Kräuterfrauen in Flierich: Minze und Melisse für den Adventsmarkt

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Die Frauen aus Flierich befreiten die getrockneten Blätter der Kräuter von den Stängeln.

BÖNEN - Berauschend war die Luft am Freitagabend im Backhaus Flierich. Im positiven Sinne: Neun Damen aus dem Bönener Süden trafen sich dort, um Kräuter zu ribbeln. Und die verströmten eine Fülle an Duftnoten, von Zitronenmelisse über Apfelminze bis zum Salbei und Bohnenkraut, in der alten Backstube.

„High“ wurden die Damen von den ätherischen Ölen der Pflanzen zwar nicht. „Doch Nase und somit Kopf werden schon frei“, erklärte Heike Kleineweischede. Die Chefin des Heimatvereins Kerspell Fle-ik hatte zu der Aktion geladen.

Denn in Kürze, am 30. November, steht der Adventsmarkt der Fliericher an. Und im Angebot sind dann traditionell diverse Kräutermischungen, als Tee oder als Gewürzmischung. Auch in Öl oder Essig eingelegt sind Thymian, Salbei und Rosmarin dort zu bekommen. Diese aromatisierten Menü-Beigaben werden am kommenden Wochenende angesetzt.

„Drei bis acht Wochen - je nach Luftfeuchtigkeit“ trockneten die Pflanzen bei Kleineweischedes im Keller. „Die Kräuterausbeute war gut“, erklärte die Vorsitzende des Heimatvereins. „Trotz des nassen und kalten Frühjahrs. Der heiße, trockene Sommer hat es wieder rausgehauen. Die Fliericher ernteten so sehr aromatische Kräuter.“ In der Tat roch die Backstube am Freitagabend wie der Frühsommer am Mittelmeer.

Die Aufgabe der neun Damen war es, die Blätter von den Stielen zu streifen. Das ist das so genannte Ribbeln. Sortenrein wurden die Blätter gesammelt, anschließend in festgelegten Mischverhältnissen zusammengeschüttet. „Unsere provenzialische Mischung besteht aus Salbei, Oregano, Rosmarin und Bohnenkraut“, erklärte Kleineweischede.

Berauschendes gab’s zum Abschluss des Abend übrigens doch noch. Kleineweischede verteilte „Beschwipste Pfläumchen“ zum Verkosten unter den Kräuterhexen. Die in Schnaps als Hardcore- oder Rotwein als milde Version eingelegten Früchte sind neu im breit gefächerten Angebot für den kommenden Adventsmarkt. „Außerdem schenken wir diesmal ein Weihnachtsbier aus - Glühwein ist schließlich nicht jedermanns Sache“, warb die Vorsitzende des Heimatvereins. - ml

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