Auch Staupe-Gefahr nicht gebannt

Für den Menschen gefährlich: Hasenpest könnte sich auch im Kreis Unna ausbreiten

Hase Hasenpest Feld
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Im Raum Werl sind Fälle von Hasenpest aufgetreten. Auch wenn Bergkamen bisher nicht betroffen ist, rät die Kreisjägerschaft zur Vorsicht.

Im Raum Werl wurde kürzlich ein an Tularämie verendeter Hase gefunden. Die als Hasenpest bekannte Infektionskrankheit befällt Nager und sogenannte Hasenartige, zu denen Kaninchen und Hasen gerechnet werden. Die Krankheit könnte sich auch in den Kreis Unna ausbreiten.

Bönen/Bergkamen - In Bönen und Bergkamen sind aktuell keine Fälle bekannt, so Yvonne Schulz-Garbe, Sprecherin der Kreisjägerschaft. Allerdings ist eine Ausbreitung der hoch ansteckenden Infektionskrankheit möglich.

Die Bekämpfung sei schwierig, da diese über eine Bestandsregulierung erfolgen würde, was wiederum angesichts der niedrigen Zahlen von Hasen und Kaninchen nicht sinnvoll sei. Schulz-Garbe rät vor allem den Haltern von Hauskaninchen, dafür zu sorgen, dass keine Wildtiere zu Hauskaninchen in Außenhaltung gelangen.

Erkrankte Tiere wirken apathisch und sind geschwächt. Wildtiere verlieren die Scheu vor dem Menschen. Dann sei immer Vorsicht geboten, so die Fachfrau. Als Zoonose sei die Hasenpest auch auf Menschen übertragbar. Die Ansteckung erfolgt über Aerosole oder eine Schmierinfektion.

Hasenpest: Übertragung auch auf Haustiere möglich

Ein weiteres Risiko ist die Übertragung auf Haustiere. Hier sind naturgemäß Stallkaninchen besonders gefährdet. Hunde hingegen sollten keine Nager fressen, die sie draußen finden, denn auf diesem Weg wäre eine Ansteckung möglich. Rolf Brüggemann, Hegeringsleiter in Bönen, rät Hundehaltern auch deshalb dringend, Hunde auf den Wegen zu halten und möglichst anzuleinen.

Das ist jetzt im Januar aus einem weiteren Grund besonders wichtig. „Die Junghasen sind bereits geboren und sitzen in den Sassen“, so Brüggemann. „Keinesfalls anfassen“, lautet seine Bitte, auch wenn das kleine Jungtier verlassen wirkt. „Die haben noch kein Fluchtverhalten. Die Mutter kommt abends und säugt das Junge“, erklärt er.

Staupe-Gefahr nicht gebannt

Er beobachtet zunehmend, dass Junghasen in Gärten statt auf dem Feld auf ihre Mutter warten. „Es ist zu gefährlich auf den Feldern“. Wer ein Wildtier findet, das nicht scheu ist und sich womöglich eigenartig verhält, sollte sich beim Hegering melden, der den zuständigen Jagdpächter kontaktiert.

Kontakt

Hegering Kamen-Bergkamen, Telefon 02307/67784. Rolf Brüggemann ist unter Telefon 7183 erreichbar.

Das Tier wird unter Einhaltung der nötigen Schutzmaßnahmen abgeholt und an das Staatliche Veterinäramt in Arnsberg geschickt. „Nach zwei bis drei Tagen haben wir das Ergebnis und informieren die Presse“, erinnert er an die Vorgehensweise mit den kürzlich registrierten Staupefällen bei Füchsen und Waschbären.

Diese Gefahr ist weiter nicht gebannt. Rund zehn erkrankte Waschbären mussten seitdem erlöst werden, weil sie sich angesteckt hatten.

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