Fehlende Kita-Plätze in Bönen: Über diese Lösungen diskutiert der Kreis Unna

Kindertagesstätte
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Kindertagesstätte

Bönen - Die Erkenntnis, dass in Bönen Kita-Plätze fehlen, ist nicht neu. Im Jugendhilfeausschuss des Kreises Unna wurden nun Maßnahmen gegen die Unterversorgung diskutiert.

Dem weiterhin steigenden Bedarf bei der Kindertagesbetreuung in Bönen habe das Jugendamt zum Start des Kindergartenjahres am 1. August nicht ausreichend begegnen können, fasste Sozialdezernent Torsten Göpfert am Mittwoch in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses zusammen. 

Der im Gegensatz zu den ursprünglichen Prognosen veränderten Entwicklung mit einer unerwartet hohen Anzahl vor allem von Kindern unter drei Jahren, die eine Betreuung benötigen, hinkt der Kreis Unna weiterhin hinterher. Das führt dazu, dass in der Gemeinde auch zum Beginn des Kindergartenjahres Kinder ohne Betreuung bleiben werden. Wie dem zu begegnen sei wurde im Ausschuss diskutiert. 

Maßnahmen gegen Unterversorgung

Dem Vorschlag, der CDU-Fraktion, Gebäudemodule zu erwerben statt anzumieten, um künftig flexibler auf neue Bedarfe reagieren zu können, begegnete Torsten Göpfert mit dem Einwand, dass die Einrichtung von Kitas sehr individuell sei. „Das macht auch bei Übergangslösungen einen speziellen Zuschnitt nötig. Zudem sind die Container auch nicht konzipiert für einen ständigen Auf- und Abbau.“ 

Dennoch müsse der Ausschuss nach Lösungen suchen, so Norbert Enters (SPD). „Wir müssen aus der Erfahrung zur Kenntnis nehmen, dass wir in den vergangenen Jahren immer hinter der Lage herlaufen. Wir müssen planen, was ist aufgrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Betreuungsnachfrage in unserem Jugendamtsbezirk zu erwarten in den kommenden fünf Jahren. Es wäre gut, vor die Lage zu kommen, und nicht immer hinterher zu laufen.“ 

Eine mögliche Lösung könne sein, Reservegrundstücke vorzeitig mit den Kommunen zu planen, um das Problem in der Zukunft in den Griff zu bekommen. Die Bönener CDU-Ratsfrau Claudia Gebhardt merkte an, keiner baue auf Vorrat, sondern erst, wenn die Kinder da stünden und einen Platz brauchten. 

Wartelisten in drei Kommunen

Der Ausschuss beschloss einstimmig für das Kindergartenjahr 2020/21 die im Rahmen der Jugendhilfeplanung festgelegten Gruppenformen und Betreuungszeiten, die Anzahl der integrativen Kinder und U3-Plätze in der Kindertagespflege sowie die Auswahl der „plusKITA“-Einrichtungen (Kitas mit einem hohen Anteil von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf). 

Die im Rahmen der Bundesinvestitionsprogramme für den Ausbau von Betreuungsplätzen geförderten U3-Plätze werden vorrangig mit U3-Kindern belegt. Zudem wird der Landrat beauftragt, Gespräche zur Realisierung einer weiteren vier-zügigen Kindertageseinrichtung in Bönen und übergangsweise einer weiteren Modulkita in Bönen zu führen. Nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) ist die finanzielle Förderung der Kindertageseinrichtungen in Form von Pauschalen für jedes aufgenommene Kind (Kindpauschalen) festgelegt und in der Jugendhilfeplanung entschieden worden, welche der Gruppenformen mit welcher Betreuungszeit angeboten werden. Diese werden bis zum 15. März dem Landesjugendamt gemeldet. Die Zusagen für die vorhandenen Plätze wurden am 2. Februar verschickt. 

Bedarf für weitere Kita in Bönen

Für das Kindergartenjahr 2020/21 gibt es eine Warteliste in allen drei Jugendamtskommunen. In Bönen werden trotz Inbetriebnahme der vierzügigen Übergangskita „Kleine Forscher“ auf dem Postplatz, die voraussichtlich im April 2020 erfolgen wird, noch weitere 34 U3-Kinder und 18 Ü3-Kinder unversorgt bleiben. Daraus ergibt sich ein weiterer Bedarf für eine vierzügige Kita. 

Für die künftige Kita an der Anne-Frank-Straße nahmen Mitarbeiter eines Vermessungsbüros aus Lünen gestern Messungen für den Lageplan zum Bauantrag vor.

Zurzeit werden hier Gespräche mit der Gemeinde Bönen und dem Katholischen Gemeindeverband in Hagen über einen vierzügigen Anbau an die Kita St. Bonifatius und die übergangsweise Einrichtung einer weiteren Modulkita geführt. Zusätzlich wird weiterhin der Ausbau der Kindertagespflege fortgesetzt. 

Bei den gesamten Planungen muss zudem berücksichtigt werden, dass Eltern jederzeit im laufenden Kindergartenjahr den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz geltend machen und Familien neu zuziehen können. Für die Kindertagespflege werden insgesamt 160 U3-Plätze beantragt – 40 in Bönen. 

Wenn zum 1. August das geänderte Kinderbildungsgesetz (KiBiz) in Kraft tritt, werden sich nicht nur die vom Land gezahlten Kindpauschalen erhöhen und die Anteile der Kita-Träger sinken. Darüber hinaus erhöht sich die Förderung der „plusKITAS“. Eine spezielle Sprachförderung für Kinder mit einem Sprachförderbedarf ohne Kitaplatz wird in Bönen die Kita Puzzlekiste als Ankereinrichtung anbieten.

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