. Schließlich sitzen aber auch nur acht Kinder mit viel Abstand im Raum. Sie lösen konzentriert die Aufgaben in ihrem Übungsheft. Jetzt in den Herbstferien bekommen sie an der Bönener Goetheschule eine Woche lang „Extrazeit zum Lernen“. Mit dem vom Land geförderten Angebot sollen die Mädchen und Jungen aufholen, was in der Pandemiezeit zu kurz gekommen ist.

Eigentlich wäre Meyra Gökce lieber bei ihrer kleinen Katze zu Hause, dennoch knobelt die Siebenjährige fleißig über ihren Rechenaufgaben. Im vergangenen Schuljahr, ihrem ersten, fand der Unterricht oft auf Distanz statt, die Ferien wurden verlängert. Nun hat die Zweitklässlerin ein paar Lücken, vor allem in den Fächern Mathematik und Deutsch. „Beides ist schwer“, stellt das Mädchen fest. Ihr hilft die persönliche Förderung dabei, die vorhandenen Lücken zu schließen. Und so ist es auch bei den anderen 30 Schülern, aus den vier Jahrgängen, die an der „Extrazeit“ in der Grundschule teilnehmen. Die jeweiligen Klassenlehrer haben sich zuvor ein Bild von ihrem Wissensstand gemacht und bei Bedarf die Eltern angesprochen. Die meisten waren dankbar für die Unterstützung, die ihre Kinder in den Ferien erhalten und haben sie für das Angebot angemeldet. Welcher Stoff dort behandelt wird, haben die Klassenlehrer mit den eingesetzten Lehrkräften abgesprochen.

Von Montag bis Donnerstag, jeweils von 9 bis 12 Uhr, sitzen die Mädchen und Jungen jetzt im Unterricht. Betreut werden sie in kleinen Gruppen mit maximal acht Kindern, fünf Lehrkräfte haben sich dafür zur Verfügung gestellt. Kim Nienaber gehört dazu. Sie ist Referendarin an der Goetheschule und kümmert sich zurzeit um Meyra Gökce und die anderen Zweitklässler. „Manche Kinder haben zu Hause eine gute Einzelförderung bekommen, für andere war es ein bisschen schwieriger“, schildert sie. Die individuelle Förderung lasse sich in der kleinen Gruppe besonders gut umsetzen. Gemeinsam mit der angehenden Pädagogin betreut Katharina Meierhenrich die Gruppe aus dem zweiten Schuljahr. Sie ist Integrationskraft an der Goetheschule. „Einige der Jungen kenne ich schon aus dem normalen Unterricht. Sie haben sich gewünscht, dass ich dabei bin“, erzählt sie. Und so meldete sich Kathrin Meierhenrich ebenfalls freiwillig für die „Extrazeit“.

Andere Schulen in der Gemeinde wollen dem Beispiel folgen

Mika Owczarek, einer ihrer Schützlinge, findet das richtig gut. „Hier kann man besser lernen, weil man Hilfe bekommt“, stellt der Siebenjährige fest. Außerdem sind seine Freunde aus der Klasse mit dabei. Und mit denen kann er in den Pausen toben. „Den Schulhof haben die Kinder ja ganz für sich“, erzählt Katharina Meierhenrich.

Die „Extrazeit“ soll ebenso in den anderen Bönener Schulen angeboten werden. Bis 31. Juli kommenden Jahres kann die Gemeinde dafür noch Mittel beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass die Schulen entsprechende Kriterien erfüllen müssen. Dazu gehören verbindliche Anmeldungen der Schüler, bestimmte Gruppengrößen und geeignetes Lehrpersonal. Das muss hingegen die Kommune beauftragen und außerdem 20 Prozent der Kosten aus der eigenen Kasse bezahlen.

Der Wille, den Schülern diese Möglichkeit zu geben, besteht aber auf beiden Seiten, wie kürzlich in der Sitzung des Schulausschusses deutlich wurde. Der Unterricht kann dabei gleichfalls an Nachmittagen oder Wochenenden stattfinden.

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