Für Bönen gibt es nur eine kleine Lösung beim Glasfasernetz 

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Bürgermeister Stephan Rotering, Helinet Geschäftsführer Ralf Schütte und GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl (von links) schauen sich die Karte der Gemeinde an. 

Bönen Es wäre eine riesige Chance für die Gemeinde gewesen, die Ortsteile Bönen und Altenbögge komplett mit Glasfaser zu versorgen, darin sind sich Bürgermeister Stephan Rotering, GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl und Helinet-Geschäftsführer Ralf Schütte einig. Dazu werde es aber in absehbarer Zeit nicht kommen, verkündeten sie Freitag im Bönener Rathaus.

Angestrebt wird jetzt eine kleine Lösung, bei der ein Teilgebiet mit dem Glasfaseranschluss versorgt werden soll. Wo das sein wird, muss noch ausgewertet werden, denn bisher lassen sich keine Schwerpunktzonen auf der Karte feststellen. 

„Wir haben unser Ziel, mindestens 40 Prozent der Bürger ins Boot zu holen, nicht erreicht“, stellte GSW-Chef Baudrexl klar. Die Kampagne für die Nachfragebündelung hatte bekanntlich nur 29 Prozent der Anwohner in den beiden zentralen Ortsteilen erreicht, die einen Vertrag für den direkten Glasfaseranschluss unterzeichnet haben. 

„Ein flächendeckendes Netz wäre deshalb aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu vertreten“, bestätigt Helinet-Chef Schütte. „Wir müssen jetzt versuchen, ein Teilprojekt zu verwirklichen, das finanziell vertretbar ist.“ Dennoch sehen sich die Gemeinschaftsstadtwerke als regionaler Versorger auch in der Pflicht, Infrastrukturgesichtspunkte bei den Planungen zu berücksichtigen, betonte Baudrexl.

„Aus Sicht der Gemeinde wäre ein flächendeckendes Glasfasernetz ein wichtiger Standortvorteil für die Zukunft gewesen, gerade für Menschen, die Job und Familie vereinbaren müssen und zu Hause arbeiten wollen“, bedauerte Bürgermeister Rotering. Aber die Alterstruktur der Bürger habe nicht unwesentlich das Ergebnis der Kampagne beeinflusst, vermutet er. „Viele ältere Menschen leben in Bönen, für die ein schnelles Internet offensichtlich kein Thema war.“ 

Keine Schwerpunkte auf der Karte abzulesen 

Jetzt müssen GSW und ihr Tochterunternehmen Helinet in die Detailarbeit gehen und die Ergebnisse im Hinblick auf die wirtschaftliche Machbarkeit auswerten. „Das Problem ist, dass keine Schwerpunkte auf der Karte erkennbar sind, wo besonders viele Verträge abgeschlossen wurden“, erläutert Schütte das Dilemma. „In 35 Straßen verzeichnen wir gar keine Nachfrage. Aber auch die sind leider gleichmäßig über das Gebiet verteilt.“ 

Jetzt werden die Fakten zunächst nach Kriterien wie Dichte des Wohnungsbestandes und Verlegeaufwand bei den Anschlüssen beurteilt. Im September rechnet Schütte mit einem Ergebnis. 

„Bis dahin können die Bürger natürlich weiterhin Verträge abschließen, die auch noch in die Planungen mit einfließen“, so der Hinweis von Ralf Schütte, dass der Helinet-Pavillon auf dem Gröblinghoff-Parkplatz als Anlaufstelle vor Ort weiterhin jeweils donnerstags von 14 bis 18.30 Uhr geöffnet ist. 

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