Führerschein einer Bönenerin wurde nicht registriert

Bönen/Kamen - Hat eine 30-Jährige aus Bönen eine Fahrerlaubnis oder nicht? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Strafrichter im Amtsgericht Kamen seit dem 6. September.

Die Frau konnte bei einer Verkehrskontrolle im September vergangenen Jahres in Kamen keinen Führerschein vorlegen. Zwei Wochen hätte sie Zeit gehabt, eine Fahrerlaubnis nachzuweisen. Doch nirgends war eine solche registriert.

Seit Prozessbeginn hatte die Bönenerin erklärt, ganz sicher eine Fahrerlaubnis zu haben. Am zweiten Prozesstag am Mittwoch sagte der Leiter der Führerscheinstelle als Zeuge aus. Er gab an, dass im Februar 2005 ein Ersterteilungsantrag für den Führerschein der Frau gestellt worden sei. Daraufhin sei der Auftrag für dessen Druck erteilt worden. Normalerweise händige der Prüfer nach bestandener Fahrt das Dokument aus und die Führerscheinstelle erhält einen Hinweis dazu. Ist der Anwärter durch die Prüfung gefallen, würde der Führerschein nach einer gewissen Zeit zurückgesandt werden. Beides sei in diesem Fall nicht geschehen. Damit handele es sich um einen offenen Fall, so der 51-Jährige. Ein Datenabgleich im Jahr 2012 habe auch keine Klarheit bringen können. „Erteilung ungewiss“, habe die Auskunft des Tüv gelautet.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft erklärte daraufhin, dass das vorsätzliche Fahren ohne Fahrerlaubnis nicht bestätigt worden sei. Der Verteidiger der Bönenerin sprach von einem ganz eigenartigen Fall. In der Beweisaufnahme hätten sich die Fakten verdichtet, dass es Fehler gegeben habe. Beide beantragten einen Freispruch.

Dem kam der Richter letztlich nach. „Es stimmt ja vielleicht wirklich, was Sie uns berichten. Vielleicht ist beim Tüv etwas schief gelaufen“, so der Vorsitzende. Wahrscheinlich habe die 30-Jährige die Prüfung bestanden, das sei aber nicht vermerkt worden. „Der Staat muss Ihnen nachweisen, dass Sie keine Fahrerlaubnis haben“, erklärte der Richter.

 Die Bönenerin ist bislang weder straf- noch verkehrsrechtlich aufgefallen. Für die 30-Jährige ist der Kampf, um den Beweis, dass sie eine Fahrerlaubnis hat, aber noch nicht zu Ende. Derzeit klagt sie beim Verwaltungsgericht auf Erteilung des Führerscheins.

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