Förderbescheid ist da: 221.000 Euro für die Alte Mühle

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Heimatministerin Ina Scharrenbach brachte den Förderbescheid persönlich nach Bönen. Bürgermeister Stephan Rotering ist glücklich, mit dem Geld endlich die Sanierung der Alten Mühle in Angriff nehmen zu können.

Bönen – Der Blick auf die Alte Mühle versetzt vielen Bönenern derzeit einen Stich. Das Wahrzeichen der Gemeinde ist ziemlich heruntergekommen. Seit mindestens fünf Jahren ist eine Sanierung erforderlich. Die Finanzierung ist nun gesichert.  

Der Schaden an der Mühle ist größer, als zunächst angenommen. Um die Arbeiten finanzieren zu können, hat die Gemeinde einen Förderantrag an das Land NRW gestellt. Den Bescheid brachte Heimatministerin Ina Scharrenbach am Freitag persönlich nach Bönen.

„Das lange Warten hat sich gelohnt. Wir freuen uns wahnsinnig darüber, dass wir Geld vom Land bekommen, um dieses doch relativ marode Gebäude wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen“, dankte Stephan Rotering der Heimatministerin im Kulturzentrum.

„Mit der Alten Mühle fühlen sich viele Bönener verbunden. Sie ist ein klassisches Beispiel für ein Heimatzeugnis, und dafür soll es auch Geld vom Land geben“, sagte Ina Scharrenbach. Und gar nicht mal wenig, wie sie feststellte

Positive Nachricht bereits im März

221 000 Euro bekommt die Gemeinde nämlich aus dem Programm „Heimat-Zeugnis“, ein bisschen mehr als die Verantwortlichen im Bönener Rathaus erhofft hatten. Als sie im August vergangenen Jahres den Antrag stellten, gingen sie noch von etwa 200 000 Euro aus. Dafür musste die Gemeinde aber auch länger auf den Bescheid warten als angekündigt. 

Noch im Januar ging Bürgermeister Stephan Rotering davon aus, Ende März Nachricht aus Düsseldorf zu bekommen. Die Information, dass das Land den Antrag positiv beschieden hat, traf dann wohl auch im Bönener Rathaus ein. Offiziell wurde es aber erst gestern. 

Scharrenbach wollte die gute Nachricht selbst überbringen – und der Termin habe sich erst für gestern ergeben, erklärte Rotering. Zeit verloren habe die Gemeinde deshalb aber nicht, berichtete Fachbereichsleiter Robert Eisler. 

Planungen laufen schon

„Es gab eine vorzeitige Maßnahmenbewilligung. Deshalb haben wir schon mit den Planungen angefangen und die Ausschreibungen vorbereitet.“ Trotzdem freuten sich Stephan Rotering, Robert Eisler und Muhammed Pirecioglu vom Fachteam Planen und Bauen der Gemeinde sichtlich darüber, den Bescheid endlich schwarz auf weiß in den Händen zu haben. 

Immerhin haben sie mehrere Anläufe gestartet, um Mittel aus der Denkmalförderung zu erhalten. Das hat nie geklappt. Die jeweiligen Programme waren schnell überzeichnet, für die Mühle blieb kein Geld mehr übrig. 

Das neuaufgelegte Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ bot im vergangenen Jahr eine weitere Chance, die die Gemeinde genutzt hat. Das Land will damit die Aufarbeitung und öffentliche Präsentation lokaler und regionaler Geschichte, Traditionen sowie von lokalen und regionalen identitätsstiftenden Besonderheiten unterstützen, wie es in den Förderrichtlinien heißt. 

55 000 Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen  

An der Alten Mühle können damit endlich die dringend erforderlichen Arbeiten in Auftrag gegeben werden. Vor allem das Dach der Mühle ist durch und durch marode. Wasser dringt seit rund fünf Jahren in das Gebäude ein und hat inzwischen einigen Schaden angerichtet. Architekten und Fachleute aus dem Mühlenbau haben die Sanierungskosten auf rund 276 000 Euro veranschlagt, 55 000 Euro muss die Gemeinde also selbst aufbringen. Bereits im September sollen die Arbeiten beginnen. 

Der Mühlenkopf muss dabei instandgesetzt, das komplette Dach sowie der Außen- und Innenputz saniert und die Wasserschäden, die im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes zu sehen sind, beseitigt werden. Gleichzeitig soll das Kulturzentrum barrierefrei werden und das Gemeindearchiv einziehen. 

Damit die empfindlichen Papiere und Unterlagen in der Mühle sicher und trocken untergebracht werden können, sind einige Umbaumaßnahmen erforderlich. „Zum 50-jährigen Dasein der Mühle als Kulturzentrum am 21. September werden wir wohl nicht fertig sein“, so Stephan Rotering. Die Arbeiten sollen aber zügig vorangehen. Abgeschlossen sein müssen sie nach den Förderrichtlinien im Dezember 2020.

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