Kik fordert EU-Gesetz statt "Grünen Knopf"

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Bönen - Immer mehr Menschen wünschen sich "faire Kleidung", die sozial gerecht und umweltfreundlich produziert wird. Ein neues Siegel soll ihnen beim Griff an den Kleiderständer Sicherheit geben. In den Filialen des in Bönen ansässigen  Textildiscounters Kik wird der "Grüne Knopf" zumindest vorerst aber nicht zu finden sein. 

Der Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will für mehr globale Gerechtigkeit sorgen. Gestern stellte er dazu in Berlin das Metasiegel vor, den „Grünen Knopf“. Es soll den Käufern von Kleidung und Textilien garantieren, dass die erworbenen Produkte sozial und ökologisch nachhaltig produziert wurden – und zwar durch die gesamte Lieferkette hindurch. Für die Unternehmen ist das Siegel freiwillig. Bis jetzt haben sich über 50 Textilfirmen darum beworben, unter anderem Tchibo, die Otto-Group, Hugo Boss und Hess Natur. 

Auch Kik hat die Entstehung des „Grünen Knopfes“ nach Angaben einer Unternehmenssprecherin konstruktiv begleitet und sich frühzeitig für eine Prüfung der Unternehmenskriterien angemeldet, die die Voraussetzung für die Teilnahme ist. Der Prüftermin liegt demnach jedoch nach dem offiziellen Start, deshalb biete der Textildiscounter momentan keine Produkte mit dem Siegel an. 

„Ob sich dies künftig ändern wird, hängt für uns maßgeblich davon ab, wie hoch die Akzeptanz des Grünen Knopfes bei den Verbrauchern ist“, so die Sprecherin. Das Unternehmen sieht das Siegel aber durchaus kritisch. Der „Grüne Knopf sei ein freiwilliges Siegel, das im Wesentlichen auf bereits bestehenden privaten Siegeln basiere und für die Verbraucher nur einen geringen Mehrwert biete, heißt es von Kik. „Die Teilnahme ist darüber hinaus freiwillig. Was wir stattdessen benötigen ist ein Gesetz auf europäischer Ebene, das Sorgfaltspflichten in Bezug auf soziale und ökologische Standards für alle Unternehmen verbindlich regelt.“

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