Ein Zaun gegen den Spielplatzlärm

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Der Spielplatz am Holtfeld soll mit einem Tor versehen werden, damit abends Ruhe einkehrt.

Bönen – Die Verhältnisse um die Hochhäuser auf der Ecke Adalbertstraße/Bahnhofstraße/Im Holtfeld stoßen Anwohnern im Umfeld nicht erst seit gestern sauer auf. Mit Anbruch der warmen Jahreszeit hat die Bewohnerschaft aus vieler Herren Länder ihre Aktivitäten aus den teils beengten Wohnungen ins Freie verlegt. Bis in die späteren Abendstunden tummelt sich auch der Nachwuchs um den Betonbau, gern auch auf dem Gemeindespielplatz schräg gegenüber – oder in Gärten der dahinter liegenden Siedlung um die Dürerstraße. Jetzt will die Gemeinde Bönen reagieren, ehe das Fass überläuft.

Das hat Fachbereichsleiter Robert Eisler am Donnerstag angekündigt, als Burkhard Geckert auf der CDU-Bank im Bau- und Planungsausschuss die schwelenden Konflikte um die späte Lärmbelästigung auf dem Spielplatz ansprach. Allein mit Ordnungsmaßnahmen, wie angesprochen, sei das Problem kaum zu lösen. „Wir verfahren daher zweigleisig. Unser Fachbereich Familie und Soziales wird sich mit einem integrativen Ansatz darum kümmern“, kündigte Eisler flankierende Maßnahmen der Integrationsstelle an. Bloße Ordnungsmaßnahmen gingen meist mit einem Verdrängungseffekt einher. Folglich würde das Problem über kurz oder lang an anderer Stelle wieder auftauchen.

Ein Schließdienst sorgt für Ordnung

Gleichwohl gelte es, hier den Riegel vorzuschieben: „Wir haben uns den Spielplatz angesehen und entschieden, dass wir ihn mit einem Zaun einfrieden und mit einem Tor versehen, wie es an anderen Spielplätzen der Gemeinde schon erfolgt ist.“ Dann sollen auch auf der Anlage in Nachbarschaft des wieder zum Leben erwachten, künftigen Senioren- und Pflegeprojekts mit Öffnungszeiten belegt werden, wie einige andere Spielplätze auch. Die Gemeinde setzt einen privaten Schließdienst ein, der die Tore auf- und zusperrt, demnächst auch am Holtfeld. Gravierende Vorfälle sind übrigens nicht aktenkundig. Bei der Polizei findet sich über Jahre kein Einsatzvermerk.

Sinnesgarten soll Areal verschönern

Da nebenan das Unternehmen Carestone die Fertigstellung des über Jahre verwaisten Gebäudes für 80 dringend benötigte Pflegeplätze übernommen hat, ist die Verwaltung zuversichtlich, in der Symbiose mit der benachbarten Außenanlage das Areal ansprechender entwickeln zu können. Neben dem Spielplatz ist ein Sinnesgarten vorgesehen. Die Weiterentwicklung zu einem Generationentreffpunkt um den Spielplatz bietet noch Potenzial.

In der angrenzenden Dürerstraße mit Extra-Zugang zum Platz beklagt Werner Herbold, dass Kinder über seinen Garten herfielen.

Apfeldiebe zerstören junge Triebe

Zu den Menschen, die in der Nachbarschaft besänftigt werden wollen, gehören Marianne und Werner Herbold in der Dürerstraße. Sie beklagen, dass sich eine Gruppe von Kindern im Grundschulalter, wohl ein gutes Dutzend, am Mittwochabend am Apfelbaum in ihrem Garten zu schaffen gemacht hat. Da sie vom Spielplatz kamen und dorthin auch Reißaus nahmen, ist das Paar sicher, dass es sich um Kinder aus besagtem Hochhaus handelt.

„Wenn mal wer einen Apfel pflückt – na ja“, sagt Herbold dem WA. Da hat der Rentner wohl eigene Kindheitserinnerungen. „Aber hier haben sie mir die ganzen jungen Triebe vom Baum gerissen“, klagt der Bönener. Die Spuren unterm Baum lassen keinen Zweifel, dass übel gerupft wurde. Nur die oberen Äste, für die Kinder zu hoch, blieben unversehrt. Ansonsten ist die Freude auf die Apfelernte verdorben.

"Die Gemeinde kümmert sich nicht"

„Wir wohnen seit 1973 hier, es hat sich sehr verändert“, sagt Ehefrau Marianne. Die Gemeinde kümmere sich ja nicht. Auch die Nachbarn nebenan hätten schon deswegen im Rathaus vorgesprochen, passiert sei nichts. Aber das soll sich mit der jüngsten Ansage ja jetzt ändern.

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