Süß und gefährlich

Giftige Früchtchen: Bei Birgit Mokross können Gärtner und Krimiautoren was lernen

Birgit Mokross im Garten
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Birgit Mokross hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Sie weiß genau, was genießbar ist und was nicht.

Manche Pflanzen blühen hübsch, einige riechen gut und nicht wenige produzieren essbare Früchte oder Gemüse. Allerdings können Pflanzen auch wehrhaft sein - mit Stacheln oder giftigen Stoffen. Deshalb gibt es Pflanzen, die an einem Ende richtig gut schmecken und am anderen Ende tödlich wirken können. Welche das sind, weiß die Lenningserin Birgit Mokross.

Bönen – Wer sich selbst aus dem Garten bedient, sollte ebenfalls wissen, was er da pflückt und zubereitet, denn die Folgen könnten fatal sein. Da lauert manches Früchtchen, das man kennen sollte.

Eigentlich hatte die VHS- Dozentin sich bestens vorbereitet. Mit Informationszetteln für die Teilnehmer, gründlicher Recherche und natürlich einer Ankündigung über die Volkshochschule. Obwohl ihre Kurse sonst ziemlich gut besucht sind, dieses Mal blieben die Interessenten aus. Einen erneuten Versuch soll es dennoch bald geben. Schließlich ist der Hochsommer eine risikoreiche Zeit, wenn Hobbygärtner mit der Ernte beginnen. Und gerade in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und der Erhalt von Saatgut unter Gartenbesitzern immer beliebter werden, können Selbstversorger in böse Fallen tappen.

Finger weg von Zucchini-Samen!

Ein gutes Beispiel dafür ist die Zucchini. Das robuste Gewächs aus der Familie der Kürbisse wächst hervorragend unter hiesigen Bedingungen. Wer aber die Samen sammelt und selbst wieder säht, riskiert sein Leben, weiß die Fachfrau. Und deshalb warnt Birgit Mokross davor, die Pflanze selbst zu ziehen, denn sie entwickelt Bitterstoffe, die toxisch sind.

Auch mit den Tomaten ist es nicht so einfach, wie es scheint. Gartenfreunde sollten warten, bis die Frucht rot ist. Grüne Tomaten sind unreif und damit giftig. Sie enthalten Alkaloid Solanin, was bei größeren Verzehrmengen zu Vergiftungserscheinungen führen kann.

Schwarze Tomaten sind eigentlich grün – und damit unreif und giftig.

Ein wenig komplizierter wird es, wenn die Sorte gar nicht den rotfarbigen zugerechnet wird. In Mokross’ Garten wachsen zum Beispiel auch schwarze Tomaten. Die sind auch noch „grün“ und ungenießbar, wenn sie von außen dunkel gefärbt sind. Wem das zu bunt ist, der sollte doch lieber auf Gemüse vom Markt setzen. Aber nicht alles, was giftig ist, wird gleich lebensgefährlich. Manches hat sogar eine Heilwirkung. Viele der heimischen Pflanzen wurden deshalb vor Jahrhunderten erfolgreich in der Medizin eingesetzt. So auch Tomaten, denen man magische Eigenschaften zusprach, wie die Lenningserein berichtet. Und zwar so magisch, dass es zeitweise Frauen verboten war, sie zu verzehren.

Der Zinnteller war schuld

Dass die Tomaten ausgerechnet wohlhabende Menschen dahinraffte, hatte aber nichts mit den Frauen zu tun, sondern mit den Zinntellern, auf denen sie serviert wurden. In der Verbindung mit der Säure der Tomaten, entstand eine gefährliche chemische Verbindung. Wohl dem, der nur einen einfachen Holzteller besaß!

Zu Vorsicht rät Birgit Mokross auch bei Kernen aus Obst. Sie zu sammeln und dem Müsli beizumengen, sei eine ganz schlechte Idee und könne zu Vergiftungen führen. Aprikosenkerne enthalten etwa Amygdalin, das im Körper giftige Blausäure abspaltet. Natürlich gelte aber auch hier der Satz des Gelehrten Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift“.

Birgit Mokross macht aber auch auf giftige Pflanzen aufmerksam, die essbaren zum Verwechseln ähnlich sehen. Wissen, von dem beim nächsten VHS-Kursus Gartenfreunde und auch Bönens Hobbyautoren profitieren können. Schließlich sind natürliche Giftstoffe ein beliebtes Instrument in Kriminalromanen.

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