Fröndenberger Straße und Bockeldamm: Diskussionen um Radwege

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Zwei Projekte für den Radverkehr wurden im Ausschuss diskutiert.

Bönen - Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Gleich bei zwei Anträgen zum Thema Radverkehr in Bönen waren die Mitglieder des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt mit den Beschlussvorschlägen der Verwaltung nicht zufrieden und forderten eine Neubewertung.

„Eigentlich wollte ich heute auch mal eine Vorlage abschließen“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Robert Eisler leicht gequält, nachdem die Ausschussmitglieder gleich zu Beginn der Sitzung bei einigen Punkten Gesprächsbedarf zeigten. 

Unzufrieden war etwa die SPD-Fraktion mit der Bewertung ihres Antrages zum Bau eines Geh- und Radweges entlang der Fröndenberger Straße zwischen Sesekebrücke und Einmündung Friedensstraße. Zwar befürwortet die Verwaltung diese Verlängerung des bestehenden Radweges grundsätzlich, umgesetzt werden könne das Projekt vorerst dennoch nicht. 

Die Seseke-Brücke der Fröndenberger Straße ist derzeit zu schmal für einen Geh- und Radweg.

Als Landstraße liegt die Fröndenberger Straße in der Verantwortung von Straßen.NRW. Der Landesbetrieb sieht aktuell keinen Bedarf für einen Geh- und Radweg, unter anderem weil eine Verkehrszählung 2015 weniger Verkehr als bei der vorangegangenen Zählung ergab. 

Jörg Grünewald (SPD) bewertete die Zahlen in der Sitzung anders: „2015 war das eine Schlaglochstraße mit Tempo 30. Da haben viele einen anderen Weg genommen. Die Zahlen dürften heute wesentlich höher sein.“ 

Gemeinde könnte selbst tätig werden

Die SPD will nun einen neuen Antrag stellen, damit die Gemeinde selbst das Projekt ohne die Mitwirkung von Straßen.NRW verwirklichen kann. Dabei soll der Bau einer separaten Brücke über die Seseke geprüft werden, da die bestehende Brücke für einen Geh- und Radweg zu schmal ist. 

Für die Kosten sollen Fördermöglichkeiten durch Bund und Land oder die Teilnahme am Wettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ ins Auge gefasst werden. 

Schutzstreifen auf dem Bockeldamm

Um mehr Platz für Radfahrer ging es auch den Grünen mit ihrem Antrag, auf dem Bockeldamm einen Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen. Die Straße sei eine der Hauptrouten für Schüler in Richtung Schulzentrum und die derzeitige Situation für Kinder und Jugendliche nur schwer einzuschätzen. 

Die Verwaltung hatte den Vorschlag zwar für technisch machbar, aber für nicht notwendig befunden. Bei Zählungen an drei Tagen im Februar wurden gegen viertel nach sieben am Morgen bis zu 35 Radfahrer gezählt. 

Für die Anfahrt zum Schulzentrum würden eher die Bachstraße, die Beethovenstraße und der Billy-Montigny-Platz genutzt. Unfälle seien von der Kreispolizeibehörde seit 2017 nicht registriert worden. 

Da durch die Radstreifen auf dem Bockeldamm ein Parkverbot entstünde, befürchtet die Verwaltung zudem einen erhöhten Parkdruck, vor allem auf Höhe der Tierarztpraxis zwischen Martin- und Peterstraße. 

Radfahrer sollen erneut gezählt werden

Bessere Sichtverhältnisse durch den Wegfall parkender Autos könnten zudem dazu führen, dass die aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit von 41 km/h deutlich ansteige, was den Radverkehr eher zusätzlich gefährden würde. Friedhelm Lange, Fraktionsvorsitzender der Grünen, regte in der Sitzung an, über eine Unterbrechung des Radweges im Bereich der Tierarztpraxis nachzudenken. 

Er zweifelte auch die Sinnhaftigkeit der Verkehrszählung an: „Zu anderen Zeiten wird man auf andere Ergebnisse kommen.“ Sein Vorschlag, die Zählung zu wiederholen, wurde auch von der SPD unterstützt, sodass eine Mehrheit der Mitglieder die Vorlage der Verwaltung ablehnte. Nach einer erneuten Zählung der Radfahrer will sich der Ausschuss noch einmal mit dem Thema befassen.

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