Erste Schritte für besseres Miteinander um die Hochhäuser der Adalbertstraße 

+
Wenig einladend: Der zum Haus gehörige Spielplatz bietet kaum Anreiz zu verweilen.

Bönen - Genug geredet: Den Klagen über die Situation an den Hochhäusern Adalbertstraße sollen Taten folgen. Gemeinde und Kreis wollen sich kümmern:

Spiel und Spaß gegen Langeweile in den Sommerferien. Das wird kurzfristig das erste konkrete Angebot aus einem Bündel von Maßnahmen sein, mit die Gemeinde und das Kreisjugendamt den sozialen Frieden im Wohnquartier um die Hochhäuser an der Adalbertstraße stärken wollen. Darauf haben sich am Freitag 15 Vertreter der Behörden und sozialer Einrichtungen bei einem ersten Treffen eines Arbeitskreises im Bönener Jugendtreff Go in verständigt. Weitere Schritte sind verabredet. 

Nach Anliegerbeschwerden kam Initiative auf

Ausgelöst wurde die Initiative dadurch, dass Anlieger im Umfeld sich über späte Ruhestörungen auf dem Spielplatz am Holtfeld visavis der Hochhäuser beschwerten und über Dinge, die mutmaßlich der Nachwuchs aus besagten Häusern bei ihnen vor der Tür angestellt haben soll. Die SPD hievte das schwelende Thema mit einer Anfrage in die Öffentlichkeit. Das Treffen am Freitag ist Ergebnis der flankierenden Maßnahmen, die das Rathaus bei dieser Anfrage angekündigt hat. Die Verwaltung wird den Spielplatz zudem außerhalb der Öffnungszeiten verriegeln, wie es an anderen Konfliktstellen auch schon geschehen ist. Zugleich suchte die Gemeinde den Schulterschluss mit der Kreis-Abteilung Familie und Soziales. 

Keine Gefährdung, keine untragbaren Zustände 

„Die Runde hat deutlich gemacht, dass es sich um eine sehr komplexe und schwierige Situation handelt“, berichtete Kreissprecherin Birgit Kalle. Denn wer immer hier auch helfen will, muss einen berechtigten Anspruch haben und überhaupt den richtigen Zugang finden zu der Bewohnerschaft. Einfach mal klingeln – so läuft das nicht. Eine unmittelbare Kindeswohlgefährdung, wie sie die Gemeinde gemeldet hat, um das Jugendamt mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst ins Boot zu holen, hätten die Fachleute bei Kreis nicht ausgemacht, betonte Kalle. Einzelne Hausbesuche bei Familien, etwa wegen monatelanger Schulschwänzerei, habe es in dem Haus schon gegeben. Dabei habe sich den Kollegen das für diese Lebensumstände in schlichten und engen Wohnungen typische Bild gezeigt, aber nichts, was in puncto Hygiene oder Versorgung der Kinder auffällig gewesen wäre.

Spielangebot für alle soll Türen öffnen

Weil es nahe liegt, dass die Bewohnerschaft der Enge drinnen gerade im Sommer draußen zu entgehen versucht, wollen die Verantwortlichen darauf näher eingehen. Das Spielangebot ist ausdrücklich nicht nur für die Bewohner der Hochhäuser gedacht, sondern richtet sich an alle Kinder ringsherum. Es bietet aber eine Möglichkeit, die Kinder aus der Adalberstraße so tollen zu lassen, dass sich niemand daran stört, und verspricht einen zwanglosen Zugang zu weiteren Familienmitgliedern. 

Ordnungsdienst wird gezielter eingesetzt 

Damit gleichwohl von Amts wegen darauf reagiert werden kann, wenn Störungen und Beschwerde aufkommen, werde die Gemeinde den Ordnungsdienst hier gezielter einsetzen, so Kalle. „Dabei sollen mehr Personalien aufgenommen werden, damit man erfährt, an wen man sich wenden kann.“ Damit alle professionellen Akteure hier mehr über den kulturellen Hintergrund der Familien erfahren und ihre Vorgehensweise daran ausrichten, wird das Kommunale Integrationszentrum (KI) ein Online-Seminar auflegen, indem diese Punkte erläutert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare