Nachbarschaftshilfe am Südholz:

Mädchen aus Bönen befreien Kanadagänse aus Gefangenschaft

Kanadagänse am Reckenrückhaltebecken in Bönen gefangen.
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Nach Stunden in Gefangenschaft watschelte die Gänsefamilie schließlich am Abend in die Freiheit.

Kinder haben eine Gänsefamilie gerettet. Die vorwitzigen Sprösslinge und ihre Eltern waren im Rückhaltebecken gefangen.

Bönen – Vermutlich war es Neugier, vielleicht aber auch Appetit, der die drei Küken dazu gebracht hat, sich unter dem Drahtzaun durchzuquetschen und nach einem Leckerbissen zu suchen. Was reingeht, geht aber zwangsläufig nicht wieder heraus. Das stellten die Eltern der vorwitzigen Vogelkinder ziemlich schnell fest. Sie waren ihren Sprösslingen nämlich in den eingefriedeten Bereich rund um das Regenrückhaltebecken am Wohngebiet Südholz gefolgt.

Und so saß die Gänsefamilie am Montag schließlich stundenlang fest – bis sechs mutige Mädchen aus der Nachbarschaft die Initiative ergriffen. Bereits am Mittag bemerkten einige Anwohner die großen Kanadagänse hinter dem Gitter.

Da die Tiere selbst dorthin gekommen waren, gingen die Beobachter jedoch noch davon aus, dass die Vögel sich auch selbst wieder befreien können. Doch am Abend waren die fünf Tiere noch immer gefangen. Offenbar suchten sie verzweifelt nach einem Ausgang aus ihrem Gefängnis, marschierten immer wieder am Drahtzaun entlang. Das bekamen schließlich auch Leonie und Jaydie Müller mit. Die beiden Schwestern alarmierten zunächst ihre Freundinnen aus der Siedlung, um gemeinsam nach einem Ausweg für die Gänse zu suchen.

Zaunelement abgeschraubt

Nachdem die Mädchen jedoch kein Loch entdecken konnten, durch das sie die Vögel hätten lotsen können, baten sie ihre Eltern um Hilfe. Tanja und Björn Müller nahmen die Sache in Augenschein und griffen schließlich zum Werkzeugkasten. „Mein Mann hat dann ein Zaunelement abgeschraubt“, berichtet Tanja Müller.

Um die Gefangenen nicht allzu sehr zu erschrecken, schlüpften die hilfsbereiten Mädchen durch die Lücke in das „Gehege“ zu den Gänsen. Ganz langsam und ruhig trieben die Helferinnen sie in Richtung Ausgang.

Gegen 20 Uhr war die Rettungsaktion beendet. Die Gänsefamilie watschelte in die Freiheit, die Retter freuten sich, und Björn Müller verschloss mithilfe des Akkuschraubers die Zaunöffnung wieder.

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