Attacke auf Naturschützer

Faustschlag: Streit im Naturschutzgebiet Lettenbruch eskaliert

Der Werdohler verpasste dem Lüdenscheider einen Faustschlag (Symbolbild).
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Der Angreifer verpasste dem Naturschützer einen Faustschlag. (Symbolbild).

Ein ehrenamtlicher Naturschützer wurde in Bönen attackiert. Der Fall wurde nun vor dem Amtsgericht Unna verhandelt - mit Folgen für den Angreifer.

Unna/Bönen – Ein offenbar schon länger schwelende Zwist zwischen einem Spaziergänger und einem Naturschützer in Bönen eskalierte im Mai bei einer zufälligen Begegnung. Nun musste sich ein Strafrichter des Unnaer Amtsgerichts mit zwei Versionen der Geschichte befassen. Der Fall endete mit einer satten Geldstrafe.

Zum Revier des geschädigten Naturschützers gehört der Bereich Lettenbruch. Dort ärgert er sich regelmäßig über Spaziergänger, die mit dem Auto möglichst nah heranfahren und dabei, so seine Kritik, unter anderem den Randstreifen beschädigen. Und genau dieser Punkt hatte auch schon vor dem Zwischenfall für Diskussionen mit dem späteren Angeklagten (60 Jahre) und seiner Gattin gesorgt.

Verletzung im Mundbereich

Am 21. Mai saß der 63-jährige Naturschützer, der für seinen Dienst dort mit dem Auto unterwegs sein darf, in seinem Wagen und unterhielt sich über das geöffnete Fenster mit einem Paar. Der Angeklagte und seine Frau kamen mit den Hunden vorbei, die Unstimmigkeiten brandeten augenscheinlich wieder auf und plötzlich griff der 60-jährige Bönener in den Wagen, nahm die Kappe des Insassen und warf sie in ein Feld.

Während der Naturschützer seine Verärgerung kundtat, gingen der Bönener und seine Gattin zunächst weiter, kehrten jedoch kurz darauf zurück. Diesmal, so der Vorwurf, verschwand die Faust des Böneners im Inneren des Wagens, traf den Naturschützer im Gesicht, beschädigte seine Zahnprothese, und das sorgte für eine kleinere Verletzung im Mundbereich. Das bestätigte später ein Augenzeuge, bei dem es sich zufällig um einen Zahnarzt handelte, den der Betroffene einige Tage später noch einmal zu Hause konsultieren durfte.

Dem Bönener wurde ein Strafbefehl zugestellt. Er sollte wegen vorsätzlicher Körperverletzung 1200 Euro Geldstrafe zahlen. Dagegen legte Einspruch ein.

Unschuldsbeteuerungen helfen nicht

Nun wurde der Fall in Unna verhandelt, und der 60-Jährige beteuerte bezüglich des Faustschlages seine Unschuld. Das mit der Kappe habe er gemacht, und er wisse auch, dass das „nicht so eine tolle Sache“ gewesen sei. Er entschuldige sich. Aber in das Auto habe er nicht geschlagen, was seine Ehefrau bestätigte. Allerdings schilderten der Geschädigte und die beiden Augenzeugen – das am Auto stehende und völlig unbeteiligte Ehepaar – die Sache anders. Demnach schlug der 60-Jährige sehr wohl zu. „Es war ein Schlag“, versicherte der Zeuge mehrfach und seine Frau erklärte: „Ich habe die Faust gesehen.“

Der angeklagte Bönener blieb dennoch bei seiner Version. Überzeugen konnte er damit nicht. Der Richter war überzeugt, dass der Angeklagte das Opfer sehr wohl geschlagen habe. Daran habe er nach den beiden Aussagen der Augenzeugen keine Zweifel. Zudem passe der Schlag auch zum Wegwerfen der Kappe.

Er verurteilte den Bönener nun zu 1600 Euro Geldstrafe und kündigte darüber hinaus an, bei der Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Falschaussage gegen die Ehefrau des Verurteilten anzuregen.

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