Gelungener Auftakt zur ersten Europarad-Veranstaltung in Bönen

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Früh übt sich: Ein Ehepaar aus dem italienischen Reggello startete gestern mit dem kleinen Sohn „im Schlepp“ zur ersten Bönener Europarad-Tour.

Bönen - Damit hatten die Bönener Organisatoren der „Europarad 2015“ nun gar nicht gerechnet. Ausgerechnet der Evangelische Bläserchor Bönen-Ost sorgte beim Begrüßungsabend am Mittwoch im Förderturm für Furore.

Die Gäste aus dem italienischen Reggello starteten gleich eine Polonaise, als die Bönener Bläser unter Leitung von Helge Hartleif ihre Instrumente erklingen ließen. So herrschte gleich prächtige Stimmung unter den rund 130 Teilnehmern an der viertägigen europäischen Partnerschaftsveranstaltung, die erstmalig in Bönen stattfindet.

„Das war großartig“, berichtete Helen Menzies-Eßkuchen, dass sie in diesem Moment sogar ein Gänsehaut-Gefühl bekommen habe. Sehr gut gelaunt waren die mehr als 80 aktiven Teilnehmer und ihre Begleiter auch noch, als sie Donnerstagmorgen vor dem Bönener Wahrzeichen zur ersten Radtour aufbrachen. Die führte sie über den Seseke-Radweg zunächst zum Horstmarer See und zum Preußen-Hafen am Datteln-Hamm-Kanal in Lünen. Weiter ging es zum Schiffshebewerk Henrichenburg in Datteln, ehe die Radler unter Führung von Bürgermeister Rainer Eßkuchen nach dem Mittagsimbiss die Rückfahrt antraten.

Mit von der Partie war auch Bernd Schäfer aus Roßdorf in Hessen. Der hatte mit seinem Schwager 1994 den Grundstein für die europäischen Partnerschaft-Radtouren gelegt, als sie auf privater Ebene Roßdorfs österreichische Partnergemeinde Vösendorf bei Wien mit dem Fahrrad besuchten. Das löste dort so eine Begeisterung aus, dass bald weitere Touren zwischen den beiden Gemeinden stattfanden. Durch Partnerschaftsbeziehungen der Kommunen zog das Ganze immer weitere Kreise. So kamen nach und nach Teilnehmer aus Kindberg/Steiermark, Roßdorf/Rhön und Roßdorf/Thüringen sowie Reggello in Italien und Billy-Montigny (Frankreich) hinzu. Und die französische Partnerstadt holte 2011 auch die ersten Teilnehmer aus Bönen mit ins Boot. Bürgermeister Rainer Eßkuchen fand die Idee großartig und beteiligt sich seitdem auf eigene Kosten mit einigen Sozialdemokraten wie Ortsvorsteher Jürgen Kolar und Ratsherr Thomas Köster an den jährlichen Touren. Alle Interessenten sind bei diesen Touren willkommen, wie Rainer Eßkuchen schon mehrmals betonte. Sie müssen allerdings fit auf dem Fahrrad sein, denn die Tagestouren betragen teilweise mehr als 80 Kilometer.

Einmal mehr besonders stark vertreten ist das italienische Reggello. Mehr als 50 Teilnehmer aus der Provinz Florenz reisten gleich mit einem großen Bus nach Bönen an. Die Europaradler aus Vösendorf bei Wien sagten ihre Teilnahme hingegen ab.

Gemeinsam untergebracht wurden alle Gäste im neuen B&B-Hotel am Bahnhof in Hamm. Sie tragen die Kosten für die Unterkunft selbst. Für die Verpflegung bei den Touren und den abendlichen Treffen im Förderturm haben die Organisatoren verschiedene Sponsoren wie Edeka Milkner, die Gemeinschaftsstadwerke und die Sparkasse Bergkamen-Bönen gefunden. Mitglieder der ADFC-Ortsgruppe Bönen helfen bei der Sicherung der Strecke. „Die Gemeinde kostet das alles keinen Pfennig“, betonte Helen Menzies-Eßkuchen.

Stand die Tour am Donnerstag unter dem Motto „Revitalisierung altindustrieller Strukturen und Energieversorgung“ so geht es am Freitag auf dem „Sauerlandring“ um Tourismus, Ökologie und Nutzung alter Verkehrsstraßen sowie Samstag bei der Möhnesee-Tour um die Wasserwirtschaft.

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