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Sechs Bönener Ärzte impfen am 4. Dezember in der Goetheschule

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Von: Sabine Pinger

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Thomas Krüger klärt im Gespräch MCG-Schülerinnen über das Impfen gegen Corona auf.
HNO-Arzt Thomas Krüger hat unter anderem bereits die Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in ihrer Schule geimpft. Nun gehört er zu den sechs Medizinern, die in einer gemeinsamen Aktion die Bönener immunisieren und boostern möchten. © Pinger Sabine

Seit elf Monaten wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Doch noch immer reicht die Quote der Geimpften nicht aus, um alle vor schweren Krankheitsverläufen und Tod zu schützen. Jetzt, mitten in der vierten Welle, ist die Situation dramatisch. Die Kliniken schlagen Alarm, viele Menschenleben sind in Gefahr. Mit einer besonderen Aktion wollen nun sechs Bönener Ärzte dazu beitragen, diese gefährliche Welle zu brechen. Sie immunisieren am Samstag, 4. Dezember, im Foyer der Bönener Goetheschule alle Impfwillige ab zwölf Jahren.

Bönen - So unkompliziert wie möglich wollen Dr. Elisabeth Krüger, Thomas Krüger, Dr. Andrea Menzel, Dr. Thomas Schockenhoff, Dr. Burkhard Simonis und Dr. Sandra Simonis es an diesem Tag machen. Wer sich impfen lassen möchte – zum ersten, zum zweiten oder als „Booster“ zum dritten Mal – kann zwischen 9 und 15 Uhr einfach zur Goetheschule kommen.

Es spielt dabei keine Rolle, ob die Menschen normalerweise zu den Patienten einer der sechs Mediziner gehören. Eine vorherige Terminvergabe gibt es ebenso nicht – weder telefonisch noch im Internet. Das könnte zwar eventuell zu Wartezeiten vor der Grundschule führen, wissen die Organisatoren, macht es den Menschen jedoch leichter, an die Immunisierung zu kommen. „Vor allem für die Älteren ist es oft zu kompliziert, wenn sie einen Impftermin nur online buchen können“, sagt Mitinitiatorin Dr. Elisabeth Krüger. Insbesondere Senioren fehlen dazu häufiger die technischen Möglichkeiten und Kenntnisse.

Vakzine von Moderna und Biontech wird verabreicht

Zum anderen bietet die Aktion, die unter dem Motto „Bönen wird geimpft – Bönener Ärzte für Bönener Bürger“ steht, die Chance, sich ganz spontan die Spritze abzuholen. Wer zum Beispiel einen Angehörigen zum „Boostern“ begleitet, kann das Angebot sofort für seine Erstimpfung nutzten.

Verabreicht werden an diesem Tag mit den Vakzinen von Moderna und Biontech/Pfizer auf jeden Fall mRNA-Impfstoffe. Der Apotheker Stefan Oyen unterstützt die hiesigen Mediziner dabei und bereitet die Dosen vor.

Die Auffrischungsimpfung (Booster) sechs Monate nach der zweiten Immunisierung beziehungsweise vier Wochen nach einer Impfung mit dem Serum von Johnson & Johnson (Janssen) können alle ab 18 Jahren erhalten, die Erst- und Zweitimpfung zudem Kinder- und Jugendliche ab zwölf Jahren. Für sie ist mit Elisabeth Krüger sogar eine Kinderärztin vor Ort.

Wichtig: Wer die Gelegenheit am 4. Dezember nutzen möchte, muss unbedingt seinen Impfausweis mitbringen. Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort können die elektronischen Impfzertifikate auf dem Smartphone nämlich nicht kontrolliert werden. „Und wir möchten den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich halten“, erklärt Dr. Krüger. Deshalb könne in der Grundschule an der Wolfgang-Fräger-Straße kein digitales Zertifikat ausgestellt werden, wie es inzwischen viele Hausärzte in ihren Praxen anbieten. Das bekommen die Geimpften anschließend in der Apotheke, wenn sie dort das gelbe Impfheft vorlegen. Dafür hat das Schulfoyer einen anderen Vorteil: Parkplätze in der Nähe sind reichlich vorhanden.

Kreis will weitere Impfstellen einrichten

Die nächste Möglichkeit, sich außerhalb von Arztpraxen in der Gemeinde impfen zu lassen, besteht voraussichtlich ab 9. Dezember im Bönener Bahnhof (siehe Kasten).

In Unna, im ehemaligen Impfzentrum in der Kreissporthalle, gibt es ebenfalls Impftermine. Die müssen indes vorher online gebucht werden und sind schon jetzt bis Mitte Dezember belegt. Es sollen aber laut Kreisverwaltung noch weitere Impfstellen in den zehn kreisangehörigen Städten und Gemeinden eingerichtet und zusätzliche Angebote geschaffen werden. Welche das sind und wo, erfahren Interessierte im Internet auf der Seite kreis-unna.de/impfen.

Für die Angebote des Kreises gilt grundsätzlich: Geboostert wird erst, wenn die Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt. „Die Stiko (Ständige Impfkommission sagt, dass die Auffrischungsimpfung nach fünf Monaten verabreicht werden kann, wenn Impfkapazitäten da sind. Aber die haben wir nicht“, berichtet Kreissprecher Volker Meier. Daher würden Menschen, die vor Ablauf der Halbjahresfrist in die Impfstellen des Kreises kommen, um sich boostern zu lassen, wieder weggeschickt. „Wir haben da nur eine kleine Toleranz von wenigen Tagen“, so Meier. Ziel sei es, zunächst diejenigen zu schützen, die an der Reihe sind. Und da es anfangs bei der Corona-Impfkampagne eine klare Priorität für Schutzbedürftige gab, gebe es nun viele Menschen, die bereits länger als sechs Monate auf die Auffrischung warten und diese nun auch bekommen sollten.

Wer unbedingt eher zum dritten Mal geimpft werden möchte, müsste schon einen triftigen Grund dafür haben und den auch entsprechend nachweisen können. Dazu zählen zum Beispiel schwerwiegende Vorerkrankungen.

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