Impfzentrum Unna

Freundliche Rundum-Betreuung und ein kleiner Piks gegen das Virus

Melina Hamer impft Marga Presch im Impfzentrum Unna
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Medizinstudentin Melina Hamer verabreicht der 85-jährigen Bönenerin Marga Presch die Impfung. Ein kleiner Piks, dann ist es überstanden.

Bönen – Einen Impftermin zu bekommen per Hotline oder im Internet war eine echte Herausforderung für Senioren ab 80 – und ziemlich chaotisch. Wie läuft jetzt der Impftermin im Impfzentrum Unna? Wir waren dabei.

Ich durfte meine Schwiegereltern dorthin begleiten, die am Samstag ihren ersten Termin hatten. Fazit: Die Mitarbeiter, die sieben Tage in der Woche in der umfunktionierten Kreissporthalle an der Platanenallee impfen, machen einen richtig guten Job. Sie sind freundlich, kümmern sich um jeden einzelnen Patienten und sorgen für eine entspannte Atmosphäre. So kommt erst gar keine Nervosität auf.

Eigentlich hätten wir getrennt fahren müssen, meine Schwägerin und ich, jeweils als Begleitperson für einen Elternteil. Sie haben immerhin einen Impftermin am selben Tag ergattert, aber nicht hintereinander – 16.45 und 18.30 Uhr lauten ihre Zeitfenster. Wir fahren dennoch zusammen nach Unna – schon alleine, weil mein fast 90-jähriger Schwiegervater sich in Begleitung seiner Frau sicherer fühlt. Notfalls müssen wir noch mal nach Bönen zurückkehren und später erneut zum Impfzentrum fahren, damit wir nicht draußen in der Kälte warten müssen.

Doppeltermin für Ehepaare spontan möglich

Auf dem Parkplatz sehen wir viele Senioren mit Begleitern, die ihnen beim Überqueren des Parkplatzes behilflich sind. Viele sind auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen. Während der Schneematsch auf den Parkflächen das Laufen behindert, ist der Weg, der zum Eingang führt, komplett geräumt. Dort wartet ein Mann vom Sicherheitsdienst, der alle Impflinge des Tages in chronologischer Reihenfolge auf seinem Klemmbrett hat. Meinen Schwiegervater findet er unter 16.45 Uhr und macht einen Haken hinter den Namen.

Der Weg zum Impfzentrum ist gut geräumt und auch mit dem Rollstuhl passierbar.

Auf die vorsichtige Frage, ob meine Schwiegermutter eventuell dableiben kann, um den Impftermin mit ihrem Mann gemeinsam zu absolvieren, gibt es zu unserer Überraschung keinerlei Diskussion. „Natürlich ist das möglich“, betont der Mann. „Dann müssen Sie nicht zweimal herkommen.“ An diesem Tag hat er schon mehrere Ehepartner mit einem späteren Termin zusammengeführt und abgehakt. Ehrlich gesagt hatten wir mit so viel Flexibilität nicht gerechnet. Erleichterung bei den beiden Impfkandidaten.

Fragebogen und Fieber messen

Obwohl wir zehn Minuten zu früh sind, werden wir eingelassen. In der Sporthalle werden die Impflinge von Station zu Station weitergeleitet. Nach der Desinfektion geht es zunächst zur Anmeldung. Dort erhalten beide Klemmbretter mit Fragebögen zur Anamnese. Um die Ecke warten Stühle, um die Fragen zu Erkrankungen und Medikamenten zu beantworten. Die nächste Station sind die Boxen, in denen die Ärzte mit den Patienten die Angaben auf den Fragebögen durchsprechen und über die Impfung aufklären. Mitarbeiter schauen, wann eine Kabine frei ist und der Impfling zur nächsten Station gehen kann. Alles passiert ruhig, freundlich, entspannt.

Vor der Impfung müssen Fragebögen zu Erkrankungen und Medikamenten ausgefüllt werden.

„Können wir auch gemeinsam zu der Besprechung gehen?“, fragt meine Schwiegermutter den Mann, der die Impflinge den Kabinen zuordnet. „Klar, gar kein Problem, dann warten wir, bis Kabine 3 frei ist“, lautet die Antwort. „Die bietet etwas mehr Platz.“

Wir müssen nicht lange warten, dann nimmt uns Maral Yaprak, im normalen Leben Kinderärztin in Unna, in Empfang. Sie ist als beaufsichtigende Ärztin mitverantwortlich für die medizinischen Abläufe im Impfzentrum. Gemeldet hat sie sich für den Dienst im Impfzentrum, weil sie die Impfungen für unverzichtbar hält, um die Pandemie zu überwinden. „Ich bin echt froh, dass ich hier als Ärztin mitwirken kann, weil ich das für eine sinnvolle Sache halte“, sagt sie.

Ärztin Marak Yaprak misst erst Fieber, schaut sich dann die Fragebögen an und klärt über die Impfung auf.

Als erstes holt sie das Thermometer und misst bei meinen Schwiegereltern die Temperatur vor der Stirn. Entwarnung, keine erhöhte Temperatur. Die Impfung kann also stattfinden. Denn wer Fieber hat, kann an diesem Tag nicht geimpft werden. Dann schaut sie sich die Antworten in den Fragebögen an und fragt nach Medikamenten, die die Senioren regelmäßig nehmen. Besonders interessiert die Medizinerin, ob Blutverdünner genommen werden. Dann klärt sie über die Impfung mit dem Impfstoff von Biontech auf und erläutert mögliche Nebenwirkungen. Aber auch das sei in der Regel kein Grund zur Sorge, beruhigt sie.

200 Patienten pro Tag mit fünf Impfstraßen

Dann geht es weiter zum Impfen. Alle fünf sogenannten Impfstraßen sind geöffnet. Rund 200 Patienten werden hier pro Tag geimpft, sagt Melina Hamer, die schon auf uns wartet. Die Medizinstudentin bittet, den Oberarm frei zu machen. „Ich lasse mich jedes Jahr gegen Grippe impfen – das ist genauso“, findet Marga Presch.

Ein kleiner Piks, und alles ist überstanden. „Das hat überhaupt nicht weh getan“, findet sie. „Jetzt gibt’s noch ein kleines Tapferkeitspflaster, und dann haben Sie es geschafft“, so Melina Hamer. Angst habe bisher niemand. „Alle sind überrascht, dass es gar nicht wehtut.“ Mit guten Wünschen und dem Hinweis, sich noch 15 Minuten in den Wartebereich zu setzen, entlässt sie die Patientin.

Geschafft. Nach der Impfung müssen Franz und Marga Presch noch 15 Minuten abwarten, ob es ihnen wirklich gut geht, dann dürfen sie „auschecken“.

Vor dem Ausgang liegt noch die Abmeldung. Hier bekommt das Ehepaar Presch seinen zweiten Impftermin am 11. März bestätigt. Beide sind erleichtert, wie reibungslos und zügig der Termin ablief. Die Mitarbeiter des Impfzentrums haben für eine entspannte Atmosphäre gesorgt, und für jeden Patienten noch ein paar aufmunternde Worte.

Bei meinen Schwiegereltern sind keinerlei Nebenwirkungen aufgetreten. Sie freuen sich jetzt auf den zweiten Impftermin – und danach auf etwas mehr Sicherheit.

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