Verfahren wird neu aufgerollt

Geld mit Totschläger eingefordert: Zeugin äußert sich nach Androhung von Beugehaft

Statue Justizia
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Die Verhandlung fand im Amtsgericht Unna statt.

Wut über einen gefloppten Autokauf sollen Vater und Sohn in Bönen mit Gewalt zum Ausdruck gebracht haben. Unter anderem deshalb saß der Vater (39 Jahre) nun im Amtsgericht Unna auf der Anklagebank. Während er schwieg, sorgten Zeugen für Überraschungsmomente.

Bönen/Unna - Am Abend des 22. Juli 2020 hielt sich das spätere Opfer, ein 37-Jähriger aus Hamm, in der Wohnung seiner Freundin in Bönen auf. Ein Freund war ebenfalls vor Ort und öffnete, als es klingelte. Laut Anklage standen der mit Totschläger und Quarzsandhandschuhen ausgestattete Fröndenberger und dessen Sohn vor der Tür. Er forderte den Hammer auf herauszukommen. Im Hausflur sollen die Männer 5000 Euro von ihm gefordert haben.

Der Hintergrund: Der 37-Jährige vermittelte dem Sohn offenbar einen Bekannten, der ihm ein Auto verkaufte. Der Bekannte nahm 5000 Euro und tauchte unter, ohne zu liefern. Als sich das Opfer weigerte, den Betrag zu erstatten, soll der Fröndenberger auf den Mann eingeschlagen und der Sohn die Tür zugehalten haben, um den Freund davon abzuhalten, zu helfen. Fakt ist, dass der Betroffene Prellungen und eine Schürfwunde erlitt. Ferner soll der Fröndenberger das Jobcenter getäuscht und rund 6000 Euro zu Unrecht erhalten zu haben.

Angeklagter schweigt beharrlich

Vor dem Schöffengericht versicherte er, das Amt informiert und das viele Geld wegen einer Pfändung nicht bemerkt zu haben. Zu dem versuchten Raub, der Körperverletzung und der Freiheitsberaubung schwieg er. Nun sollten Zeugen gehört werden. Doch bereits die Bönenerin, vor deren Wohnung sich das Ganze abgespielt haben soll, wollte sich nicht äußern. Erst bei Androhung von Beugehaft und beim Anblick von zwei Justizwachtmeistern, war sie bereit, ihre Erinnerungen zu schildern. Die Frage, ob der Angeklagte dabei gewesen sei, könne sie aber nicht beantworten, da sich der Teil im Hausflur ereignet habe.

Opfer macht erst nach einem Abstecher in die Zelle eine Aussage

Das mögliche Opfer pochte erst auf Erinnerungslücken und verharmloste dann den Vorfall. Der Zeuge rang sich erst nach 30 Minuten Zelle dazu durch, anzugeben, er sei überzeugt, dass es sich bei dem Fröndenberger nicht um einen der Angreifer handelte, dessen Sohn sei aber dabei gewesen. Und dieser Sohn, dessen eigener Prozess unlängst am Fehlen von Zeugen scheiterte, verweigerte die Aussage.

Das Gericht sah weiteren Aufklärungsbedarf und die Notwendigkeit, einen erkrankten Zeugen zu hören. Das Verfahren wurde ausgesetzt und wird demnächst neu aufgerollt. Richter Jörg Hüchtmann wandte sich an die beide Zeugen und betonte, er wolle erfahren, wenn bis dahin irgendjemand auf sie einwirken sollte.   

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