Hilfe in Hochwassergebieten

Fit für aktuelle und zukünftige Aufgaben: DRK Bönen sucht Nachwuchs

Tanja Wilke (Zweite von links) war mit anderen DRK-Helfern für die Versorgung der Helfer im Hochwassergebiet Ahrweiler zuständig.
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Tanja Wilke (Zweite von links) war mit anderen DRK-Helfern für die Versorgung der Helfer im Hochwassergebiet Ahrweiler zuständig.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und mit ihm der Ortsverein Bönen sind zurzeit extrem gefordert. In den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands packen die Helfer noch immer intensiv mit an. Um solche und andere Herausforderungen auch in der Zukunft bewältigen zu können, ist die Gemeinschaft auf engagierte Nachwuchskräfte angewiesen.

Bönen – Fröndenberg, Hagen, Erftstadt und jetzt Ahrweiler: Die Aktiven des DRK Bönen sind aufgrund der Hochwasserlage seit Wochen im Dauereinsatz. Rotkreuzleiterin Tanja Wilke kam zuletzt aus dem Einsatzgebiet Ahrweiler zurück. „Das macht was mit einem.“ 24 Stunden und länger dauern solche Einsätze, die vielschichtiger kaum sein können.

Während die Helfer in den ersten Tagen noch bei den Evakuierungen geholfen haben, steht nun die Versorgung an erster Stelle. Für rund 10.000 Menschen wird allein in Ahrweiler täglich gekocht und Essen ausgeteilt. Unzählige Freiwillige helfen bei den anfallenden Aufgaben. „Viele koordinieren sich selbst“, zeigte sich Wilke beeindruckt.

„Es sieht immer noch übel aus“

Sie selbst ist dankbar für die umfassende Ausbildung, die sie beim DRK absolviert hat. In den Hochwassergebieten arbeiten auch die Hilfsorganisationen Hand in Hand. Wenn das Technische Hilfswerk damit beschäftigt ist, Brücken abzureißen und Trümmer zu beseitigen, baut das DRK auch Funkmasten auf, damit die Telefone funktionieren. „Die Ausbildung dafür haben wir auch.“ Auch jetzt, nach mittlerweile vier Wochen umfassender Aufräumarbeiten, kann Tanja Wilke nicht viel Positives zu Ahrweiler berichten. „Es sieht immer noch übel aus.“

Beunruhigt beobachtet sie außerdem, dass solche Dauereinsätze die Schlagkraft des DRK beinträchtigen könnten, wenn noch mehr passiert und die Helfer an anderen Stellen gebraucht werden. Nachwuchs sei deshalb herzlich willkommen. Die wichtigste Voraussetzung sei neben körperlicher Fitness ein hohes Maß an Sozialkompetenz.

Ab dem Grundschulalter willkommen

Die Grundausbildung läuft berufsbegleitend an Abenden und Wochenenden. Wer möchte, kann sich dann in den Bereichen Technik, Rettungsdienst, Betreuung oder psychosoziale Notfallversorgung spezialisieren. Kosten entstehen dem Teilnehmer nicht und auch eine verpflichtende Teilnahme bei Einsätzen gibt es nicht. „Das muss aber auch der Arbeitgeber mittragen“, macht Tanja Wilke deutlich, auch wenn dem Unternehmen die Ausfallzeiten durch das Land erstattet werden.

Für schwere Einsätze wie in den Hochwassergebieten müssen die Helfer mindestens 18 Jahre alt sein. Die Ausbildung ist aber schon früher möglich. Beim DRK Bönen sind Kinder im Grundschulalter willkommen. Dann geht es nicht nur um Erste Hilfe, sondern um die wichtigste Voraussetzung für den Dienst am Menschen: Empathie.

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