Der Garten im Juli: Tipps  und ein Rezept für Schmorgurken

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Margarete Krix prüft ihre Einlegegurken. Zum Einmachen sind sie jetzt reif.

Bönen – „Der Juli ist der Monat, in dem sich der Gärtner auch mal zurücklehnen und seinen Garten genießen darf“, findet Wilhelm Andrejewski, Vorsitzender des Kleingartenvereins Am Nordkamp. „Aber dennoch gibt es auch einiges zu tun“, fügt sein Vereinskollege Wolfgang Krix beim Gang durch die Gärten an.

Denn jetzt werden unter anderem Sauerkirschen, Johannisbeeren und Kirschen geerntet. Was die Kleingärtner in den vergangenen Monaten gepflanzt haben, trägt jetzt Früchte, „obwohl die vergangenen Wochen sehr trocken waren“, sagt Krix. Da war regelmäßiges, kräftiges Gießen nötig, damit die Pflanzen die Hitzewelle überstehen konnten. Deshalb stehen die Pflanzen jetzt dennoch in kräftigem Grün. 

Der Kohl auf der Parzelle von Wolfgang Krix ist mittlerweile riesig. Die Kartoffeln hat er allerdings nicht gewässert. Das sieht man auch deutlich. Die Feldfrüchte bleiben eher klein in diesem Jahr. „Das gibt dann Kartoffelsalat“, sagt Margarete Krix. 

Dafür gedeihen aber die Gurken prächtig. Für Einlegegurken ist jetzt bereits Erntezeit. Um Schmorgurken zu kochen, müssen sie aber noch ein bisschen reifen. „Dafür sollten sie noch etwas wachsen und dürfen ruhig eine gelbe Schale bekommen“, sagt Margarete Krix. 

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Nach der Ernte würde Wolfgang Krix normalerweise Grünkohl und Buschbohnen pflanzen. „Aber in diesem Jahr pflanze ich nichts auf dem Stück an. Man muss den Boden auch mal ausruhen lassen“, findet er. „Im Herbst kommt Grün-Dung auf die Erde.“ Dazu nimmt er Lupinen, die sehr stickstoffhaltig sind, und gräbt sie mit unter. 

Nebenan sprießt erneut der Rhabarber, den Wolfgang Krix schon komplett entfernt hatte. Der sollte nämlich, ähnlich wie Spargel, nur von Ende April bis zum 24. Juni geerntet und verzehrt werden. Der Grund ist die enthaltene Oxalsäure im Rhabarber, der übrigens ein Gemüse und kein Obst ist. Die Blattstängel enthalten reichlich Oxalsäure und der Säuregehalt nimmt im Laufe der Zeit zu. Oxalsäure greift den Zahnschmelz an. Aus diesem Grund sollte Rhabarber ab Mitte Juni nicht mehr frisch genossen werden, gekocht muss das Wasser abgegossen werden. 

Kirschen gibt es in diesem Jahr reichlich. Wolfgang Krix kann seine Sauerkirschen jetzt ernten.

Die extreme Hitzewelle im Juni hat auch die Fruchtfolge durcheinander gebracht, sagt Wilhelm Andrejewski. „Dieses Jahr ist eigenartig. Normalerweise sind erst die Erdbeeren, dann Himbeeren und dann Kirschen reif. In diesem Jahr ist alles gleichzeitig reif und muss verarbeitet werden.“ 

In seinem Gewächshaus ranken sich jetzt mannshoch die Tomaten an den Stangen und versprechen teilweise reiche Ernte – mit etwas Glück bis in den November. Darunter ist auch eine besondere Sorte: eine „schwarze“ Tomate. „Ganz schwarz wird sie allerdings nicht, eher dunkelviolett“, klärt der Vorsitzende der Kleingärtner auf. „Die Schwierigkeit ist, man sieht nicht so gut, wann die Tomate reif ist.“ Da entscheide dann die Härte der Frucht. Das sei schließlich der Reiz beim Gärtnern, immer wieder Neues auszuprobieren, findet er. 

Oft zieht er aus den Kernen einer Sorte neue Pflanzen. „Ich trockne die Kerne auf einem Küchenkrepp auf dem Fensterbrett. Damit die Pflanze gut austreibt, gibt es einen Trick: die Kerne einen Tag ins Eisfach legen. Das gaukelt der Pflanze vor, es ist Winter. Dann „denkt“ der Keim, er muss austreiben, weil jetzt das Frühjahr kommt. Am besten gedeiht er in Anzuchterde auf dem Fensterbrett. 

Wilhelm Andrejewski zeigt, welche Triebe bei den Himbeeren geschnitten werden sollten.

Himbeeren können jetzt gepflückt werden, wenn sie sich leicht vom Strauch lösen lassen. Wir probieren. Sie schmecken schon sehr süß. Die alten, braunen Triebe, die Früchte tragen, sollten anschließend komplett zurück geschnitten werden. Die frischen Triebe stehen lassen, „sonst gibt es im kommenden Jahr keine Früchte“, weiß Wilhelm Andrejewski. 

„Ich hab das am Anfang auch falsch gemacht und mich gewundert, dass der Strauch im nächsten Jahr keine Früchte trägt. Das lernt man mit der Zeit. Im Zweifel einfach mal den Rat von erfahrenen Gärtnern einholen.“

Rezept: Schmorgurken mit Hackfleisch

Margarete Krix hat für die Gurkenernte auch gleich das passende Rezept parat. Dazu braucht man:  

4 bis 5 zu groß gewachsene Gewürzgurken (dürfen auch schon gelb sein) schälen, aushöhlen und in Stücke schneiden

1 bis 2 Zwiebeln

300 Gramm durchwachsenen Speck

650 Gramm Hackfleisch

1 bis 2 Würfel Brühe 

Zwiebeln in etwas Fett auslassen, Speck würfeln und dazugeben und alles goldbraun schmoren lassen. Das Hackfleisch würzen und zerkleinert anbraten. Jetzt die Gurken dazugeben. Mit Brühe auffüllen und etwa 20 Minuten garen. Anschließend mit etwas Mehl andicken und mit Salz, Pfeffer, Fondor und nach Geschmack mit Maggi abschmecken. Dazu passen Salzkartoffeln oder Reis. Guten Appetit!

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