Vor Ort engagiert

Gemeinde Bönen zeichnet drei Gewinner mit dem Heimatpreis aus

Vergabe des Heimatpreises im Ratssaal des Bönener Rathauses
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Heimatpreis 2021: Da die Preisträger Herbert und Dr. Janine Teuppenhayn (von links), Robert Schulte und Karl-Heinz Holtmann von der Naturschutz-AG der VHS und Udo Waßmuth von der IG Lenningsen sowie Bürgermeister Stephan Rotering allesamt geimpft sind, konnte die Vergabe in lockerer Atmosphäre und ohne Masken durchgeführt werden.

5000 Euro hatte die Gemeinde zu vergeben. Und das Geld sollte denjenigen zugutekommen, die sich in besonderer Weise für Bönen, für ihre Heimat, engagieren. Drei Preisträgern gratulieren nun am Mittwochnachmittag Bürgermeister Stephan Rotering und die drei Jury-Mitglieder aus dem Gemeinderat – Dirk Lampersbach (SPD), Friedhelm Lange (Die Grünen) und Detlef Pilz (CDU) – im Ratssaal des Bönener Rathauses.

Bönen - Die Zahl der Bewerber für den diesjährigen Heimat-Preis sei überschaubar gewesen. „Wir würden uns auf jeden Fall über mehr Bewerbungen freuen“, sagte er bei der Preisvergabe. Dass sich nur wenige Kandidaten um den Preis bemüht hatten, sollte die Leistung der Gewinner jedoch keinesfalls schmälern. Die wurden zwar für ein bestimmtes Projekt belohnt, ihr Engagement für die Gemeinde Bönen und für ein gutes Miteinander erstreckt sich hingegen bei allen über viele Jahre.

So ging der dritte Platz an Dr. Janine und Herbert Teuppenhayn für ihr Ausstellungsprojekt zum Thema „Heimische Insektenwelt“. Über 15 Jahre lang haben die Beiden die Tierwelt in ihrem Garten am Birnenweg beobachtet und fotografiert. Um selbst einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten, gestalteten die Teuppenhayns ihr Grundstück bewusst abwechslungsreich. Das hat sich bezahlt gemacht: Viele verschiedene Käfer, Falter, Fliegen, aber auch Vögel und Amphibien fühlen sich dort wohl. Entstanden ist eine Vielzahl von teils herausragenden Nah- und Detailaufnahmen, die das Paar nun auf großformatigen Tafeln platziert und für eine Ausstellung aufbereitet hat.

Ausstellungsprojekt für die Artenvielfalt

Honoriert wurden ihre Bemühungen mit 1000 Euro aus den Mitteln, die das Land NRW für den Heimatpreis zur Verfügung stellt. „Es freut und ehrt uns, das unsere fotografische Arbeit im Garten belohnt wurde“, bedankte sich Janine Teuppenhayn ausdrücklich bei der Gemeinde, die die Fördermittel für den Heimatpreis beantragt hatte. „Und wir freuen uns auf die Ausstellung“, gab Stephan Rotering zurück.

Möglicherweise ginge damit ein Wunsch der langjährigen VHS-Dozentin in Erfüllung und ihre Ausstellung werde zur Neueröffnung der sanierten Alten Mühle in dem Kulturzentrum präsentiert.

Für den zweiten Platz gab es 1500 Euro, und zwar für die Naturschutz-Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschule in Bönen. Seit über 35 Jahren ist die Gruppe vor Ort aktiv, etwa beim Krötenschutz im Frühjahr und bei der Kopfbaupflege im gesamten Gemeindegebiet. „Handeln statt reden“ sei das Motto der Mitglieder, stellte Bürgermeister Rotering fest. „Ihr Einsatz für die Gemeinde ist nicht selbstverständlich.“ Schließlich greifen die Aktiven regelmäßig zur Säge, um insbesondere die Weiden zu stutzen. Das sei wichtig, um die Bäume zu erhalten, machte Karl-Heinz Holtmann von den Naturschützern deutlich. „Die Bäume sind Lebensraum für Käuzchen und viele andere Tiere. Wenn sie nicht gepflegt werden, brechen sie auseinander.“ Die Kopfweiden gehörten übrigens zum typischen Landschaftsbild Westfalens.

Demnächst stehen Arbeiten in Nordbögge an, bei denen die Kopfweiden den dort längst überfälligen Schnitt erhalten. „Helfende Hände werden dabei immer gebraucht“, lud Rotering gleich zum Mitmachen ein. Der gemeinsame Einsatz für die Natur verbinde die Menschen, ebenso wie das Zusammensitzen nach getaner Arbeit. „Und das kommt dem Gedanken des Heimatpreises ,Wir fördern, was Menschen verbindet’ sehr nah“, so der Bürgermeister.

2500 Euro für den ersten Platz

Was mit gemeinsamer Anstrengung, Ideen und der Liebe zur Heimat alles möglich ist, zeigt regelmäßig auch die Interessengemeinschaft Lenningsen. Die ging am Mittwoch mit dem ersten Preis, mit 2500 Euro, aus der Vergabe. Prämiert wurde damit das jüngste Vorhaben der IG, die neue Säule am Ortseingang von Lenningsen. Mehr als drei Jahre haben die Mitglieder daran gefeilt, nun steht das Bauwerk aus alten Ziegelsteinen mitten in einer blühenden Wiese und begrüßt die Menschen mit der Aufschrift „Willkommen in Lenningsen“ auf originelle Weise.

„Jetzt fehlt nur noch die Einweihung, dann ist das Projekt abgeschlossen“, berichtete der IG-Vorsitzende Udo Waßmuth. „Es ist ein schöner Moment“, freute er sich, dass die Gemeinschaftsarbeit auf diese Weise gewürdigt wurde.

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