Fest am Zechenturm eröffnet neue Sichtweisen über und unter Tage

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Hoch hinaus auf die Aussichtsplattform ging es für die Besucher des Zechenturms zum Tag des offenen Denkmals. Von dort oben öffnete sich ein herrlicher Blick über Bönen und die Region.

Bönen – Angst war es zwar nicht, die die Besucher am Tag des offenen Denkmals aufgrund der Höhe desselben packte – der Zugang zu den Aussichtsbalkonen erfolgte ausschließlich per Aufzug nicht durch das lichte Treppenhaus.

Respekt zeigten viele aber schon in luftiger Höhe und zudem beim Blick ins virtuelle Bergwerk. Ein Highlight im Zechenturm war gestern nämlich ein virtueller Besuch unter Tage. 

Und die Perspektive durch die 3D-Brillen war sehr ungewöhnlich. Stehend kam sich der Bergwerks-Entdecker wie ein Fünfmetermann vor – das gaukelte der Blick Richtung Sohle vor.

Mit einer 3D-Brille ließ sich die Welt unter Tage erkunden.


Die virtuelle Tour mit dem Bergmann Andreas Reiter durch die Strebe seines Arbeitsplatzes Prosper Haniel begeisterte die, die nie unter Tage waren, genauso wie ehemalige Kumpel. „Er ist in einer anderen Welt“, meinte Ede Friedrichs vom Förderverein, als Siegfried Robert die Frage nach seinen Eindrücken mit der 3D-Brille auf dem Kopf nicht sofort beantwortete. 

Virtueller Rundgang unter Tage

Er betreute die zahlreichen Besucher auf der Sechsmeterebene gemeinsam mit Peter Pothmann. „Der erste Tipp vor dem Aufsetzen der Brille lautete: „Bitte hinsetzen!“ Ein Rundherumblick in der merkwürdigen Perspektive erforderte in der Tat Trittsicherheit. Robert war auf Zeche wie auch Günter Krychowski, der auf der Sechsmeterebene neben ihm saß. „Wir haben noch mit Holz ausgebaut“, bewunderte er den letzten Stand der Bergwerktechnik, die auf der Bottroper Zeche eingesetzt wurde. Der Bönener arbeitete zwischen 1956 und 1965 auf Königsborn. 

Tag des Offenen Denkmals am Zechenturm

Ehefrau Gisela fand den virtuellen Besuch deswegen interessant, weil sie bisher so gar keinen Bezug zur Arbeit unter Tage hatte. Sechs Meter höher waren Leute aktiv, die normalerweise eher in der Tiefe zuhause sind. „Wir gehen aber auch in den Altbergbau“, erklärte Björn Wege, Chef der Höhlenretter in NRW. Er hatte sechs Kollegen der Einheit mitgebracht, die seit 2009 der Freiwilligen Feuerwehr Hemer angeschlossen ist. 

Höhlenretter zeigen ihr Können

Die interessierten Besucher erfuhren, dass ihr Heimatland bei der Anzahl der Höhlen an dritter Stelle bundesweit steht. „Mensch! So grün ist Bönen?“ Diese rhetorische Frage bekam Fördervereinsvorsitzender Herbert Jüttner von vielen Besuchern auf den Balkonen zu hören. Andere seien an den inneren Werten des Turms interessiert gewesen, an der Technik. 

Im Inneren des Turms stellten unter anderem die Höhlenretter NRW ihr Können unter Beweis.

Und sie besuchten die Ausstellung zur Geschichte des Pütts. Den Tag des Denkmals nutzten einige als Familienausflug. In der Schachthalle stand eine Hüpfburg, die Mockingbirds spielten Wohlfühl-Jazz. Und im Seminarraum zeigte der Förderverein den Film Zeche Königsborn III/IV, den Lisa Lyskava zum zehnjährigen Jubiläum des Vereins gedreht hatte und von dem die Gemeinde jetzt die Aufführungsrechte kaufte. „Die, die damals geschimpft haben, waren jetzt ganz heiß auf den Film“, vergaß Hübner nicht die Querelen 2009.

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