Geöffnete Geschäfte sorgen in Bönen für freudige Gesichter

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Als sie ihr Geschäft „La Dolce Vita“ am Montagmorgen wieder aufschloss, spürte Jolante Stammen-Kniejski Erleichterung.

Bönen – Erleichterung hieß das verbindende Gefühl, dass in den Bönenern Geschäften zu spüren war. Wegen der Bekämpfung des Coronavirus mussten sie lange geschlossen bleiben, am Montag durften sie nach über vier Wochen Pause wieder öffnen – und alle waren froh über diesen kleinen Schritt hin zur Normalität.

„Wir freuen uns riesig und sind überglücklich“, sagte beispielsweise Hatice Colakbas, Teamleitung bei Kik im Edeka. Nach der erzwungenen Pause fuhren alle mit Vorfreude zur Arbeit. „Es ist ein sehr gutes Gefühl. Man ist erleichtert, dass man den gewöhnlichen Alltag zurück-hat und wieder voll durchstarten kann“, sagte Jolante Stammen-Kniejski, über das Gefühl, als sie am Morgen ihren Laden La Dolce Vita im Gröblinghof-Gebäude aufschloss: „Es hat schon einiges gefehlt.“

Bönener Geschäfte öffnen wieder

Bönener Geschäfte öffnen wieder

Bönener Geschäfte öffnen wieder

Bönener Geschäfte öffnen wieder

Die Stammkunden kommen rein und sagen Hallo

Bereits am Ende der vergangenen Woche war sie in ihr Geschäft gegangen, um alles herauszuputzen. Die Kunden des Supermarktes, die sie sahen, fragten sogleich nach, wann wieder geöffnet sei. Einige hätten durchs Schaufenster die ersten interessante Sachen gefunden. „Verkaufen durfte ich aber noch nicht, aber ich habe etwas zurückgehängt“, erzählt Stammen-Kniejski. „Die Leute freuen sich, dass sie jetzt auch woanders hineindürfen und etwas anderes kaufen können.“ Gleich am Montagmorgen kamen auch die ersten Stammkunden, um Hallo zu sagen.

Neben dem Kassieren und der Beratung sind für die Verkäuferinnen weitere Aufgaben durch die Corona-Maßnahmen dazu gekommen. So müssen sie in größeren Läden die Zahl der Kunden im Blick haben sowie auf die richtigen Laufwege und den passenden Abstand achten.

Die Bönener Geschäftsleute haben Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Vorkehrungen getroffen

Alle Geschäfte hatten Vorkehrungen für Verkaufsstart getroffen. Bei Buk darf zum Beispiel nun immer nur ein Kunde den Laden betreten, außerdem weisen selbst auf der kleinen Fläche Pfeile den Weg. Auch bei Ernsting’s Family und Kik, die deutlich größer sind, gibt es diese Rundwege. „Jeder Laden ist anders“, sagt Sabine Data von Ernsting's Family zu den Vorgaben der Hauptstelle, die die Mitarbeiterinnen vor Ort den Gegebenheiten entsprechend umsetzen. Auch in den Modegeschäften darf nur eine bestimmte Anzahl an Leuten gleichzeitig einkaufen. Bei Kik gab es hin und wieder kurze Wartezeiten, bevor einer der zum Hineingehen obligatorischen Körbe oder Wagen frei war. Die Kunden blieben gelassen.

Gut frequentiert, aber kein Ansturm

An den Kassen sind im Vorfeld die mittlerweile längst vertrauten Spukschutze aufgebaut worden. Bei La Dolce Vita hat der Mann von Stammen-Kniejski die Scheibe selbst gebastelt, wie die Inhaberin stolz erzählt. Viele Läden stellen Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Die Geschäfte waren gut frequentiert, einen Ansturm habe es nach Angaben der Verkäuferinnen allerdings nicht gegeben. Gerade in den kleineren Läden nutzen viele den Kontakt aber für ein längeres Gespräch. An solchen Reaktionen sei laut Elsbeth Fischer, die bei Buk arbeitet, zu erkennen, dass sich die Menschen freuen, wieder die Läden betreten zu können. „Viele kommen gerne, um uns zu unterstützen, damit es weitergeht.“

„Viele kommen gerne, um uns zu unterstützen, damit es weitergeht“, sagt Elsbeth Fischer von Buk.

Kreative Lösungen während der Zwangschließung

In der Buchhandlung hatten sie schon zuvor ein paar Lösungen gefunden, damit die Kunden an Bücher gelangen konnten. So war nach Ostern ein Tisch an der Eingangstür aufgebaut, damit die telefonischen Bestellungen abgeholt werden konnten. Zwischenzeitlich stand auch eine Kiste mit Literatur und Schulbüchern beim Hörgeräte-Geschäft gegenüber, denn vom Öffnungsverbot nicht betroffen war. Einen Mundschutz hatte sich Fischer von der Änderungsschneiderei Kul nebenan besorgt. Die Bönener halten also zusammen.

Für Osterschmuck, der sonst in diesem Jahr komplett liegengeblieben wäre, gab es bei Buk einen Lieferservice. Die Artikel waren zuvor mit Nummern im Schaufenster präsentiert worden. Stammen-Kriejski nutzte ihre Facebook-Seite für diesen Service. „Man freut sich ja über jeden Cent, denn man verdienen kann.“

Es wird mehr gelesen - und geraucht

Die ganze Zeit geöffnet hatte übrigens die Tabakstube Kurth neben der Volksbank. Um Zeitungen und Zeitschriften als Informationsquelle zu verkaufen, aber auch für den Paketdienst der Post. „Es war so viel wie vor Weihnachten“, vermutete Cornelia Kurth einen rasanten Anstieg der Onlinebestellungen. Zeitschriften wurden ebenfalls mehr gekauft. „Alle hatten ja Zeit zum Lesen“, wie sie erklärte. Die Nachfrage nach Zigaretten und Tabak stieg ihrer Angabe nach ebenso.

Was bleibt von der vielen freien Zeit, jetzt wo es wieder losgeht? „Man hätte es im Nachhinein noch mehr genießen können“, sagte Data, die immerhin ihren Garten auf Vordermann gebracht hat. Stammen-Kniejski und ihr Mann renovierten zuhause gleich die obere Etage: „Wir wollten erst eigentlich nur ein Zimmer machen.“ Doch jetzt sind alle wieder froh, dass der Tag durch die regelmäßige Arbeit wieder eine Struktur habe. Die sei in der langen Zwangspause irgendwann abhanden gekommen, meinte Data.

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