Gemeinde Bönen rüstet sich für die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen

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In das Wohnhaus neben dem Bönener Rathaus werden ab Dienstag Flüchtlinge einquartiert.

Bönen - Wie viele Menschen in den kommenden Wochen und Monaten noch Zuflucht in der Gemeinde suchen werden, ist ungewiss. Dass es aber noch einige sein werden, ist sicher. Zurzeit leben laut Verwaltung 182 Asylbewerber in Bönen. Die beiden Unterkünfte für Flüchtlinge am Nordkamp und am Billy-Montigny-Platz sind längst voll bezogen, daher arbeitet die Verwaltung derzeit daran, so schnell wie möglich Wohnraum für weitere Schutzsuchende zu finden. Die ersten beiden Familien ziehen heute in das Wohnhaus neben dem Rathaus ein.

„Wir haben die Wohnungen mit Hochdruck für die Ankunft von weiteren Flüchtlingen vorbereitet“, erzählt Fachbereichsleiterin Barbara Potthoff von der Gemeindeverwaltung. Eigentlich soll das Gebäude im kommenden Jahr abgerissen werden und Platz machen für den Neubau des Rathauses, den der Discounter Lidl plant (unsere Zeitung berichtete). Das Haus steht schon länger leer, die Feuerwehr hat darin vor einiger Zeit sogar eine Übung durchgeführt. Handwerker haben die Räume nun notdürftig hergerichtet. Sie mussten zum Teil Strom- und Wasserleitungen erneuern und einige Türen ersetzten. Die Möbel wurden zum Teil gebraucht gekauft oder stammen aus Spenden. „Wir schauen inzwischen sogar bei Ebay-Kleinanzeigen nach Brauchbarem“, berichtet Barbara Potthoff. Sie befürchtet aber, dass auch dieser Markt aufgrund des gestiegenen Bedarfs überall schnell ausgeschöpft ist.

Platz für 30 bis 40 Bewohner

Erst am Freitag sei eine sechsköpfige Familie aus Syrien nach Bönen gekommen. Sie werde gemeinsam mit einer weiteren Familie als erste in das Haus ziehen. Etwa 30 bis 40 Personen könnten insgesamt in dem Gebäude untergebracht werden, schätzt Potthoffs Kollege Robert Eisler vom Fachbereich Bauen, Planen Umwelt. Eine Wohnung ist allerdings seinerzeit ausgebrannt, sie kann nicht mehr genutzt werden. „Die Zimmer sind aber richtig groß. Daher sind die Wohnungen vor allem für Familien geeignet“, erklärt Barbara Potthoff.

Zwar teilen sich die ersten Bewohner eine Küche und einen Essbereich, doch gebe es getrennte Schlafzimmer für die Kinder und die Eltern. Und jede Familie verfüge über ein eigenes Bad. „Somit gibt es wenigstens ein bisschen Privatsphäre“, sagt Barbara Potthoff.

Sollten auch die Kapazitäten dieser Unterkunft ausgeschöpft sein, überlegt die Verwaltung Container bewohnbar zu machen. Sie dienen zurzeit noch der Verwaltung als Büroräume am Rathaus. Auch darin könnten bis zu 50 Menschen leben, gab Robert Eisler an.

Ein bessere Lösung für diejenigen, die gerade Kriegs- und Krisengebiete verlassen und sich oft auf eine beschwerliche und lebensgefährliche Flucht begeben haben, wären „richtige“ Wohnungen. Bis jetzt wurden der Gemeinde aber erst wenige zu diesem Zweck angeboten. „Es wäre natürlich toll, wenn sich mehr Vermieter melden würden“, wünscht sich Barbara Potthoff.

Wohnungen in Bönen gesucht

Die Menschen kämen zur Endaufnahme nach Bönen, anders als es zum Beispiel in Dortmund, Unna-Massen und aktuell in Hamm mit der Notunterkunft in der Alfred-Fischer-Halle der Fall ist. Erst wenn sie registriert und untersucht worden sind, würden die Flüchtlinge in die Kommunen verteilt. Wohnungen werden vor Ort vor allem für diejenigen gesucht, die große Chancen auf einen positiven Bescheid ihres Asylantrages haben. Dazu gehören laut Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge insbesondere Menschen aus Syrien, dem Irak und Eritrea. „Wir möchten den Vermietern keine hohe Fluktuation zumuten“, sagt Barbara Potthoff. Die Gemeinde würde demnach zunächst die Wohnungen anmieten, die Verträge aber an die Bewohner weiterreichen, sobald deren Asylverfahren abgeschlossen ist.

Wer Wohnraum anbieten möchte, soll sich per E-Mail an nicole.wessel@boenen.de wenden. Das gilt übrigens auch für alle, die am nächsten Runden Tisch der Gemeinde zum Thema Flüchtlinge teilnehmen möchten. Der Termin ist Dienstag, 22. September, Beginn um 18 Uhr im Sitzungszimmer (Raum 304) des Rathauses.

Wer hingegen Möbel, Hausrat und Weiteres spenden möchte, soll sich an die ehrenamtlichen Helfer, zum Beispiel an den Verein Zuflucht.Bönen, an die Caritas oder die Kirchengemeinden, wenden.

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