Gerichtsurteil: Rinderbraten kostet Bönenerin 4000 Euro

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Die Richter am Amtsgericht in Unna glaubten nicht an ein Missverständnis.

Bönen - Waren für knapp 100 Euro, darunter ein großer Rinderschmorbraten, versuchte eine Bönenerin in einer Tasche an der Kasse vorbei zu schmuggeln. Sie wurde erwischt. Nun befasste sich das Amtsgericht Unna mit dem gescheiterten Diebstahl – und das nicht zum ersten Mal. Wieder beteuerte die 31-Jährige ihre Unschuld. Ohne Erfolg.

Am Morgen des 12. Mai bezahlte die junge Frau an der Kasse des Supermarktes an der Bahnhofstraße einige Teile. Doch das, was sich darüber hinaus in ihrer Tüte befand und einen Wert von 92,96 Euro hatte, landete nicht auf dem Transportband. 

Eine Mitarbeiterin, die die Bönenerin schon länger als Diebin im Verdacht hatte, war ihr gefolgt und beobachtete das Ganze. Bereits vor einigen Wochen sollte die Sache verhandelt werden. Die Angeklagte versicherte jedoch, dass sie die Ware in der Tasche schlicht vergessen habe. Und von dieser Einlassung wich sie auch nicht ab. Dem Gericht blieb nichts anderes übrig, als das Verfahren auszusetzen und jetzt mit einer Polizeibeamtin als Zeugin neu aufzurollen. 

Mitarbeiterin beobachtet die 31-Jährige im Supermarkt

Diesmal bekundete die Bönenerin zunächst, dass sie sich nicht äußern wolle. Also wurde die Zeugin gehört. Sie erinnerte sich, dass die Mitarbeiterin vor Ort zu Protokoll gab, dass sie schon länger den Verdacht habe, dass die Angeklagte in dem Markt stehle. An dem Tag habe sie beobachtet, dass die Frau an der Fleischtheke den großen Braten genommen habe. Sie sei ihr gefolgt und habe dann gesehen, dass sie nur andere Waren bezahlt habe. Die Bönenerin selbst habe erklärt, ihr Mann habe die Ware in der Einkaufstüte bereits bezahlt. Sie habe nur den Kassenzettel gerade nicht, reiche den aber nach.

Nun schaltete sich die Angeklagte ein, sprach von einem Missverständnis und davon, dass sie im Geschäft und vor Gericht aufgrund sprachlicher Probleme nicht alles verstanden habe. Auch versicherte sie erneut: „Ich habe es vergessen. Ich habe es nicht absichtlich gemacht.“ Überzeugen konnte sie den Richter nicht. Sie wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, die angesichts des Verdienstes ihres Mannes mit 4000 Euro deutlich ausfiel. Fassungslos hakte sie nach: „Für dieses Stück Fleisch, das ich angeblich geklaut haben soll, soll ich 4000 Euro bezahlen?“ 

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