Interview mit Dirk Presch

Reduzierung von Sportstätten in Bönen "nicht machbar"

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Die Sportplätze in Bönen sind in keinem guten Zustand.

Bönen - Die Bönener Vereine klagen über schlechte Fußballplätze, die Gemeinde arbeitet an einem Sportstättenbedarfsplan und die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) empfiehlt eine Reduzierung von Sportanlagen. Was sagt der Gemeindesportverband dazu? 

WA-Redakteur Ansgar Wolfgart sprach mit dem Vorsitzenden Dirk Presch.

Was ist aus Ihrer Sicht das drängendste Problem in Bezug auf die Sportstätten? 

Presch: Das Allerwichtigste ist für mich, dass es nun zur Erstellung eines Sportstättenbedarfsplanes kommt. Mein Hauptpunkt ist der demographische Wandel und die Barrierefreiheit von Sportanlagen. Wenn sich jemand in der Handballhalle am Schulzentrum verletzt, gibt es keinen barrierefreien Zugang, sondern überall nur Stufen. Das darf eigentlich nicht sein. Eine Priorisierung, was am wichtigsten ist, würde ich dennoch nicht machen wollen, sondern das Problem als Ganzes sehen. Den Antrag der SPD verstehe ich so, dass zunächst nur die Fußballplätze gemacht werden sollen. Damit müssen wir anfangen. Den Rest würde ich aber nicht zurückstellen.

Welche Wirkung versprechen Sie sich von einem solchen Konzept?

Presch: Wir dürfen nie vergessen, dass fast ein Drittel der Bönener in Sportvereinen organisiert ist. Vernünftige Sportanlagen sind wichtig, damit Kinder, Männer und Frauen Sport machen können. Es gibt jede Menge Förderung von Land und Bund, für die es zeitliche Fristen gibt. Wenn man dann erst anfängt, nach Möglichkeiten zu suchen, ist es zu spät. Wenn man aber weiß, was wann ansteht und es dann eine Förderung gibt, kann man auch sofort reagieren.

Wie bewerten Sie die Empfehlung der GPA Sportanlagen einzusparen? 

Presch: Die Leute machen auch nur ihren Job und vom Schreibtisch aus mag die Situation so aussehen. Aber bei den Sporthallen hieße das, dass die Grundschulen und die weiterführenden Schulen nur jeweils eine Halle hätten. Allein das Gymnasium hat acht oder neun Sportlehrer. Wie sollen dort noch weitere Schulen integriert werden? Und wollen wir die Grundschüler in Busse packen und zur Goetheschule fahren? Das ist nicht machbar. Bei den Sportplätzen ist es ähnlich.

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