„Schnuppertage im Stall“ begeistern Ferienkinder

Hufschmied Krabs nimmt die Feile in die Hand und bearbeitet damit das Huf von Pony Birke. Foto Wille

BÖNEN ▪ Die Sommerferien neigen sich so langsam dem Ende zu. Bevor es jedoch wieder heißt, die Schulbank zu drücken, wollten 16 Kinder im Alter von sechs bis zwölf noch etwas ganz Besonderes erleben. Am Samstag und Sonntag trafen sie sich im Rahmen des gemeindlichen Programms „Ferienspaß“ auf dem Reiterhof der Reitergemeinschaft Bönen-Hacheney.

Jugendwartin Carmen Rinkewitz zeigte ihnen das Leben auf dem Hof sowie den fachgerechten Umgang mit Pferden. Ein besonderer Höhepunkt war dabei der Besuch eines Hufschmiedes.

„Den Kinder muss klar werden, dass ein Reiterhof ziemlich viel Arbeit bedeutet. Pferde brauchen schließlich immer reichlich Pflege“, erklärte Carmen Rinkewitz. Am ersten Tag sollten sich die Kinder zunächst selbst in die Rolle eines Pferdes versetzen. In Gruppen trabten und galoppierten sie fröhlich wiehernd über den Reiterhof.

Anschließend lernten die Ferienkinder die verschiedenen Futterarten der Vierbeiner kennen. Wer mochte, durfte auch selbst einmal vom Pferde-Essen kosten. Dabei erklärte die Jugendwartin den Kindern einige Begriffe aus dem Pferdefachjargon. So bezeichnen Experten etwa die „Kastanien“ als Hornreste an der Innenseite der Beine. Dies sind Überbleibsel von Handwurzel- beziehungsweise Fußwurzelballen der Vorfahren des Pferdes. An den Vorderbeinen sitzen sie etwas über dem Vorderfuß-Wurzelgelenk, das etwa dem menschlichen Handgelenk entspricht. An den Hinterbeinen befinden sie sich in der Höhe des Sprunggelenks. Der Begriff „Fessel“ ist der Bereich zwischen dem Huf und dem Fesselgelenk. Das Fesselgelenk entspricht den Fingergrundgelenken beim Menschen.

Am zweiten Schnuppertag im Stall wartete dann eine besondere Überraschung auf die wissbegierige Kindertruppe. Schmied Michael Krabs, Mitarbeiter der Hufbeschlagsschmiede Elisabeth Schur in Fröndenberg, besuchte den Hof und erklärte ihnen, dass auch Pferde der „Fußpflege“ bedürfen. „Das nennt man ausschneiden“, erläuterte der Fachmann. Als Anschauungsmaterial dienten ihm Pony Birke und Pferd Stella. Zuerst bearbeitete der Schmied ihre Hufen mit einem Meißel, dann wurde die Außenseite gefeilt und anschließend wurde der Huf mit Fett bestrichen. „Das Fett ist dazu da, dass die Hornschicht schnell regeneriert“, erklärte Krabs den stauenenden Kindern. Anschließend folgte der für die kleinen Besucher wohl aufregenste Teil der zwei Tage auf dem Reiterhof. Nachdem die Ponys geputzt und gestriegelt waren, ging es gemeinsam mit Carmen Rinkewitz auf die Weide. Das Reiten machte den Kindern sichtlich viel Spaß und war zugleich der krönende Abschluss ihres Hofwochenendes.

Bereits zum vierten Mal besuchten Kinder im Rahmen des Ferienspaßes diesen Reiterhof. „Wir waren bisher immer ausgebucht“, unterstreicht Carmen Rinkewitz die große Faszination, die Pferde und Reiten wohl nach wie vor auf jede Kindergeneration ausüben. ▪ nw

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